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Perfide Rechtfertigung

Rowling verteidigt Transfeindlichkeit mit Missbrauchserfahrung

Kein Einsehen, keine Entschuldigung: In einem erneut transfeindlichen Essay erklärt "Harry-Potter"-Autorin J.K. Rowling ihre beleidigenden Tweets mit traumatischen Erlebnissen. Auch habe sie selbst eine "Geschlechtsidentitätsstörung" überwunden.


J.K. Rowling hatte in den vergangenen Monaten mehrfach mit transfeindlichen "Likes" und Äußerungen für Empörung gesorgt (Bild: Promo)

Sie wolle kein Öl ins Feuer gießen, behauptet "Harry-Potter"-Autorin J.K. Rowling in einem am Mittwoch veröffentlichten Essay – und holt dann mit über 3.600 Wörtern zu einem neuen, noch heftigeren Schlag gegen trans Menschen aus. In dem Beitrag rechtfertigt die Bestsellerautorin ihre transfeindlichen Tweets u.a. mit eigenen sexuellen Missbrauchserfahrungen und erklärt trans Frauen damit indirekt zu potentiellen Vergewaltigerinnen.

Das biologische Geschlecht sei eine "Realität", hatte die Autorin am Wochenende unter anderem auf Twitter erklärt. "Wenn das Geschlecht nicht real ist, wird die Lebensrealität von Frauen weltweit ausgelöscht." Außerdem versuchte sie, trans Menschen und Homosexuelle gegeneinander auszuspielen, als sie schrieb: "Wenn das biologische Geschlecht nicht real ist, gibt es auch keine homosexuelle Zuneigung" (queer.de berichtete). "Harry-Potter"-Star Daniel Radcliffe sah sich daraufhin veranlasst, sich von den Äußerungen zu distanzieren (queer.de berichtete).

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Sorge um die "Sicherheit von Frauen und Mädchen"

"Es ist nicht einfach, diesen Artikel zu schreiben", beginnt Rowling ihren langen Text. "Ich stehe nun seit mehr als 20 Jahren in der Öffentlichkeit und habe nie öffentlich darüber gesprochen, dass ich eine Überlebende von häuslicher Gewalt und sexuellem Missbrauch bin". Sie schäme sich nicht für das, was ihr passiert sei, doch sei es "traumatisch, sich daran zu erinnern". Die Schriftstellerin betonte, sie sei "kein Opfer", sondern "eine Überlebende".

Die Verbindung zwischen ihren eigenen leidvollen Erfahrungen und ihrer Weigerung, trans Frauen als Frauen anzuerkennen, ist freilich sehr weit hergeholt. Anlass ihrer Tweets seien angebliche Pläne für ein modernes Personenstandsgesetz gewesen, schreibt Rowling in ihrem Essay: "Am Samstagmorgen las ich, dass die schottische Regierung ihre umstrittenen Pläne zur Anerkennung des Geschlechts fortsetzt, was in der Tat bedeutet, dass ein Mann nur sagen muss, dass er eine Frau ist", so die Autorin. Dieses Gesetzesvorhaben gefährde die "Sicherheit von Frauen und Mädchen".

Rowling will Umkleidekabinen nur für "biologische" Frauen

Rowling betont zwar, dass die meisten trans Menschen keine Bedrohung für andere darstellten, sondern ebenso Schutz verdienten. Gleichzeitig wolle sie nicht, dass Mädchen und Frauen weniger sicher seien: "Wenn man Türen von Badezimmern und Umkleidekabinen für einen Mann öffnet, der glaubt oder sich als Frau fühlt, dann öffnet man die Tür für alle Männer, die hineinkommen möchten." Die, die gegen eine Befürwortung von ausschließlichen Frauenräumen seien, seien diejenigen, "die privilegiert oder glücklich genug sind, niemals männliche Gewalt oder sexuelle Übergriffe erfahren zu haben, und die sich nie die Mühe gemacht haben, sich darüber zu informieren, wie weit verbreitet sie sind."

Sie habe nur auf ihre eigene Vergangenheit verwiesen, um zu zeigen, dass sie "wie jeder andere Mensch auf diesem Planeten eine komplexe Vorgeschichte habe, die meine Ängste, meine Interessen und meine Meinung geformt hat", schrieb Rowling als Rechtfertigung für ihre Transfeindlichkeit.

Rowling haderte selbst mit der Identität einer Frau

Erhellender könnte Rowlings Hinweis sein, dass sie wegen eigener Schwierigkeiten mit der Geschlechtsidentität als junge Frau viele Jahre über Transthemen nachgedacht und sogar selbst mit der Identität einer Frau gehadert habe. In ihrem Text heißt es: "Da ich in den Achtzigerjahren keine realistische Möglichkeit hatte, ein Mann zu werden, mussten es Bücher und Musik sein, die mich sowohl durch meine psychischen Gesundheitsprobleme als auch durch die sexualisierte Erwartungen brachten, die so viele Mädchen dazu bringen, als Teenager gegen ihren Körper Krieg zu führen."

