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Kommentare zu:
Bundessozialgericht schwächt Anrechte von trans Menschen


#1 EmmaAnonym
  • 18.06.2020, 07:45h
  • Eine FFS ist keine ""deutliche Annäherung" an weibliches Aussehen"? Absurde Argumentation.
    Und dasAargument dass cis-Frauen keine Eingriffe in der Richtung bezahlt bekommen ist auch sehr schwammig, denn es wäre doch besser wenn sowohl cis als auch trans Menschen die unter ihrem Aussehen leiden Hilfe bekommen. Psychische Leiden nimmt in der Gesellschaft wohl doch nicht so ernst.
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#2 AnonymAnonym
  • 18.06.2020, 08:16h
  • Wenn man es genau nimmt, ist es ein Widerspruch in sich. Versprochen wird zumindest eine gechlechtsangleichende Operation (allgemeine Gleichbehandlung, etc.). Daraus ergibt sich der Anspruch, unabhängig von der ständigen Rechtsprechung des BSGs aber, dass die Transperson nach der versprochenen Behandlung dem jeweils anderen Geschlecht so gleich zu kommen hat wie medizinisch nur irgend möglich.

    Das wäre meiner Meinung nach die Rechtslage - und halbgares Kassengedeckel.
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#3 audeasAnonym
  • 18.06.2020, 09:01h
  • Und da wagen es manche Leute immernoch zu behaupten, dass trans___________Menschen "Sonderrechte" wollten. Nicht einmal Menschenrechte wie für alle andere gelten!
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#4 DanielFalkAnonym
  • 18.06.2020, 09:24h
  • Zur Begründung verwiesen die Kasseler Richter*innen auch auf das Gleichbehandlungsgebot. Denn auch andere Frauen, die ihr Aussehen als nicht ausreichend weiblich empfänden, könnten für entsprechende Schönheitsoperationen kein Geld von der Krankenkasse verlangen.

    Dem ist nichts hinzuzufügen.Juristisch eine völlig richtige Entscheidung!
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#5 AltoAnonym
  • 18.06.2020, 09:40h
  • Die Krankenkassen zahlen ja auch Frauen mit flacher Brust keine Brustvergrößerung oder haarigen Frauen eine Epilation. Ich finde das Urteil in Ordnung und fair
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#6 FredericAnonym
#7 GerritAnonym
  • 18.06.2020, 10:57h
  • Da wäre jetzt der Gesetzgeber gefragt, das zu ändern.

    Aber da können wir von unserer schwarz-roten Bundesregierung nichts erwarten.
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#8 Anonyma
  • 18.06.2020, 12:44h
  • "Zur Begründung verwiesen die Kasseler Richter*innen auch auf das Gleichbehandlungsgebot. Denn auch andere Frauen, die ihr Aussehen als nicht ausreichend weiblich empfänden, könnten für entsprechende Schönheitsoperationen kein Geld von der Krankenkasse verlangen."

    Auf die Idee, dass das mit dem Gleichbehandlungsgebot auch andersrum funktionieren würde, kommt man in Kassel natürlich nicht. Und gleichzeitig wundert man sich darüber, dass bestimmte "psychische Krankheiten" wie Essstörungen, "Dysmorphophobie", "Borderline"/SVV etc. (und neuerdings wohl auch "Geschlechtsdysphorie") gerade bei jungen Frauen oftmals eine epidemischen Wellen (gerne auch "Hype" genannt) gleichende Verbreitung erreichen und schmeißt Unsummen an Geld aus dem Fenster, um diese "psychischen Krankheiten" dann mit "Psychotherapien", deren Wirksamkeit sich irgendwo im Bereich eines Placebos bewegt, zu chronifizieren - oh, hoppla - zu "behandeln". Aber hey: Warum sollte man die Ursachen behandeln [*], wenn man an den Folgeschäden mit ein bisschen pseudomedizinischer Quacksalberei so viel mehr Geld verdienen kann?

