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Einzelkommentar zu:
Rassismusdebatte: Statue des homophoben Pfadfinder-Gründers soll entfernt werden


#3 saltgay_nlProfil
  • 12.06.2020, 10:43hZutphen
  • Es ist immer problematisch Menschen zu Ikonen zu erheben. Oliver Baden-Powell war natürlich seiner Zeit verpflichtet. Die wirkliche Rolle als Gründer der weltweiten Pfadfinderbewegung, die erst später durch seine Schwester mit den Pfadfinderinnen komplettiert wurde, mag sicherlich überschätzt werden. Seine schriftlichen Äußerungen zum Zusammenleben aller Völker dieser Welt und sein Wunsch in Afrika bestattet zu werden, zeugt eher nicht von Rassismus, da viele Rituale in der Bewegung ihren Ursprung in den Gebräuchen der afrikanischen Bevölkerung besitzen. Auch das Dschungelbuch von Rudyard Kipling, welches als Basis für die Kinderarbeit in der Wölflingsstufe dient, deutet nicht auf rassistisches Gedankengut hin. Doch es ist typisch für das Pfadfinderwesen, dass es sich in jedem Land nach anderen Traditionen entwickelt hat. Es gibt nur eine überschaubare Anzahl von Regeln und Ritualen, die für Alle verpflichtend sind.

    Allerdings ist der Begriff "Pfadfinder" nicht geschützt. Jeder kann also eine Jugendgruppe gründen, die sich Pfadfinder nennen darf. Die international anerkannten Bünde werden im Büro der WOSM bzw. der WAGGS registriert. In Deutschland sind es nur vier. Die anderen Kraut-und-Rüben scouts sind nicht anerkannt.

    Aber ein Beispiel für die Vielfalt seien die polnischen Pfadfinder, die unbeachtet der sozialistischen VR Polen ihre Arbeit fortsetzten nach dem Krieg bis heute.

    Dass die Nazis mit ihrer "Jugendarbeit" das Pfadfindertum kopierten, hängt mit der deutschen Geschichte zusammen. Die ersten deutschen Pfadfinder standen unter militärischer Obhut und waren bürgerlich bis ins Mark, typische nationalistische Reaktionäre, die erst im 1. Weltkrieg in den Materialschlachten zur Besinnung kamen.

    Für die Nazis war diese Struktur der selbstständigen Kleingruppe ideal, sie pervertierten die Idee munter und sind bis heute leider nicht die Einzigen gewesen. Dies aber Oliver Baden-Powell in die Schuhe zu schieben, das ist nun wirklich historisch nicht haltbar.
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