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Kritik von queerem Verein

Darmstadt: Rechte Verschwörungstheoretiker missbrauchen Regenbogenfahne

Impfgegner und Rechtsextreme verbreiten ihre kruden Ansichten, während neben ihnen Regenbogenfahnen wehen – die LGBTI-Community in Darmstadt ist alarmiert.


Rechtsextreme und Regenbogenfahnen? Dieses Bild bot sich am Wochenende in Darmstadt (Bild: Facebook / Vielbunt e.V.)

Der queere Darmstädter Verein Vielbunt hat davor gewarnt, dass die Regenbogenfahne von Rechtsaußen-Aktivist*innen missbräuchlich verwendet werde. So sei die Flagge am Samstag prominent und in großer Anzahl bei der Anti-Corona-Demo "Querdenken 615" gezeigt worden.

Unter dem Label "Querdenken" protestiert eine Mischung aus Rechtsextremen, Impfgegner*innen, Reichsbürger*innen und anderen Personen, denen Demokratie suspekt ist – also gerade jene Gruppen, die LGBTI-Rechte kategorisch ablehnen. Bei "Querdenken" in Darmstadt wurde von Redner*innen etwa für ein Ende der Maskenpflicht geworben und vor der "Indoktrination" von Kindern durch den Staat gewarnt. Ein Redner empörte sich beispielsweise darüber, dass der "Staat" seine Kinder dahingehend indoktriniert habe, dass er in der Corona-Krise als "ein schützenswertes Wesen" angesehen werde, "nur weil ich 'ne Erkrankung habe".

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"Skandalöse" Aneignung von queerem Symbol

Vielbunt hatte bereits am Samstag auf Facebook vor der Demonstration gewarnt, bei der auch Regenbogenfahnen verteilt worden seien. "Den vorgegaukelten Schulterschluss mit der queeren Bewegung gibt es nicht und wird es auch künftig nicht geben. Sich der Symbole der LSBT*IQ-Bewegung für fremde Zwecke zu bedienen ist irreführend und skandalös", erklärte der Verein. "Die selbsternannte Querdenken-Versammlung ist nicht queer. Sie ist nicht solidarisch. Sie steht nicht auf unserer Seite."

Heute findet auf dem Darmstädter Friedensplatz eine selbsternannte ?Querdenken?-Versammlung statt, um gegen die…

Gepostet von Vielbunt am Samstag, 13. Juni 2020
Facebook / Vielbunt

"Die wollen sich damit irgendwie weltoffen zeigen", vermutet "Vielbunt"-Chef Alexander Arnold gegenüber der Regionalzeitung "Darmstädter Echo". Offenbar strebten die Rechtsextremen ein "queerfreundliches Image" an. Er stellte aber klar: "Wer mit Rechten und Nazis auf die Straße geht, kann sich nicht hinter unserer Flagge verstecken."

Sollten am kommenden Samstag "Querdenken"-Demonstrant*innen erneut mit Regenbogenfahnen über Darmstadts Plätze ziehen, "müssen wir uns überlegen, eventuell eine Gegendemo aufzuziehen", so Arnold weiter. (dk)



#1 Alexander_FAnonym
  • 17.06.2020, 23:18h
  • Die werden auch immer unverschämter. Und das auch noch in meiner alten Heimatstadt.
    Irgendwie aber logisch: mit einer erkennbar rechten Fahne hätten sie sofort riskiert, mit Mülltonnen beworfen zu werden. Dafür kenne ich die örtliche Antifa zu gut.
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#2 Ralph
  • 18.06.2020, 13:21h
  • Antwort auf #1 von Alexander_F
  • Die Regenbogenfarben sind leider nicht gesetzlich geschützt. Aber mit der Bundesfahne gibt es ja ein ähnliches Problem. Die Rechten ziehen gerne mit dem schwarz-rot-goldenen Tuch durch die Gegend, obwohl sie den bestehenden Staat, dessen Fahne das ist, zerstören wollen. Ich denke, die allermeisten Menschen wissen, wofür der Regenbogen steht und wofür die Bundesfahne, und werden schnell merken, dass diese Typen unter der falschen Flagge segeln, um die Öffentlichkeit zu täuschen.
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#3 StaffelbergblickAnonym
  • 18.06.2020, 14:52h
  • Die Regenbogenfahne / Regenbogenfarben werden heute von verschiedenen Gruppierungen benutzt. Teilweise mit 7 Farben, anderer Reihenfolge usw. Mit Aufschrift, ohne Aufschrift. Für mich stellt sich die Frage, inwieweit wir uns haben die Möglichkeit entgehen lassen "unsere Regenbogenfahne" als Markenzeichen schützen zu lassen. Wenn ich sehe, was heute alles als Markenzeichen eingetragen wird ... wo waren "unsere schwulen Juristen" um hier gesetzliche Grundlagen zu schaffen. Dann hätten wir vielleicht die Möglichkeit unliebsame Organisationen abzumahnen :-)
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#4 ursus
  • 18.06.2020, 15:59h
  • Antwort auf #3 von Staffelbergblick
  • "Dann hätten wir vielleicht die Möglichkeit unliebsame Organisationen abzumahnen"

    Und wer bitte soll in diesem Fall "wir" sein? Vielleicht der LSVD, bei dem dann jede Nutzung genehmigt werden muss und der jede LSVD-kritische queere Organisation verklagen könnte?

    Gilbert Baker, der Erfinder der Regenbogenfahne, hat bewusst darauf verzichtet, ein Copyright zu beantragen. Das war die einzig richtige Entscheidung.
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