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Weltblutspendetag

Blutkonserven werden knapp – doch Schwule dürfen weiterhin nicht spenden

Das DRK warnt zum heutigen Tag der Blutspende vor einem Engpass bei Blutkonserven. Am Montag wird in Berlin gegen das widersinnige Blutspendeverbot für homo- und bisexuelle Männer demonstriert.


"Schwules Blut" gilt in Deutschland weiterhin praktisch immer als schlechtes Blut

Zum Weltblutspende am Sonntag kommen aus ganz Deutschland Warnungen vor einem Engpass bei Blutkonserven. "Der Vorrat reicht nur für rund zwei Tage", sagte Markus Baulke, Blutspendedienst-Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mit Blick auf die Situation in Sachsen-Anhalt. In Hessen und Baden-Württemberg waren die Blutkonserven zu Pfingsten knapp. Im Ernstfall hätten sie keine 24 Stunden lang gereicht, berichtete das DRK.

In Berlin und Brandenburg schrumpfte der Vorrat am langen Feiertagswochenende um die Hälfte auf eine Menge für ein bis zwei Tage zusammen. Auch in anderen deutschen Regionen schwinden Puffer bei den Vorräten, weil Spender*innen ausbleiben.

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Diskriminierung wichtiger als Leben retten?

"Das ewig gestrige Blutspendeverbot für homo- und bisexuelle Männer fällt uns jetzt auf die Füße", erklärte Jens Brandenburg, Sprecher für LSBTI der FDP-Bundestagsfraktion, in einer Pressemitteilung zum Weltblutspendetag. Das Transfusionsgesetz müsse dringend um eine Antidiskriminierungsrichtlinie erweitert werden. "Es soll niemand sterben müssen, nur weil der mögliche Blutspender der Richtlinie zu schwul war."

Das ursprünglich komplette Blutspende-Verbot für homo- und bisexuelle Männer stammt noch aus der Zeit der frühen Aids-Krise. Derzeit müssen Männer zwölf Monate lang auf gleichgeschlechtlichen Sex verzichten, sofern sie Blut spenden wollen – es spielt dabei keine Rolle, ob jemand mit nur einem Partner oder geschützt Sex hatte oder mit mehreren oder ungeschützt. Im Fragebogen des Blutspendedienstes werden Heterosexuelle hingegen genauer nach einem sexuellen (Pseudo-)Risikoverhalten gefragt – und "Transsexuelle mit sexuellem Risikoverhalten" finden ebenfalls eine Erwähnung als eigene Gruppe.


Ausschnitt aus dem aktuellen Fragebogen des Blutspendedienstes des Bayerischen Roten Kreuzes

Union und AfD wollen am Verbot festhalten

Zuletzt hatte der Deutsche Bundestag vor zwei Wochen über Anträge von FDP und Grünen debattiert, nicht die sexuelle Identität einer Person als Ausschlusskriterium heranzuziehen, sondern das tatsächliche Risikoverhalten von Menschen, die Blut spenden wollen. In der Aussprache signalisierten SPD und Linke Unterstützung, Abgeordnete von CDU/CSU und AfD verteidigten jedoch die diskriminierende Praxis (queer.de berichtete). Der Antrag wurde in den Gesundheitsausschuss überwiesen.

In den letzten Jahren hatten einige Länder das Blutspendeverbot für homo- und bisexuelle Männer mit einer Sex-Karenzzeit eingeschränkt oder ganz aufgehoben, letzteres etwa in diesem Mai sogar in den nicht besonders queerfreundlichen Staaten Brasilien und Ungarn.

Demo am Montag und Online-Petition

Um ein Ende der Diskriminierung auch in Deutschland zu erreichen, rufen Aktivist*innen von Campact am Montag, den 15. Juni um 11 Uhr zu einer Demonstration mit einem überdimensionalen Blutstropfen vor der Bundesärztekammer in Berlin auf. Bereits im Freitag hatten rund 100 Menschen in Rostock gegen das Blutspendeverbot für homo- und bisexuelle Männer protestiert. Eine entsprechende Online-Petition auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, haben bislang über 27.000 Menschen unterzeichnet. (cw/dpa)



