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Verkauf

Grindr ist jetzt wieder amerikanisch

Drei heterosexuelle Männer aus San Francisco sind die neuen Chefs des größten schwulen Datingportals der Welt.


Auf Grindr treffen sich seit 2009 schwule Männer

Grindr ist jetzt wieder eine US-Firma: Die Investorengruppe Vicente Acquisition Partners hat am Montag offiziell bekanntgegeben, 98,59 Prozent der Grindr-Anteile von der chinesischen Firma Beijing Kunlun Tech erworben zu haben. Der Kaufpreis betrug 608,5 Millionen Dollar (rund 540 Millionen Euro).

Geführt wird die Firma nun von drei heterosexuellen Männern aus der kalifornischen Homo-Metropole San Francisco, die bereits durch Investionen in anderen Tech-Unternehmen bekannt geworden sind. Jeff Bonforte wird neuer Geschäftsführer, Rick Marini wird das operative Geschäft leiten, Gary Hsueh wird Finanzchef.

Grindr war 2009 vom offen schwulen israelisch-amerikanischen Unternehmer Joel Simkhai aus Los Angeles ins Leben gerufen worden. Nach einem kometenhaften Aufstieg verkaufte er 60 Prozent der App-Anteile 2016 an die chinesische Firma Beijing Kunlun Tech, die später auch den Rest der Anteile erwarb. Insgesamt investierten die Käufer 245 Millionen Dollar (217 Millionen Euro) für Grindr, also nur 40 Prozent des jetzigen Verkaufspreises.

US-Regierung erzwang Verkauf

Die chinesischen Besitzer wurden von der US-Regierung unter Druck gesetzt, die App bis Ende Juni 2020 zu verkaufen (queer.de berichtete). Das Weiße Haus befürchtete offenbar, dass China Zugriff auf sensible Daten der täglich 4,5 Millionen Nutzer erhält.

Die neuen Besitzer sehen es nicht als Problem an, dass sie heterosexuell sind: "Ich denke, man muss nicht schwul sein, wenn man sich eine starke, gesunde, sichere LGBTQ-Community wünscht", erklärte der frisch gebackene Geschäftsführer Jeff Bonforte gegenüber dem Szenemagazin "Advocate". Er erinnerte daran, dass er gemeinsam mit Marini bei der CSD-Parade mitmarschiert sei und auch an LGBTI-Organisationen gespendet habe. Priorität habe die Sicherheit der Nutzer.

Grindr mit vielen Baustellen

Grindr hatte in den letzten Jahren immer wieder mit Problemen zu kämpfen. Erst Anfang Juni schaffte die App als Reaktion auf die "Black Lives Matter"-Bewegung Ethnie als Ausschlussmerkmal bei der User-Suche ab (queer.de berichtete). Wegen Datenskandalen warnte Stiftung Warentest vor der Nutzung von Grindr und anderen Dating-Portalen (queer.de berichtete).

Immer wieder wird Grindr auch insbesondere in homophoben Staaten dazu missbraucht, Schwule zu identifizieren und zu attackieren. Selbst in den USA gibt es derartige Fälle: Im April wurde etwa bekannt, dass homophobe Sheriffs im Bundesstaat Georgia Lockvögel auf schwule Grindr-Nutzer ansetzten, um diese festnehmen und in den Medien an den Pranger stellen zu können (queer.de berichtete). (dk)



#1 einfachnurlolAnonym
  • 18.06.2020, 14:56h
  • ich hoffe nur, dass nun, da ersichtlich ist, dass 3 hetero sexuelle Männer Grindr leiten, dieses kein böses Blut verursacht im Sinne von,

    "Diese Heten, nur auf Profit aus."

    ich mein, das mag ja sein, aber frage jetzt offen,

    3 Heterosexuelle Amis vs. China?

    so what do you say?

    I prefer ersteres.

    Vielen Dank.
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#2 mactorProfil