    [*] Noch besser: abschaffen - aber das würde bedeuten, dass man den Sexismus abschaffen müsste und das geht ja mal gar nicht. Wo kämen wir da hin...
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#9 Taemin
  • 18.06.2020, 13:14h
  • Ich kenne ein paar im Gesicht durchaus männlich wirkende Cisfrauen und kann die Entscheidung deshalb nachvollziehen. In dieser Sache wird die Grenze überschritten zwischen dem Notwendigen und dem Wünschenswerten. Viele Menschen sähen gerne schöner oder weiblicher oder männlicher aus. Da erscheint mir das Argument der Gleichbehandlung nicht aus der Luft gegriffen.
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#10 Girlygirl
  • 18.06.2020, 13:27h
  • Ich hätte nichts dagegen, wenn die Krankenkasse eine Gesichts OP für Trans Frauen übernimmt. Maskuline Gesichtszüge sind ja nicht immer die einzigen "maskulinen" Attribute an Trans Frauen. Vielleicht haben sie auch breitere Schultern oder eine tiefe Stimme und wenn dann noch ein maskulines Gesicht dazukommt, kann das schon sehr am Selbstbild kratzen.
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#11 ganz FrauAnonym
  • 18.06.2020, 13:59h
  • Antwort auf #6 von Frederic
  • dass Urteil ist definitiv mehr als gerecht!
    Ich bin selber in der Transition und eine GAOP und Epilation wird von der Kasse bei entsprechender Begründung selbstverständlich bezahlt! Das gehört alles zu einer erfolgreichen Therapie dazu.
    Aber man sollte es halt nicht übertreiben und einfach nur ausnutzen, wie es leider doch viel zu viele machen.
    Dann bitte sowas auch selbst bezahlen!
    Das Ganze hat dann allerdings mit einer Schwächung von Anrechten der transPersonen nichts mehr zu tun!
    Das ist nicht mehr als billige Polemik!
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#12 Oh-lalaAnonym
  • 18.06.2020, 14:26h
  • Da merkt man, dass die Richter*Innen keinerleu Ahnung vom allgemeinem Leudensdruck von Trans*Menschen haben.
    Es ist eben nicht einfach mit Cis Frauen zu vergleichen. Oder müssen die in der Gesellschaft jeden Tag aufs neue darum kämpfen auch als Frau gesehen zu werden? Das bezweifle ich stark.

    Und moment... ich kenne eine Cis Frau, die hat wegen besonderem Leidensdruck sich ihre Ohren anlegen lassen, was von der Krankenkasse bezahlt wurde. Sie wurde deswegen gemobbt, so die Begründung. Aber die Diskriminierung von Trans Frauen ist ja schließlich nicht schlimmer oder gleichwertig, wenn ich das richtig verstehe. Komisch, diese Gleichbehandlungsargumentation...
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#13 trans naysayerAnonym
  • 18.06.2020, 14:36h
  • Eine FFS (Facial Feminization Surgery) ist KEINE "kosmetische Operation"! Es geht NICHT um "Schönheits-Operationen" oder "Kosmetische Operationen".
    Diese Erkenntnis ist internationaler Standard.

    Dr. Capitán of Facialteam (World Leader in Facial Feminization Surgery) - Marbella, Andalusien, Spain:

    "Feminization is really not a cosmetic surgery or a plastic surgery, as we understand aesthetic surgery...The objective is simply to uncover the gender that has been hidden by the passage of puberty and it's hormones...it is a surgery that CONFIRMS the gender identity of the patient.

    www.youtube.com/watch?v=bI_M2LJCjqM

    Deshalb werden im Nord- und Südamerikanischen Raum ALLE angleichenden Operationen auch unter dem Begriff "Gender Confirmation Surgery" zusammengefasst. "Geschlecht Bestätigende Chirurgie".

    Nicht - wie in Deutschland - "Geschlechtsumwandlung". Im günstigsten Fall noch "Geschlechtsangleichende Chirurgie".
    Der fundamentale Unterschied in den Narrativen bezüglich "trans" und die Fachkenntnis zu "trans" offenbart sich hier dramatisch!

