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Statistik

NRW: Anteil der gleichgeschlechtlichen Ehen sinkt um mehr als die Hälfte

Nachdem die Öffnung der Ehe Ende 2017 eine wahre Heiratswelle ausgelöst hatte, ging die Zahl der Hochzeiten unter Schwulen und Lesben im vergangenen Jahr stark zurück.


Der große Schwung der gleichgeschlechtlichen Eheschließungen ist offenbar erst einmal vorbei

2019 gab es in Nordrhein-Westfalen insgesamt 3.114 gleichgeschlechtliche und 84.362 verschiedengeschlechtliche Eheschließungen. Das teilte das Statistische Landesamt in Düsseldorf am Montag mit. Der Anteil von gleichgeschlechtlichen Eheschließungen lag damit bei 3,6 Prozent.

Im Jahr 2018 hatten das Statistikamt noch 8.221 gleichgeschlechtliche Ehen im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland gemeldet. Das entsprach einem Anteil von 8,5 Prozent (queer.de berichtete). Mehr als zwei Drittel waren Umwandlungen von eingetragenen Lebenspartnerschaften zu Ehen.

Auch 2019 machten Umwandlungen noch gut ein Drittel der gleichgeschlechtlichen Eheschließungen aus. insgesamt heirateten 1.117 homosexuelle Paare, die bereits zuvor in Deutschland verpartnert waren.

Frauen heiraten mehr, aber eher auf dem Land

Unter homosexuellen Frauen war die Eheschließung ein wenig populärer als unter Männern: Sie stellten 1.654 der gleichgeschlechtlichen Paare, was einem Anteil von 53 Prozent entspricht. Dabei zeigt sich ein Stadt-Land-Gefälle: In den beiden größten NRW-Städten Köln und Düsseldorf machten Männer 60 bzw. 62 Prozent aller gleichgeschlechtlichen Eheschließungen aus. In den meisten kleineren kreisfreien Städten oder Kreisen waren dagegen Frauen in der Überzahl. In den Kreisen Heinsberg und Kleve stellten sie etwa je 69 Prozent, im Kreis Höxter 70 Prozent und im Kreis Olpe sogar 73 Prozent.

Die niedrigere Gesamtzahl der homosexuellen Eheleute dürfte einer Normalisierung nach der ersten Begeisterung über die Ehe-Öffnung entsprechen. Ein Nachholeffekt dürfte aber immer noch im Spiel sein, da gleichgeschlechtliche Paare 2019 weiterhin bedeutend älter sind als verschiedengeschlechtliche Paare: Männer in gleichgeschlechtlichen Ehen waren durchschnittlich 46,1 Jahre alt, erstmals verheiratete Heterosexuelle dagegen nur 33,6 Jahre. Frauen waren bei ihrer ersten Ehe etwas jünger als die Männer (gleichgeschlechtlich: 43,0 Jahre, verschiedengeschlechtlich: 31,3 Jahre).

Auch die Zahl der verschiedengeschlechtlichen Eheschließungen war 2019 rückläufig, allerdings nur leicht: Die Zahl der Ja-Wörter von Mann und Frau sank um 2,3 Prozent auf 86.362. (dk)



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#1 FinnAnonym
  • 15.06.2020, 19:48h
  • Das ist nicht verwunderlich, da es anfangs einen Run darauf gab von allen Leuten, die das schon lange wollten und das jetzt endlich machen konnten.

    Jetzt wo die alle verheiratet sind, sinkt die Rate natürlich auf das normale Niveau.

    Das ist aber auch vollkommen okay so, denn das ist ja ein Recht und keine Pflicht. Das muss jedes Paar für sich selbst entscheiden.

    Aber dennoch ist es natürlich ein signifikanter Anteil. Und selbst wenn es nur ein Paar in Anspruch nähme, wäre es richtig.
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#2 Ralph
  • 16.06.2020, 10:48h
  • Um die Umwandlungen bereinigt scheint mir das sogar ein Anstieg und nicht etwa eine Reduzierung zu sein. Natürlich können sinnvollerweise nur die reinen Eheschließungen verglichen werden. Die vorher über Jahre hinweg geschlossenen Lebenspartnerschaften müssen bei einer solchen Betrachtung außen vor bleiben.
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