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Kommentare zu:
Rowling verteidigt Transfeindlichkeit mit Missbrauchserfahrung


#31 Girlygirl
  • 12.06.2020, 18:00h
  • Antwort auf #30 von Nachfrage
  • Du hast Recht, nicht alle Trans Hasser sind Feministen und die Mehrheit der Feministen ist auch nicht transphob. Aber bei Fr. Rowling gibt es zumindest Anzeichen, dass sie eher in die feministische als in die rechte Ecke gehört. Sie hat z.b einige Tweets von Radikalfeministen gelikt und ihre Solidarität für eine "Terf" gezeigt, die Transmenschen diskriminiert hat und deswegen gekündigt wurde. JK Rowling würde sich selbst wahrscheinlich als Feministin bezeichnen, das würde ein Rechter vermutlich nicht tun. Egal welchen ideologischen Hintergrund Trans Hasser haben, egal welche Sexualität, sie sind intolerant und können viel Leid anrichten.
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#32 Still_IthEhemaliges Profil
#33 Still_IthEhemaliges Profil
  • 12.06.2020, 22:00h
  • Ich find ja an Rowlings Argumentation contra Trans*-Frauen besonders den Teil schlüssig, an dem sie ausführt, dass der Mensch, der sich an ihr vergangen hat, trans* gewesen ist.

    Oh, wait... ^^

    Und was ihre pubertäre Genderqueerness angeht, oder Stereotypenhinterfragung oder wie man das nennen möchte: Tja, kann man mal sehen.

    Ich war schon trans*, als es im Kindergarten und der Grundschule die Frage gab, ob man beim Fangenspielen in die Mädchen- oder Jungengruppe gehört, und von der Frage, ob körperliche Transition für mich aussichtsreich ist oder nicht, hat das niemals abgehangen.
    Kann natürlich nur für mich sprechen und Trans*-Männer, mit denen ich im Laufe der Zeit so zu tun hatte, die das ähnlich sahen, aber die Frage danach, ob ein Transitions-Ergebnis alltagstauglich sein wird, spielt eigentlich eher die Rolle im Hinblick darauf, welche der in Frage kommenden Schritte man für sich möchte. Gegenüber der GA-OP z.B. bin nicht bloß ich skeptisch bzw abgeneigt, weil Risiken wie bleibende Inkontinenz samt der Option "vielleicht nie wieder ein Orgasmus" gute Gründe dagegen sind. Abgesehen davon, dass das Ergebnis dieser Bastelei sich nicht nur niemals wie ein Penis mit echter Eichel anfühlen wird, sondern auch einfahc nicht so funktionieren, abgesehen davon, dass sich damit dann ins Urinal pinkeln lässt.
    Es wär ja schön, wenn man beschließen könnte, dann halt einfach nicht mehr trans* zu sein. Ganz ehrlich, ich fänd es klasse. Hab's ja selbst ausreichend lange versucht. Funktioniert meiner persönlichen Erfahrung nach einfach nicht. Und ich dürfte auch nicht die einzige Trans*-Person sein, die sich wünscht, cis zu sein, weil's sich damit einfach leichter lebt. Vollkommen ohne Leidensdruck kommt da niemand durch, ob mit oder ohne mehr oder weniger vollständige körperliche Transition.

    Ich mein, ich kann natürlich für Rowling jetzt nicht sprechen und nicht beurteilen, wie sie fühlt oder gefühlt haben könnte - bloß geht das halt in dieselbe Richtung wie diese "Ex-Trans*"-Gruppe, die auf ihrer Seite auch nur so strotzt vor Transfeindlichkeit. Oder auch "geheilte" Homosexuelle, die erzählen, wenn sie mal Zuneigung zu Typen empfunden haben und sich das wieder ändern ließ, sei das irgendwie übertragbar auf andere.
    Es ist halt Bullshit. Ob sie irgendwie verdrängt trans* sein könnte, genderqueer ist, eine Phase durchgemacht hat oder sonstwas - das auf andere Menschen übertragen zu wollen, ist einfach grob übergriffig. Und angesichts der tatsächlichen Machtverhältnisse in unserer Gesellschaft fällt vieles von der Agenda solcher "Ex"-irgendwas-Gruppen großenteils in die Kategorie "Anbiedern an die Mehrheit - Arschloch-Moves für Fortgeschrittene".

    Nichts davon ist in irgendeinem Sinne eine Entschuldigung, geschweige denn eine Rechtfertigung. Erfahrungen mit sexualisierter, männlicher Übergriffigkeit - tell me about it. Das an Trans*-Frauen auszulassen, ist und bleibt einfach nur mies.
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#34 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 13.06.2020, 04:36h
  • Antwort auf #32 von Still_Ith
  • Die meisten Transmänner tragen keine Vollbärte, sondern, wenn überhaupt, "Nasenstopper". Beim Michygan wymins Music festivals in den achtzigern und Neunzigern, wurden Transfrauen ausgegrenzt, und Transmänner waren willkommen, meist, wenn andere Frauen/Lesben sie kannten.
    In Berlin gab es in den Neunzigern eine Lesbenwoche (war selbst anwesend), wo Transfrauen bei den meisten Themen azúsgeschlossen wurden, während Transmänner bleiben konnten.
    Heterosexuelle und bisexuelle Frauen durften damals nämlich.
    Das war, soweit ich mich erinnere, im Jahr 1997.
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#35 DramaQueen24Ehemaliges Profil
#36 GromitAnonym
  • 13.06.2020, 09:26h
  • Antwort auf #34 von DramaQueen24
  • Sprich bitte nur von deinen Erfahrungen bzw. deinem Bekanntenkreis, denn das trifft nicht pauschal zu. Die meisten trans* Männer, die ich kenne, inklusive mir selbst, tragen irgendeine Form von Bart - der "Nasenstopper" ist dabei die am wenigsten verbreitete Variante.
    Danke.