    Die Bezugnahme des deutschen Gerichts auf eine vermeintliche "Gleichbehandlung" mit cisgender Frauen ist daher nicht nur absurd, weil völlig abwegig, sondern zeugt - wie so oft in Deutschland - von fachlicher Unkenntnis und falschen Narrativen zum Thema "trans".
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#14 ursus
  • 18.06.2020, 15:40h
  • Antwort auf #12 von Oh-lala
  • So sehe ich das auch. Ich halte die Situation einer vermeintlich "zu männlich" aussehenden cis Frau und einer trans Frau nicht für komplett vergleichbar. Das selbe Grundproblem mag zwar beide treffen, aber in ziemlich unterschiedlicher Weise.

    Beschämend, dass es in einem angeblich queeren Forum kein selbstverständlicher Konsens ist, hier solidarisch zu sein.
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#15 MedmanAnonym
  • 18.06.2020, 16:47h
  • Antwort auf #8 von Anonyma
  • Also bei aller Verärgerung, aber das was Du über Psychotherapie schreibst ist Schwachsinn. Psychotherapie ist ein anerkanntes Therapieverfahren und wir können stolz sein in einem Land zu leben wo diese in der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt wird. Man kann sich ja mal gerne in anderen Ländern umgucken was da so im Bereich Psychotherapie und Psychiatrie existiert...

    Unabhängig davon ist es dem Gesetzgeber frei gestellt für Alle Schönheitsoperationen zu bezahlen wenn indiziert. Über die Beiträge zur Krankenversicherung braucht man sich dann aber nicht mehr zu wundern. Solange hat das Gericht recht, es gibt genug Frauen und Männer, die unter ihrem zu männlichen / zu weiblichem Aussehen leiden und sich die bekommen es nicht bezahlt.
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#16 trans naysayerAnonym
  • 18.06.2020, 17:09h
  • Antwort auf #14 von ursus
  • "Ich halte die Situation einer vermeintlich "zu männlich" aussehenden cis Frau und einer trans Frau nicht für komplett vergleichbar."

    Natürlich ist das nicht vergleichbar. Cis Frauen haben keine Testosteron-bedingte Vermännlichung des Gesichts in der Pubertät durchlaufen.

    Eine Testosteron-bedingte Pubertät führt zu GRAVIERENDEN markern, die definitiv als "männlich" gelesen werden.
    Im Wesentlichen sind das Knochenstrukturen: Eine ausgeprägte Stirn mit Augenbrauenwülsten, ein ausgeprägtes Kinn, ein deutlich kräftigerer Unterkiefer, rechtwinkelige Kieferwinkel, dominante Nase, etc.

    Eine FFS ist keine "kosmetische" oder "Schönheits-Operation".

    Es ist eine feminisierende Operation. Deshalb heisst sie auch so. Wenn es eine "Schönheits-Operation" wäre, würde das da auch stehen.

    Das ürsprüngliche Gesicht wird NICHT verändert. Es wird nicht "schöner" gemacht. Es werden lediglich die männlich gelesenen marker entfernt, die dazu führen, dass man ein Gesicht als "männlich" wahrnimmt.. Das Ergebnis ist eine weibliche Variante des zuvor "männlichen" Gesichts, die (theoretisch) sehr nah an das Gesicht der Frau herankommt, wie es sich entwickelt hätte, wenn sie keine Testosteron-bedingte Pubertät durchlaufen hätte.

    Hier findest Du in einer Vorher-Nachher-Gallerie Beispiele. Es ist beeindruckend, zu welchem dramatischen Ergebnis lediglich die Entfernung der männlich gelesenen marker führt.

    facialteam.eu/facial-feminization-surgery-before-after/

    Leider befürchte ich, dass die Klage hier wieder sehr dilettantisch geführt wurde.
    Bei entsprechender Klage-Begründung und Argumentation wäre es dem Gericht nicht möglich gewesen, sich am Ende in seiner Urteilsbegründung auf den "Gleichbehandlungsgrundsatz zu cis Frauen" (der hier aus naheliegenden Gründen gar nicht gegeben sein kann!) und auf "Kosmetik" zu berufen.

