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Polizeibericht

Schwules Paar nach Kneipen-Kuss mit Aschenbecher beworfen

In einer Berliner Bar kam es in der Nacht zu Sonntag zu Beleidigungen und einem Angriff auf zwei schwule Männer. Auch aus Treptow-Köpenick meldete die Polizei einen homophoben Vorfall.


Die Berliner Polizei macht anders als viele andere deutsche Polizeibehörden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in ihren Pressemitteilungen publik (Bild: markusspiske / unsplash)

Die Berliner Polizei meldete am Sonntag gleich zwei Straftaten mit offenbar homofeindlichen Hintergrund. So wurde in der Nacht zu Sonntag ein schwuler Mann in einer Kneipe im Bezirk Spandau mit einem Aschenbecher beworfen und dabei leicht verletzt.

Laut Polizeibericht sollen mehrere Gäste der Bar in der Pichelsdorfer Straße gegen 0.45 Uhr mit einem schwulen Paar in Streit geraten sein. Als die beiden Männer im Alter von 20 und 53 Jahren sich küssten, soll der 36-jährige Tatverdächtige dem 20 Jahre alten Mann einen Aschenbecher gegen den Hinterkopf geworfen und dessen Partner homophob beleidigt haben, der ihm daraufhin mit der Hand ins Gesicht geschlagen haben soll. Alarmierte Einsatzkräfte nahmen den 36-Jährigen vorläufig fest und ließen aufgrund seiner Alkoholisierung eine Blutentnahme bei ihm durchführen. Anschließend kam er wieder auf freien Fuß.

Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin führt die Ermittlungen unter anderem wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und Beleidigung. Der 53-Jährige muss sich wegen einfacher Körperverletzung verantworten. Nähere Angaben zu den Beteiligten wurden im Polizeibericht wie bei Erstmeldungen üblich nicht gemacht.

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Homophobe Beleidigung in Plänterwald

Der zweite Vorfall ereignete sich in Treptow-Köpenick. Wegen des Verdachts der homophoben Beleidigung muss sich hier eine Frau verantworten, die Samstagnacht einen Mann in Plänterwald homophob beleidigt haben soll.

Derzeitigen Erkenntnissen zufolge sollen sich zwei Männer im Alter von 23 und 44 Jahren gegen 22.45 Uhr aus bislang noch ungeklärten Gründen in der Orionstraße Ecke Am Plänterwald gestritten und anschließend geschlagen haben. Aus dem Streit heraus soll der 19-jährige Begleiter des 23-Jährigen von der 37-jährigen Tatverdächtigen, die den 44-Jährigen begleitete, homophob beleidigt und aufgefordert worden sein, die Schlägerei der beiden Männer zu beenden.

Alarmierte Einsatzkräfte nahmen die Personalien der Beteiligten auf und leiteten ein Strafermittlungsverfahren wegen homophober Beleidigung ein. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin führt auch hier die Ermittlungen.

Mehr LGBTI-feindliche Gewalt in Berlin erfasst

In Berlin werden immer mehr homo- und transfeindliche Angriffe erfasst. Wie das Antigewaltprojekt Maneo in der vergangenen Woche mitteilte, wurden ihm allein im vergangenen Jahr 559 Fälle gemeldet (queer.de berichtete). Damit erhöhte sich die Zahl um 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Davon richteten sich den Angaben zufolge 395 Taten gegen Schwule und männliche Bisexuelle. Hier betrug der Anstieg 38 Prozent. 83 Delikte hätten sich gegen trans Personen gerichtet und 47 gegen Lesben oder weibliche Bisexuelle, erklärte Maneo weiter.

Die Berliner Polizei macht anders als viele andere deutsche Polizeibehörden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in ihren Pressemitteilungen publik. Sowohl Polizei als auch Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen zudem eigene Ansprechpersonen für sexuelle und/oder geschlechtliche Minderheiten. Damit soll Homo- und Transsexuellen, die traditionell ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Stellen von Anzeigen nach LGBTI-feindlichen Übergriffen erleichtert werden. (cw/pm)

 Update  16.40h: Homo-Mahnmal erneut beschädigt

Am Wochenende kam es zu einem weiteren homofeindlichen Vorfall: Ein Unbekannter zerstörte die Sichtscheibe des Denkmals für verfolgte Homosexuelle im Berliner Tiergarten. Zum Bericht.