    Zu Rowlings Rechtfertigungstext:
    Täter-Opfer-Umkehr; ein wiederlicher Versuch, trans* Menschen zu negieren und (besonders trans* Frauen) in die Täterrolle zu drängen.
    Sie hat nichts verstanden - oder will es wohl eher nicht. Gefährlich ist die "nette Verpackung" durch gekonnte Formulierung - hat sie als Schriftsteller*in ja drauf. Das da viele Leute nicht erkennen (können), was sie da eigentlich sagt und die berechtigte Empörung nicht ganz verstehen, sieht man ja leider auch hier.
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#37 Still_IthEhemaliges Profil
  • 13.06.2020, 16:26h
  • Antwort auf #34 von DramaQueen24
  • @Vollbart, bzw. so viel Bart wie eben geht: Meiner Erfahrung nach ab den 2-4 Jahren Testo, die es braucht, doch, sehr wohl und zwar gerne.

    Weil weibliches Passing sich am Fehlen männlich gelesener Körpermerkmale festmacht, und sowas weißt du als Trans*-Kerl halt auch.
    Der Unterschied im Respekt ist dermaßen deutlich und spürbar, auch was die geschätzte Reife betrifft, dass es jetzt wenig Gründe dagegen gibt, aber ziemlich viele dafür. Es ist ziemlich häufig der eine und einzige Weg zu a) sicherem Passing, b) der Chance, als Erwachsen wahr- und ernstgenommen zu werden statt als "Bengel"/Jungchen.
    Einfach der 1A beste Garant für die cis-männlichen Privilegien, die du sonst nicht bekommst, besonders wenn die Mastek noch nicht durch ist (bzw. noch nicht alle Mastek-OPs durch sind, das kann schließlich durchaus mehr als eine sein).

    Also, jo, bei Leuten, bei denen das während der HRT einfach länger dauert, bis was Vorzeigbares wächst, klar. Aber auch eher nicht, weil das unter der Nase so viel toller gefunden würde, sondern weil's das Erste ist, das oft ziemlich zuverlässig wächst.
    Etwas anders sieht's bei Leuten wie mir aus, also Leuten ohne korrekte Papiere, die beim Passing immer dicht genug am Weiblichen bleiben müssen, weil's sonst bei jeder Fahrkartenkontrolle und jedem Behördengang Probleme geben kann. Ansonsten ist die Regel an sich schon: Je mehr (gleichmäßig wachsende) Haare im Gesicht, desto besser.

    Und bei aller angeblicher "Willkommenheit" von Transmännern in Frauenräumen: Wenn du mit ner Stimme 1-2 Oktaven tiefer das Maul zu weit aufmachst, wirst du dermaßen schnell als Störfaktor wahrgenommen, dass du schon verdammt einflussreiche, gute Freundinnen haben musst, um willkommen zu bleiben. Auf Augenhöhe wirst du nach dem Stimmbruch nie wieder sein. Und irgendwem widersprechen oder gar Kritik üben, mit irgendwas nicht einverstanden sein, solltest du unter den Voraussetzungen besser auch nicht. Sagen wir mal, als Transmann kannst du vielleicht mit Mühe und Duckmäusertum dafür sorgen, geduldet zu werden. Mehr ist das ab einem gewissen Transitionslevel dann aber auch nicht mehr.
    Das mag von deiner Perspektive ja vielleicht nach einem riesigen Maß an Willkommenheit aussehen, verhältnismäßig, weil Trans*-Männer immerhin reingelassen werden. Aber mehr als geduldeter Gast-Status ist das dann in der Regel durchaus nicht. Bloß ist das wohl der Teil, den eins erst dann mitbekommt, wenn's zum eigenen Erleben gehört.

    Ist übrigens insbesondere für heterosexuelle Trans*-Männer, die ihre bisherige Heimat bei Frauen-Lesben-Gruppen hatten, ein gar nicht so seltener Stressfaktor. Das ist ein ganzes soziales Netz, das auf einen Schlag wegfällt, besonders wenn nebenbei noch die Partnerschaft draufgeht. Aber leider ganz schön normal.
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#38 mesonightAnonym
  • 13.06.2020, 19:34h
  • Ich bin unfassbar enttäuscht von Rowling, wie kann jemand der solche tollen Phantasiewelten nur in seiner eigenen kleinen Welt gefangen sein? Es tut mir leid, dass sie Gewalt erlebt hat, aber ein Kinderschänder kann seine Taten auch nicht mit seiner schweren Kindheit rechtfertigen. Durch das zweite Statemant hat sie es noch schlimmer gemacht, toll, dass Daniel Radclife sich klar positioniert hat.
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#39 Alexander_FAnonym
  • 14.06.2020, 02:57h
  • Antwort auf #38 von mesonight
  • "Ich bin unfassbar enttäuscht von Rowling, wie kann jemand der solche tollen Phantasiewelten nur in seiner eigenen kleinen Welt gefangen sein?"

    Vielleicht hängt das eine mit dem anderen zusammen. Sie wäre nicht die erste literarische Figur, die in die rechtsextreme Ecke abrückte. Ludwig Thoma und Akif Pirincci gehen ihr mit bestem Beispiel voran.
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#40 PascaleAnonym

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