Ihren persönlichen Umgang mit Identitätsfragen vor über drei Jahrzehnten erhebt Rowling nun zum Maßstab für queere Jugendliche heute. Sie sei "besorgt über die enorme Explosion bei jungen Frauen, die eine Transition wünschen", schreibt sie in ihrem Essay. Schließlich zeigten angebliche Studien, dass "zwischen 60 und 90 Prozent der Jugendlichen mit einer Geschlechtsidentitätsstörung später aus dieser herauswachsen". (cw/AFP)



#1 Ralph
  • 11.06.2020, 12:29h
  • Diese Frau wird mir immer widerwärtiger. Ich bin froh, ihre (nach den Verfilmungen zu urteilen) an allen Ecken und Enden der Fantasy-Literatur zusammengeklauten Bücher nie gekauft und so auch keinen Beitrag zu ihrem Lebensunterhalt geleistet zu haben.
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#2 ursus
#3 Pink FlamingoAnonym
  • 11.06.2020, 13:21h
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • Stimme Dir voll zu.
    Noch bevor Harry Potter auf den Büchermarkt erschien, haben mich nur Horror und Splatterfilme in den Bann gezogen. Dann lernte ich, angeregt durch einen Arbeitskollegen den tollen Fantasie Autor Brian Lumley und seine Buchbandreihe Necroscope kennen. Als mir dieser besagter Kollege auch noch Harry Potter wärmstens empfahl, winkte ich dankbar ab. Denn was konnte schon Brian Lumley und mit seiner Fantasiewelt derartig übertreffen. Heute bin ich froh, nicht ein Buch von dieser verschrurbelten, verpeilten Autorin je gelesen zu haben.
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#4 DramaQueen24Profil
  • 11.06.2020, 15:19hBerlin
  • Rowling macht den Fehler, wie viele Radikalfeministinnen und Religioten: Sie projiziert ihre eigenen Ängste und Vorurteile auf andere, ohne diese jemals wirklich zu kennen.
    Ich wurde auch als Kind missbraucht, wurde ich deshalb zur Männerhasserin, weil der Täter, mein "Vater" zufällig ein Mann war?
    Wir sind es Leid, dauernd gegen Bigotterie, Ignoranz und Vorteile ankämpfen zu müssen, dauernd Bürger zweiter Klasse zu sein. Ich halte viel als Autorin von Ihnen, aber als Mensch haben Sie noch in einigen Bereichen dringenden Nachholbedarf!
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#5 Alexander_FAnonym
  • 11.06.2020, 15:24h
  • Ach, jetzt ist sie plötzlich selbst das arme Opfer. Als ob man diese Täter-Opfer-Umkehr nicht schon zur Genüge von allen möglichen Hetzern und Hetzerinnen kennen würde.

    Und nein, Joanne, Transgender sind eben nicht nur verwirrte Teenager, die ein bisschen mit ihren Rollen hadern. Es sind Menschen, bei denen das zugewiesene Geschlecht nicht mit dem selbst empfundenen übereinstimmt. Wenn das den Verstand einer drittklassigen Kinderbuchautorin übersteigt, heißt das nicht, dass du etwas daran ändern kannst, indem du dir die Ohren zuhältst und sagst, es sei einfach nicht so.
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#6 NachfrageAnonym
#7 Girlygirl
#8 Girlygirl
  • 11.06.2020, 15:52h
  • Antwort auf #6 von Nachfrage
  • Ich glaube Drama Queen meint, dass JK eine sog. "TERF" ist, das steht für "Trans exclusionary radical feminist". Mit Beginn der 2. Welle des Feminismus (ca. ab 70er Jahre) bildete sich eine Gruppe von Feministinnen, die nicht an Transsexualität glaubten und lesbische Transfrauen ausgrenzten und ihre Weiblichkeit nicht anerkannten. Transmänner mochten sie auch nicht, weil sie ihrer Meinung nach nur männlichke Privilegien wollten. Manche "Terfs" sind selber lesbisch, was das ganze noch abartiger macht. Ich persönlich sehe "Terfs" nicht als Feministinnen an, weil Feminismus für alle Frauen kämpft, auch Transfrauen.
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#9 NachfrageAnonym
  • 11.06.2020, 16:21h
  • Antwort auf #8 von Girlygirl
  • "die nicht an Transsexualität glaubten"

    Transsexualität ist ebenso wenig eine Glaubensfrage wie Schwerkraft. Du gehst einer perfiden Verharmlosungsstrategie auf den Leim, wenn du es so formulierst. Es geht nicht darum, ob man was glaubt, sondern darum, ob man anderen Menschen die Existenz abspricht.
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#10 DramaQueen24Profil
  • 11.06.2020, 16:58hBerlin
  • Antwort auf #6 von Nachfrage
  • Sie vertritt einige radikalfeministische Ansetze, wie z.B., dass ein Geschlecht unveränderbar sei. Hier aus dem Buch einer anderen Radikalfeministin UND Separatistin (Janice Reymond, "The transsexual Empire"):

    Because transsexuals have lost their physical members does not mean that they have lost their ability to penetrate womenwomens mind, womens space, womens sexuality. Transsexuals merely cut off the most obvious means of invading women so that they seem noninvasive.
    However, as Mary Daly has remarked, in the case of the transsexually constructed lesbian-feminists their whole presence becomes a member invading womens presence and dividing us once more from each other.

    Kommt Dir diese Denkweise nicht bekannt vor?

    Übrigens, hier noch ein anders "Schmankerl" aus dem Buch:

    There is a long tradition of eunuchs who were
    used by rulers, heads of state, and magistrates as keepers of women. Eunuchs were supervisors of the harem in Islam and wardens of womens apartments in many royal households. In fact, the word eunuch, from the Greek eunouchos, literally means keeper of the bed. Eunuchs were men that other more powerful men used to keep
    their women in place. Quellen (S. 104/105)

    Ist schon ein starkes Stück von der ehemaligen Nonne Raymond, Transsexuelle und Eunuchen der Antike in einen Topf zu werfen!
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