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US-Wahlkampf

US-Republikaner halten an "Homo-Heilung" und am Eheverbot für Schwule und Lesben fest

Die Führung der Trump-Partei will das extrem homo- und transphobe Wahlprogramm von 2016 für die diesjährigen Wahlen erneut verwenden.


LGBTI-Aktivist*innen protestieren vor dem Weißen Haus im Juli 2017 gegen die Wiedereinführung des Trans-Verbots im US-Militär durch Präsident Donald Trump (Bild: Ted Eytan / flickr)

Das nationale Organisationsgremium der amerikanischen Regierungspartei, das Republican National Committee, hat am Mittwoch entschieden, kein neues Wahlprogramm für die Kongress- und Präsidentschaftswahlen zu formulieren, sondern das Programm von 2016 (PDF) zu übernehmen. Darin sind auch viele homo- und transphobe Positionen enthalten – so sollen das Eheverbot für gleichgeschlechtliche Paare wiedereingeführt, Trans-Akzeptanz verhindert und "Homo-Heiler" unterstützt werden (queer.de berichtete).

Konkret heißt es in dem Papier, dass die Ehe zwischen Mann und Frau "die Grundlage einer freien Gesellschaft ist". Heterosexuellen Eheleuten würden "seit Jahrtausenden die Erziehung von Kindern anvertraut". Daher verurteilte man die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs aus dem Jahr 2015, die Ehe für Schwule und Lesben zu öffnen (queer.de berichtete).

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Transmenschen als "fremdartige Ideologie"

Diskriminierungsschutz von Transsexuellen wird als "Ideologie, die fremdartig für Amerikas Geschichte und Traditionen ist", bezeichnet. Zudem wird Eltern ausdrücklich das Recht zugestanden, ihre homosexuellen Kinder zu heilen: "Wir unterstützen das Recht von Eltern, selbst zu entscheiden, was die richtige medizinische Behandlung und Therapie für ihre minderjährigen Kinder ist", heißt es wörtlich.

Ironischerweise kritisiert das Papier auch "den gegenwärtigen Präsidenten", der die Zukunft des Landes gefährde, etwa wegen der hohen Verschuldung des Landes. Freilich bezog sich der Text vor vier Jahren auf Barack Obama. Kritiker von Präsident Trump weisen aber genüsslich darauf hin, dass die Staatsverschuldung unter Trump noch einmal extrem in die Höhe geschossen ist.

Kritik und Lob von LGBTI-Republikanern

Kritik an der Beibehaltung des vier Jahre alten Wahlprogramms kam auch aus Teilen der Log Cabin Republicans, der LGBTI-Organisation der Republikaner. Jerri Ann Henry, die frühere Vorsitzende der Gruppe, bezeichnete das Papier als "eine der schlimmsten Wahlprogramme in Bezug auf LGBT-Themen."

Die republikanische Partei sendet allerdings höchst widersprüchliche Signale an sexuelle und geschlechtliche Minderheiten: 24 Stunden nach der Entscheidung, das homo- und transphobe Wahlprogramm beizubehalten, erklärte das RNC in einer Pressemitteilung: "Präsident Trump hat beispiellose Schritte unternommen, um die LGBT-Community zu schützen."

Im Text wird etwa gelobt, dass sich die Trump-Regierung international für die Entkriminalisierung von Homosexualität einsetze – allerdings wird verschwiegen, dass selbst der Präsident nach der Verkündung Anfang 2019 nichts von dieser Initiative wusste, zudem hat sie heute außer vereinzelten Lippenbekenntnissen keinerlei Ergebnisse geliefert. Unterdessen beklagen LGBTI-Aktivist*innen, dass Trump die Rechte von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten immer mehr beschneide. Erst vergangene Woche setzte sich die Regierung etwa dafür ein, die Rechte von adoptionswilligen Homosexuellen einzuschränken (queer.de berichtete). Die Log Cabin Republicans bezeichneten die Pressemitteilung trotzdem auf Twitter als "großartig". (dk)

Twitter / LogCabinGOP



#1 TomDarkProfil
  • 12.06.2020, 16:36hHamburg
  • Wie krank ist das denn - eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs für die Menschenrechte zu verurteilen und ein Faktum wieder abschaffen zu wollen?

    Vor einigen Monaten sah es noch so aus, als wenn Trump die Wiederwahl bereits in der Tasche hätte.

    Ich wünsche diesem Land, und allen Menschen, dass der Trend für Biden anhält und die Vernunft am Ende siegt!
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#2 Ralph
#3 Carsten ACAnonym
  • 13.06.2020, 12:22h
  • Es ist eindeutig deren Ziel, selbst Erreichtes wieder zurückzudrehen.

    Solche Leute dürfen nicht nochmal an die Macht kommen.

    Wenn die im Herbst wieder gewinnen, dann hat es Amerika nicht anders gewollt und auch nicht anders verdient.
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#4 DamienAnonym
#5 daVinci6667
  • 13.06.2020, 17:26h
  • Antwort auf #3 von Carsten AC
  • Naja gewonnen hat er nicht. Hillary hatte mehrere Millionen mehr Stimmen. Doch in den USA wird jeweils gar kein Präsident gewählt, sondern genau genommen nur die Wahlmänner in den 50 US-Staaten. Und die bestimmen dann den Präsidenten. Nicht wirklich einer modernen Demokratie würdig.
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#6 dellbronx51069Anonym
  • 13.06.2020, 20:38h
  • Das ist 1 zu 1 aus dem Hause Putin ( Agenda Europa)
    Auch in Deutschland wird dieser neue Adolf im Kreml von einem nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung geschätzt, ebenso wie die Methoden der roten Nazis in Peking.
    Schöne Zukunftsperspektiven!
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