    @Anonyma hat es bereits mit ihrem ersten Satz auf den Punkt gebracht:
    "Auf die Idee, dass das mit dem Gleichbehandlungsgebot auch andersrum funktionieren würde, kommt man in Kassel natürlich nicht."

    Stattdessen folgt hier ein deutsches Gericht in Wahrheit wieder dem deutschen Grundsatz: Gleiches muss gleich und Ungleiches ungleich behandelt werden.

    ...natürlich wieder mit entsprechend scheinheiliger Argumentation.

    Die Ursache dafür sind die falschen Narrative zu "trans" in Deutschland, die sich hier erwartungsgemäss auch wieder in den Kommentaren offenbaren.

    Jeden Tag blicken Hunderte Menschen in Dein Gesicht und identifizieren Dich aufgrund Deiner features binnen Sekundenbruchteilen als Mann oder Frau. Was unter Deinem Rock ist, interessiert dabei niemanden.
    Die FFS halte ich für die Wichtigste Operation bei trans Frauen!

    Because the face is the mirror of the soul!

    (u.a. ist genau auch das der Sinn von Pubertätsblockern, wenn es darum geht, die Vermännlichung des Gesichts bei Mädchen von vornherein zu verhindern)
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#17 AltoAnonym
  • 18.06.2020, 17:28h
  • Antwort auf #10 von Girlygirl
  • Man muss hier aber auch klar sagen, dass es auch cis Männer und Frauen gibt, die für ihr Geschlecht zu männlich oder zu weiblich aussehen und auch darunter leiden. Der Gleichbehandlungsgrundsatz müsste hier dann sagen: Entweder man übernimmt die Kosten für Schönheitsoperationen für alle Betroffenen oder für niemanden. Eine Epilation der Barthaare für Transfrauen wird meistens von den Krankenkassen sogar übernommen, wenn man gut darlegt, wie positiv das für einen ist. Eine Brustvergrößerung von D auf DD auf Krankenkassen Kosten ist eher unwahrscheinlich.
    Das Gesundheitssystem in Deutschland ist weltweit eines der Besten, muss man fairerweise hier auch sagen und die Kritik überzogen. Über Zuschüsse für kosmetische Operationen können wir reden, wenn die Betroffene glaubhaft darlegen kann, dass es für ihre psychisch Gesundheit förderlich ist präventiv Depression oder ähnliches vorbeugt.
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#18 ElfolfProfil
  • 18.06.2020, 19:11hHamburg
  • Irgendwie scheinen einige hier nicht zu Wissen, was eine gesetzliche Krankenkasse ist, wer die Beiträge bezahlt und welcher Leistungsumfang besteht. Alles, was über die Grundversorgung hinausgeht, muss selbst bezahlt oder extra versichert werden. Es darf nicht sein, das die maximale Operation ausschließlich von Arbeitern und Angestellten finanziert werden soll, die selbst ihre Brille, den größten Teil ihres Zahnersatz und viele andere wichtige Behandlungen selbst aufbringen müssen.
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#19 KölnfischAnonym
  • 18.06.2020, 20:46h
  • Laut Bundeskanzlerin Angela Merkel ist Deutschland ein Land, in dem "wir" (?) gut und gerne leben. Diese Bemerkung dürften die meisten queeren Menschen mit Erstaunen zur Kenntnis nehmen. Insbesondere wohl Transmenschen,
    deren Anzahl wohl kaum in die Hunderttausende gehen dürfte, für deren gesundheitliche Belange aber offenbar kein Geld da ist. Das wäre wohl da,
    wenn es in Deutschland nicht aktuell 105 gesetzliche Krankenkassen gäbe, deren Vorstände und Aufsichtsräte und Beiräte und Verwaltungsräte und sonstige Zierräte durch ihre Bezahlung gewiss jährliche Kosten in einem höheren zweistelligen Euro-Millionenbetrag verursachen. Eine einzige Krankenkasse für alle ist die beste Versicherung.
    Dann könnte auch Transmenschen das Leben ein bisschen besser gemacht werden.
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#20 Anonyma
  • 19.06.2020, 00:10h
  • Antwort auf #15 von Medman
  • "Psychotherapie ist ein anerkanntes Therapieverfahren [...]"

