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Deutsche Übersetzung bei Ullstein

Eine lesbische Liaison im Schanghai der Dreißigerjahre

Eileen Chang gilt als eine der bedeutendsten chinesischen Erzählerinnen der Moderne. Ihr Roman "Die Klassenkameradinnen" mit autobiografischen Zügen durfte erst nach ihrem Tod erscheinen.


Eileen Chang verbot die Veröffentlichung von "Die Klassenkameradinnen" zu Lebzeiten, da dieser Prosatext autobiografische Züge trägt (Bild: Ullstein Buchverlage)
  • 13. Juni 2020, 09:05h, noch kein Kommentar

Zhao Jue lebt in New York, arbeitet als Dolmetscherin für die UN. In einer Zeitschrift entdeckt sie das Foto einer ehemaligen Mitschülerin. Ihre Freundin lebt inzwischen mit ihrem deutschen Mann in Washington, es ist 1975, China und die USA nähern sich nach dem Besuch von Nixon langsam an.

Zhao Jue erinnert sich an die Schulzeit im Schanghai der Dreißigerjahre, an das sexuelle Erwachen der Freundinnen. Wie Eileen Chang überwirft sich Zhao Jue mit der Familie, widersetzt sich deren Heiratsplänen und hält sich während der japanischen Besetzung mit Schmuggel über Wasser. In Amerika begegnet sie Vorurteilen, lernt aber auch die Freiheit kennen.

Ein gefallener Engel der chinesischen Literatur


"Die Klassenkameradinnen" ist jetzt im Ullstein Buchverlag erschienen

Autorin Eileen Chang ist die bedeutendste chinesische Erzählerin der Moderne. Ende der Siebzigerjahre schrieb sie "Die Klassenkameradinnen", verbot jedoch eine Veröffentlichung zu Lebzeiten, da der Text eigene Erlebnisse verarbeitet.

Die Autorin wurde 1920 als Zhang Ailing in Shanghai geboren. Durch ihre Erzählungen und Übersetzungen u.a. von Hemingway wurde sie in den Vierzigerjahren zu einem Star der Literaturszene. Vor allem ihre oft sehr dunklen Liebesgeschichten fanden großen Zuspruch, wie die 1943 veröffentlichte Erzählung "Liebe in einer gefallenen Stadt". 1952 ging sie nach Hongkong und arbeitete bei der American News Agency. Dort entstand ihr großer Roman "Das Reispflanzerlied", zunächst auf Englisch.

1955 emigrierte sie in die USA, übersetzte dort den Roman ins Chinesische, welcher erstmals 1968 in Taiwan erschien und schrieb weitere Romane und Erzählungen. Sie geriet in ihrem Heimatland in Vergessenheit, da ihre Geschichten und ihr Erzählstil politisch nicht opportun waren. Sie starb 1995 in Los Angeles. Die Verfilmung ihrer Erzählung "Gefahr und Begierde" durch Ang Lee wurde 2007 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet und machte ihre Erzählkunst weltweit bekannt. (cw/pm)

Infos zum Buch

Eileen Chang: Die Klassenkameradinnen. Aus dem Chinesischen übersetzt von Susanne Hornfeck, Wang Jue. Roman. 96 Seiten. Ullstein Verlagsgruppe. Berlin 2020. Gebunde Ausgabe: 18,00 € (ISBN: 978-3-550-05014-5). Ebook: 15,99 € (ISBN: 978-3-843-72237-7)