#1 TimonAnonym
#2 Pink FlamingoAnonym
  • 14.06.2020, 13:12h
  • Antwort auf #1 von Timon
  • Selbst wenn der Senat, in der Hauptstadt richtig reagiert, was dieser im übrigen auch tut, siehe Anzeigen gegen Homophobie werden weitergereicht an den Staatsschutz, wird es weiterhin leider nicht aufhören. So meine Befürchtung. Ich glaube eher, dass es neuerdings bei einigen Personen Schule macht mit Schwulenklatschen. Insbesonders in Gruppen und wenn durch Alkoholkonsum die Hemmschwelle sinkt. Einfach nur wiederwertig.
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#3 Homonklin_NZAnonym
  • 14.06.2020, 13:25h
  • Antwort auf #1 von Timon
  • Wohl so lange, wie die sexuelle Orientierung oder die Geschlechtsidentität kein durch die Verfassung der BRD schützenswertes Merkmal bleibt.

    Bis dahin interessiert sich die Politik einen feuchten Kehhricht
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#4 AltoAnonym
#5 PascaleAnonym
  • 14.06.2020, 13:44h
  • Jetzt schon GEFÜHLTE 2000 Homophobe verbale und körperliche Übergriffe in Berlin und das Jahr 2020 ist noch nicht vorbei. LGBTI'S sind wohl der Mühe nicht Wert das die Bundesregierung bestehende Gesetze verschärft oder zum Schutz von LGBTI'S und anderen Minderheiten Gesetze beschließt.
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#6 Drama hilft nichtAnonym
#7 GerritAnonym
  • 14.06.2020, 14:54h
  • Antwort auf #2 von Pink Flamingo
  • Es genügt nicht, nur Straftaten weiterzugeben. Wenn das bereits passiert ist, ist es schon zu spät.

    Man muss viel früher ansetzen. Es muss deutschlandweit an allen Schulen viel mehr Aufklärung geben. Wenn selbst an Grundschulen schon "schwule Sau" das häufigste Schimpfwort ist, muss das doch ein Alarmsignal sein.

    Außerdem brauchen wir endlich einen nationalen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie, den die SPD versprochen hatte, aber jetzt wieder nicht umsetzt.

    Und natürlich endlich volle rechtliche Gleichstellung. Denn solange der Staat uns diskriminiert, kann man nicht erwarten, dass die Gesellschaft das nicht tut.

    Und man könnte auch mal nachdenken, ob Gewalt gegen LGBTI nicht viel härter bestraft wird. Das mag nicht abhalten, aber es sperrt diese Leute länger weg und gibt ihnen dadurch weniger Gelegenheit für ihre Taten.
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#8 PascaleAnonym
#9 seb1983
  • 14.06.2020, 19:15h
  • Antwort auf #3 von Homonklin_NZ
  • Ein Glück dass Frauen und Männer laut Verfassung gleichgestellt sind und damit sämtliche Diskriminierung abgestellt ist.... Ironie aus.

    Wenn ich mir aber angucke wie noch immer Frauen, Kinder, alte Menschen, arme Menschen, dicke Menschen, Farbige und und und diskriminiert werden dann braucht es weitaus mehr als nur einen Plan gegen Homophobie.

    Schulen müssen wohl oder übel die Erziehungsarbeit der Eltern mit übernehmen und Kinder zu sozial verantwortungsbewussten Mitbürgern erziehen, nicht nur gegenüber Schwulen, nein gegenüber ALLEN Menschen!
    Schulen müssen Kinder neutral aufs Leben vorbereiten. Das kann man nicht Youtube und Instagram überlassen!
    Gleichzeitig würde ich mir wünschen dass auch Eltern viel stärker in die Pflicht genommen werden, Erziehung ist nicht nur Recht sondern auch PFLICHT!

    Gleichzeitig Hassrede in Politik und Medien unter Strafe stellen, Kunstfreiheit und Redefreiheit darf kein Freifahrtschein sein, ebensowenig für Sexismus wo die Grenzen immer weiter ausgetestet werden.

    Wir brauchen deutlich mehr Kapazitäten bei Gericht und Polizei, Gesetze sind schön und gut, aber sie müssen auch durchgesetzt werden. Bei vielen gilt der Rechtsstaat als zahnlose Lachnummer. Dafür müssen Gesetzte übrigens nicht mal verschärft werden.

    Leider ein Traum, aber das würde wirklich Veränderung bewirken.
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#10 Pink FlamingoAnonym