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Am Jahrestag des "Pulse"-Massakers

Trump-Regierung streicht Schutz von trans Menschen

Krankenhäuser und Versicherungen in den USA dürfen trans Menschen nach einer Richtlinie des Gesundheitsministeriums die Versorgung verweigern. Joe Biden: "Donald Trumps Grausamkeit kennt wirklich keine Grenzen."


Die US-Regierung hat unter Präsident Donald Trump kontinuierlich daran gearbeitet, die Rechte von LGBTI zu schwächen (Bild: Gage Skidmore / flickr)

Die US-Regierung hat eine von Präsident Donald Trumps Vorgänger Barack Obama geschaffene Regelung zum Schutz von trans Personen vor Diskriminierung im Gesundheitswesen zurückgenommen. Die Obama-Regierung hatte die Definition von Geschlecht in einem Gesetz zum Schutz der Bürgerrechte im Gesundheitswesen 2016 über das biologische Geschlecht hinaus ausgeweitet, um alle Geschlechtsidentitäten zu erfassen.

Das Gesundheitsministerium erklärte am Freitag in einer Mitteilung, die Regierung werde nun zur Interpretation des Wortes "Geschlecht" als "männlich oder weiblich und wie von der Biologie bestimmt" zurückkehren. Die Regierung hatte den Schritt bereits im Mai 2019 angekündigt und trotz Kritik weiter verfolgt. Ein Bundesgericht hatte im letzten November gegen den Plan geurteilt, andere Bundesgerichte urteilten zugleich gegen den Diskriminierungsschutz aus der Obama-Zeit.

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Scharfe Kritik von Trans-Verbänden und Demokraten

Das National Center for Transgender Equality bezeichnete die Entscheidung der Trump-Regierung als "grausam" und "verachtenswert". Krankenhäuser, Ärzte und Versicherer könnten in der Folgen trans Menschen die Versorgung verweigern, hieß es in einer Mitteilung. Befürchtet wird von Betroffenen auch, dass Versicherer ihnen auch die Beitragssätze erhöhen könnten.

Twitter / TransEquality

Kritik kam auch von den Demokraten. Der designierte Präsidentschaftskandidat Joe Biden erklärte auf Twitter: "Donald Trumps Grausamkeit kennt wirklich keine Grenzen." Biden wies darauf hin, dass die Ankündigung der Regierung nicht nur mitten in der Corona-Pandemie kam, sondern auch am Jahrestag des Attentats auf den queeren Club "Pulse" in Orlando 2016 und mitten im Pride-Monat.

Twitter / JoeBiden

Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, sprach von einem "gefährlichen Angriff auf unsere Grundwerte Gleichheit und Gerechtigkeit" und kritisierte, dass die Regierung Diskriminierung in wesentlichen Bundesrichtlinien verankere.

Die US-Regierung hat unter Präsident Donald Trump kontinuierlich daran gearbeitet, die Rechte von LGBTI zu schwächen. Erst in der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass sie Adoptionsagenturen die Ablehnung homosexueller Eltern erlauben möchte (queer.de berichtete). Zudem hatte Trump trans Personen vom Dienst im Militär ausgeschlossen (queer.de berichtete). (cw/dpa)



#1 MazekosProfil
  • 13.06.2020, 16:10hDresden
  • Das wird ja immer besser...

    Offenbar sind in den USA 40% der Leute als Kind gegen eine Tür gelaufen und waren eine längere Zeit mit Gehirnerschütterung ohnmächtig, anders kann ich mir beim besten Willen nicht erklären wie immernoch so viele Menschen auf der Seite von Donald Trump und seiner Regierung stehen.

    Spätestens jetzt, nach BLM und der Rassismus-Debatte die es losgetreten hat, nach seiner dreisten Aussage zur Unterdrückung "konservativer" Meinung in social media, nach der Aktion vor der Kirche für ein x-beliebiges Presse Foto auf dem er wie immer gute Miene zum bösen Spiel macht und nach DIESEM brillianten Schachzug kann doch kein normal oder selbst denkender Mensch in irgendeiner Weise denken das diese Person... dieser Clown allen ernstes wählbar ist und das (angeblich) mächtigste und großartigste Land der Welt führen sollte.

    Aber offenbar gilt in den USA zumindest in Teilen die Devise: Wer Lügen säht wird blinde Wähler ernten.
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#2 MaryAnonym
  • 13.06.2020, 16:45h
  • Antwort auf #1 von Mazekos
  • Ich hab heute geweint wo ich das gelesen habe weil ich mit den vielen transmenschen in den USA mitfühle wie sie sich jetzt hintergangen fühlen. Ich hoffe viele helfen mit dass wir diesen presidenten endlich abschaffen. Wir haben youtube, facebook, instagram Wir alle können einen beitrag leisten und uns gegen dieses monster stellen. wenn er im novemer wieder gewinnt wird er uns alle zerstören wollen. Das dürfen wir nicht zulassen
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#3 Still_Ith
  • 13.06.2020, 16:46h
  • Antwort auf #1 von Mazekos
  • Wieso die auf seiner Seite stehen: Weil seine offene Einstellung pro Spaltung, pro Privilegierte, gegen alle möglichen als "anders" definierten Menschen den Leuten einfach so viel mehr zurückgibt.

    Das Recht, zu hassen und sich dafür nicht zu schämen.

