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Kommentare zu:
Rassismusdebatte: Statue des homophoben Pfadfinder-Gründers soll entfernt werden


#11 ei gudeAnonym
  • 12.06.2020, 18:41h
  • Bitte nicht die Statuen Martin Luthers vergessen. Seine Schriften über die Juden waren wegbereitend für das Dritte Reich.

    de.wikipedia.org/wiki/Martin_Luther_und_die_Juden#Von_den_Ju
    den_und_ihren_L%C3%BCgen_(Januar_1543)


    Man sollte:
    "- ihre Synagogen niederzubrennen,
    - ihre Häuser zerstören und sie wie Zigeuner in Ställen und Scheunen wohnen zu lassen,
    -ihnen ihre Gebetbücher und Talmudim wegzunehmen, die ohnehin nur Abgötterei lehrten,
    - ihren Rabbinern das Lehren bei Androhung der Todesstrafe zu verbieten,
    - ihren Händlern das freie Geleit und Wegerecht zu entziehen,
    - ihnen das Wuchern (Geldgeschäft) zu verbieten, all ihr Bargeld und ihren Schmuck einzuziehen und zu verwahren,
    - den jungen kräftigen Juden Werkzeuge für körperliche Arbeit zu geben und sie ihr Brot verdienen zu lassen."

    Und bitte auch alle lutherischen Kirchen auflösen und die Lutheraner entsprechend behandeln.

    Und bitte nicht Magnus Hirschfeld vergessen, einen vehementen Befürworter der Eugenik:
    "Sexuelle Selektion ("sexual selection") lautet ein treffender Ausdruck, den Darwin prägte. [...] Sexuelle Selektion bedeutet die individuelle persönliche Auslese des einzelnen im positiven und negativen Sinn - positiv durch die zielstrebige Bevorzugung von Erbfaktoren, die für die körperliche Gesundheit und die geistige Tüchtigkeit der Nachkommenschaft förderlich sind, negativ durch die Ausschaltung gegenteiliger Eigenschaften.
    [...] Die Eugenik bezweckt durch die Hervorhebung besserer und glücklicherer Menschen die Entstehung einer besseren und glücklicheren Menschheit."
    Quelle:
    Hirschfelds Vorwort zu "Weltreise eines Sexualforschers."
    Leseprobe bei Amazon, S. 25.

    www.amazon.de/Weltreise-eines-Sexualforschers-Andere-Bibliot
    hek/dp/3821845678#reader_3821845678


    Wie hätte Hirschfeld Schwule behandelt, die nicht in seine Vorstellung des "besseren Menschen" gepasst hätten?
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#12 KloßbrüheAnonym
#13 ei gudeAnonym
#14 Ralph
  • 12.06.2020, 20:17h
  • Was Straßenumbenennungen angeht, ist in der Tat sehr viel zu tun. Aber da scheitert man leider schon an Selbstverständlichkeiten. In meiner Geburtsstadt Kaiserslautern z.B. wurde vor mehreren Jahren versucht, die Carl-Peters-Straße loszuwerden, die nach einem Mörder benannt ist, dem Gründer von Deutsch Ostafrika. Der Versuch scheiterte. Begründung der maßgeblichen Kommunalpolitiker: Niemand wisse ja mehr, wer Carl Peters überhaupt war. Und das im Zeitalter von Wikipedia!
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#15 ei gudeAnonym
#16 ursus
  • 12.06.2020, 21:13h
  • Robert Koch: hat lebensgefährliche Menschenversuche an Schwarzen vorgenommen. Astrid Lindgren: hat das N-Wort verwendet und rassistische Stereotype reproduziert.

    Nicht falsch verstehen: Ich finde die Diskussion notwendig, und es gibt viele unzweifelhafte Fälle. Die Frage, wo man die Grenze ziehen soll und wer dann überhaupt noch übrig bleibt, finde ich trotzdem ein bisschen schwierig zu beantworten. Sollen wir Straßen, Schulen und Universitäten sicherheitshalber nur noch nach Pflanzen und Tieren benennen?
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#17 LorenProfil
  • 13.06.2020, 01:11hGreifswald
  • Antwort auf #16 von ursus
  • Die Frage, wer dann noch übrig bleibt, beschäftigt mich gar nicht, was daran liegen mag, dass ich im Verlaufe meiner Sozialisation gelernt habe, niemand auf einen Sockel zu stellen, weil niemand den Idealvorstellungen entspricht/entsprechen kann, die manche herbeiphantasieren, die irgendwelche Idole brauchen, an denen sie sich orientieren können (ich bevorzuge da Ideen, nicht Personen). Menschen können kreativ sein, auch beim Erfinden von Straßennamen. der Benennnung von Instituten und Institutionen usw. Wer z.B. gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit propagiert(e), taugt aus meiner Sicht als Person niemals zum Vorbild, ungeachtet anderer Verdienste , sei es in der Politik, der Philosophie oder der Künste.
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#18 AndreasKAProfil
  • 13.06.2020, 10:57hKarlsruhe
  • Antwort auf #16 von ursus
  • Ich plädiere dafür, alle Denkmäler zu belassen und eine entsprechende Tafel an jedem einzelnen dazu anzubringen, die nüchtern darstellt was die/der Dargestellte geleistet hat, warum sie/er zum Zeitpunkt der Aufstellung des Denkmals derart geehrt wurde und warum diese Person strittig ist, weil sie auch für Dinge steht, die in unserer Gesellschaft jetzt bzw. im Hinblick auf die Menschenrechte nicht mehr vertretbar sind.

    Eine berechtigte Kontroverse wird so sichtbar und es wird ein Geschichts- und Personenverständnis öffentlich, das über die Wirkung des reinen Denkmals weit hinaus geht und das Denkmal zum Denkanstoß werden lässt. Ich finde, wir sind alle groß genug, um uns auch den Schlagseiten unserer Gesellschaftsentwicklung stellen zu können, ohne gleich in Aktionismus oder Auslöschungsstrategien zu verlieren.
    Ob Baden-Powell, Luther, irgendein Kirchenfürst oder König - bitte das Ganze durch die Bank; das wäre ja ein echter Bildungsauftrag, den die Kommunen wahrnehmen sollten. Bildung ist schlicht das A und O.

    Bei Straßen- oder Platz- bzw. Ortsnamen würde ich sehr viel rigider aussortieren. Immerhin sind das Adressen, die jeden persönlich betreffen können. Ich möchte etwa gleich ungerne in einer Hitlergasse, einer Lutherstraße, einem Hindenburgdamm oder einem Papstboulevard leben wollen und nicht unbedingt auf einem Augustinus-Platz einen Kaffee trinken wollen. Dann lieber die Rosenstraße oder der Auenplatz.

    Wenn es nicht anders geht, dann eben meinetwegen Tiere, Pflanzen, Farben, topografische Begriffe ... oder eben Personen, denen man anhand ihrer TATEN (nicht etwa dem Verwenden zeitgebunden gängiger Begriffe - ich denke da an Astrid Lindgren) unterstellen kann, dass ihnen heute solche Verfehlungen nicht mehr unterlaufen würden.
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#19 ei gudeAnonym
#20 ei gudeAnonym

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