#1 TommAnonym
  • 14.06.2020, 08:34h
  • Genau aus diesem diskriminierenden Grund habe ich mich dazu entschlossen, meine Organe NICHT zu spenden !!
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#2 TommAnonym
  • 14.06.2020, 08:52h
  • Antwort auf #1 von Tomm
  • Und jetzt soll mir keiner mit dem Satz "Leidtragende deiner Entscheidung sind die Menschen, welche auf ein Organ warten" kommen. Statt solcher Sprüche sollten sie sich aktiv für die Streichung solcher unsinnigen, herabwürdigen Regeln einsetzen.
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#3 Sel-MaAnonym
#4 FliegenAnonym
#5 PascaleAnonym
#6 Julian SAnonym
  • 14.06.2020, 10:01h
  • Naja, wenn die aus rein ideologischen Gründen und entgegen wissenschaftlicher Fakten auf unser Blut verzichten wollen - bittesehr. Sollen sie halt ohne auskommen...

    Wenn die sich den Luxus leisten können...
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#7 TheoAnonym
  • 14.06.2020, 10:54h
  • Antwort auf #2 von Tomm
  • Aus ethischer Sicht gesehen ist das eigentlich der größte Scheiß ever, trotzdem muss ich dir recht geben.
    Handhabe ich auch so: Wer mein Blut nicht will, der bekommt auch sonst nichts von mir. Denn durch diese Organe ist immerhin auch mein Blut geflossen, daher sind sie "kontaminiert".

    Ich würde liebend gerne Blut spenden, zumal ich weiß, dass ich mit 0- die begehrteste Blutgruppe habe, aber wenn jemand aufgrund eines "Bauchgefühls" nicht will, dann hat er Pech gehabt.
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#8 Queer WolfAnonym
  • 14.06.2020, 11:03h
  • Vielleicht sollte man folgende Pflichtfelder in den Fragebogen der DSK einfügen:

    Sind Sie Mitglied folgender Parteien:
    CDU/CSU , AfD, SPD, Linke, Andere

    Sind Sie länger als einem Jahr Mitglied der oben genannten Partei:
    Ja / Nein

    In einem offiziellen Schreiben der DSK steht dann:
    Es tut uns Leid Ihnen mitteilen zu müssen, aber Sie sind für ein Jahr nicht berechtigt eine Blutspende von uns zu erhalten. Noch einen schönen Tag!
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#9 zundermxeAnonym
  • 14.06.2020, 11:21h
  • Antwort auf #6 von Julian S
  • Im Grunde teile ich Deine Einstellung.

    Doch die sind wir und wir sind die.
    Wir sollten uns von Politiker*innen keine Trennungslinien einreden lassen.

    Es ist schon sehr dramatisch und zeigt den Grad der ideologischen Verblendung von CdU/CsU und afd.
    Queer-Feindlichkeit ist weiterhin Markenkern der Union und dies lässt sich allein mit den beiden aktuellen Beispielen Blutspende und sogenannte Konversions-Therapien faktisch klar belegen.
    Das denn auch noch zu allem Überfluss aus dem Hause Spahn. Viel schädlicher kann ein schwuler Minister kaum noch agieren.
    Naja, er könnte als neuen alternativen Vornamen wohl Ernst nehmen.
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#10 SkydaddyAnonym
  • 14.06.2020, 12:21h
  • Antwort auf #6 von Julian S
  • Ich verstehe euch wirklich nicht .

    Was heißt: "wer mein Blut nicht will" ?

    Es sind nicht die Bedürftigen, die das Blut nicht wollen. Die Menschen brauchen es wie gesagt .
    Es sind die Verteiler, die ist nicht wollen, nicht die Menschen die es nötig haben .

    Ich hätte überhaupt keine Hemmungen zur Spende zu gehen und im Formular anzugeben, dass ich hetero bin .

    Da diese Regelungen wie wir uns alle einig sind unsinnig sind, kann man es so denke ich durchaus in die eigene Hand nehmen.

    Das Wäre eine Form von adäquaten zivilen Ungehorsam .

    Was ich hier in den Kommentaren lese ist IMHO nichts als zickiger Trotz, mit dem ihr immer die Falschen trefft .

    Wenn ihr dem Start einen Stinkefinger zeigen wollt, dann geh zur Blutspende und sorgt dafür, dass die Menschen die es nötig haben das Blut bekommen vorausgesetzt natürlich, dass euer Blut keine potenzielle große Gefahr für andere Menschen darstellt .

    Bei dem was ihr tut, fickt ihr dieselben Menschen, die bereits ohnehin vom Staat gefickt werden nämlich diejenigen, die Blutkonserven dringend nötig haben (und das könnt auch ihr selber sein (oder eure Liebsten)
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