    Bezeichnend fand ich das bei einer Dokumentation über Obdachlose, auch so eine Gruppe, die unter Trumps Politik erheblich leidet, u.a. weil sowas wie Mietminderungen niemals von jemandem kommen wird, der sein Geld großenteils damit verdient, Miete zu kassieren. Gab's dann Interviews dazu. Waren gerade die Leute, je weiter unten sie waren, pro Trump. Wieso?
    Weil er ihnen erlaubt, den Mexikanern für alles die Schuld zu geben und Ausländer zu hassen. Und sich selbst besser zu fühlen als Mexikaner*innen und sonstige Ausländer*innen.

    Und mehr wollen die meisten Menschen halt nicht, auch hierzulande nicht. Hauptsache, sich selbst bestätigen können, dass die Gruppe, der man selbst angehört, mehr wert ist, und das auf Rechtsbasis auch verankern kann und darf.
    Du musst den Leuten einfach nur sagen, wen sie hassen sollen, und sie darin bestärken, das auch zu tun. Das ist ein Ego-Boost, mit dem kein demokratisches Konzept jemals wird mithalten können.

    Und weil das alles so ist, geh ich für meinen Teil davon aus, dass die meisten Leute, die ihn bei der letzten Wahl wollten, wiederwählen werden. Ausgenommen vielleicht die paar Menschen, die Angehörige verloren haben und einen Zusammenhang sehen zwischen Trumps Politik und diesen Verlusten. Ansonsten ist Trumps Linie einfach nur eine, die in Deutschland auch schonmal sehr schön funktioniert hat: Den Mob auf Menschengruppen hetzen, die ihnen ohnehin schon immer suspekt waren, und sich für diese Freiheit und das Recht zur Gewalt feiern lassen.
    Was du für den amerikanischen Wahlkampf brauchst, ist nunmal, wie bei anderen Diktaturen auch, ziemlich simpel zusammengefasst: Ein klares Feindbild.
    Wenn der Kerl einen Weg finden würde, die Sklaverei wieder einzuführen - er würd's ohne mit der Wimper zu zucken tun. Und das Problem ist, dass höchstwahrscheinlich sehr viele seiner Wähler*innen damit nicht das geringste Problem hätten - sofern für sie bloß ein kleines Stückchen vom Kuchen abfällt.

    Menschen sind so.
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#4 56James35Anonym
  • 13.06.2020, 17:17h
  • Die Frage ist : Wieviel Wähler wird er mit dieser Entscheidung gewinnen / verlieren?
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#5 ClarissaAnonym
  • 13.06.2020, 17:19h
  • Macht euch bitte nichts vor: entsprechende Gesetze wären auch hierzulande möglich. Die entsprechende parlamentarische Mehrheit (CDU/AfD/FDP) gibt es bereits. Noch verhindern persönliche Eitelkeiten der Beteiligten, dass sie genutzt wird. Und da 95% der Deutschen brav das tun, was der jeweilige Herzog/König/Kaiser/Papst/Führer/ Bundeskanzler verlangt, wird er, solange die freie Fahrt für freie Bürger nicht eingeschränkt wird, diese Maßnahme unterstützen. Und der Teil der sog. LGBT-community, der mit Spahn und Grenell sympathisiert und ohnehin nie mehr wollte, als dass homosexuelle Männer heiraten dürfen, wird da ebenfalls nicht gegen auf die Straße gehen.
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#6 KaiJAnonym
#7 RyluriAnonym
  • 13.06.2020, 20:17h
  • Mal sehen wie konservative LGBT das wieder verteidigen wollen. Wie kann man sich nur so hart selbst belügen, nur um irgendwo akzeptiert zu werden?
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#8 alien humanAnonym
  • 13.06.2020, 20:22h
  • Antwort auf #3 von Still_Ith
  • Nein, nicht alle Menschen sind so.
    Es würde mir nicht im (Alp-)Traum einfallen, Donald Trump zu verteidigen. Er ist so, und viele von denen, die ihn wählen und ihn unterstützen, sind wahrscheinlich auch so. Aber nicht alle Menschen sind so.
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#9 MazekosProfil
  • 13.06.2020, 20:59hDresden
  • Antwort auf #7 von Ryluri
  • Das wird für die nicht sonderlich schwer. Gibt genug "konservative" Homosexuelle die für transsexuelle Menschen nicht viel übrig haben, siehe LGB-Alliance. Und wenn man sich mal ein bisschen länger auf Twitter aufhält kommt man, sofern man es will, schneller als einem lieb ist in Bereiche in denen sehr krude Theorien aufgestellt werden, die man mit der Kneifzange nicht anfassen möchte. Zum Beispiel George P. Bush, der solche tollen Sachen sagt wie: "Donald Trump ist das einzige was zwischen den USA und dem Sozialismus steht".
    Man muss nur wissen wie man sich die Sachen zurecht dreht und wen man am besten verteufelt. Der Rest erledigt sich von selbst.
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#10 KerzmanProfil
  • 13.06.2020, 21:51hPrinceton
  • Meine mom ist Gynäkologin in einer Gemeinschaftspraxis in New York. Alle fünf Ärzte haben vorgestern beschlossen, von ihren Trans-Patientinnen nur noch die Versicherungs-Zahlungen zu erbitten, von den Patientinnen jedoch keinerlei private Zuzahlungen (deductibles etc.); in schlimmen Zeiten ist persönliches Engagement gefragt. Ich möchte diese Entscheidung der Gemeinschafts-Praxis nicht weiter in den Himmel erheben (da meine mom daran beteiligt war), allerdings teile ich mit, daß eine Patientin so dankbar war, daß sie alle fünf Frauenärztinnen gestern zu ihrem Shabbat-Festmahl einlud. Das entspricht meiner Lebensphilosophie: nur von Gutem kommt Gutes.
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