    ... das auf einem sehr wackeligen Fundament gebaut ist:

    onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/acps.12713

    www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0092656616302
    410


    www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4592653/

    Aber die schreiben ganz bestimmt auch alle nur Schwachsinn, nicht wahr?

    "[...] und wir können stolz sein in einem Land zu leben wo diese in der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt wird."

    What? Wir können "stolz" sein? Bitte nimm es mir nicht übel, aber diese Deine Aussage wirkt in meinen Augen dann doch irgendwie - ähm - behandlungsbedürftig... Vielleicht probierst Du es tatsächlich mal mit "Psychotherapie"? Du scheinst da ja dran zu glauben... Alternativ würde ich sonst OxyMoronic vorschlagen. Aber Vorsicht, das hat heftige Nebenwirkungen:

    www.youtube.com/watch?v=ohguwyFECHI

    "Unabhängig davon ist es dem Gesetzgeber frei gestellt für Alle Schönheitsoperationen zu bezahlen wenn indiziert. Über die Beiträge zur Krankenversicherung braucht man sich dann aber nicht mehr zu wundern."

    Es bringt zwar vermutlich eh nix, aber trotzdem nochmal der Hinweis: Es geht hier nicht um "Schönheitsoperationen". Und ja, natürlich: Wenn man bei seiner Milchbubenrechnung die vermiedenen Folgekosten (z.B. für Langzeit-"Psychotherapie"...) weglässt, dann kann man auf die Idee kommen, dass die Krankenkassenbeiträge in utopische Höhen steigen werden. Alternativ könnte man aber auch einfach mal realistisch rechnen.
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#21 ColonelAnonym
  • 19.06.2020, 00:18h
  • Antwort auf #19 von Kölnfisch
  • Also, in meinem queeren Umfeld versetzt das nun wirklich niemanden in Erstaunen. Im Gegenteil: Deutschland ist, bei all seinen Fehlern, eines der lebenswertesten Länder der Welt und bietet ein sozialstaatliches Sicherungsnetz, dass in Umfang und Tiefe (zum Teil deutlich) über dem liegt, was in anderen Industriestaaten vergleichbarer Größe an der Tagesordnung ist. Vom Rest der Welt ganz zu schweigen. Dafür kann und sollte man auch einfach einmal dankbar sein.

    Was mein Umfeld indes immer wieder erstaunt, ist die Chuzpe, mit der es von denjenigen in Geiselhaft genommen wird, die es zu vertreten vorgeben. Die ständig von Solidarität reden, aber damit nur Partikularinteressen meinen. Und die, selbst in Fällen wie diesem, meinen, die alleinige Interpretationshoheit gepachtet zu haben. Ich und viele andere halten das Urteil des BSG nämlich weder für rechtlich noch für moralisch fehlerhaft - sondern für völlig korrekt und vertretbar.
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#22 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 19.06.2020, 01:38h
  • Ich sehe darin keine Schwächung unserer Rechte, oder der anderer Frauen, sondern eher Rechtssicherheit für alle Beteiligten.
    Vielmehr sollte der Gesetzgeber darüber nachdenken, die Hürden für transsexuelle Kinder nicht so hoch anzusiedeln wie bisher, und auch darüber, ob es bei kosmetischen Operationen nicht sinnvoller wäre, andere Regeln einzuführen. Regeln, die nicht auf die Transsexualität, sondern den Leidensdruck Betroffener abzielen, und auch darauf, wie sie mit "männlichem Gesicht" als Frauen wahrgenommen werden.
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#23 nickiAnonym
  • 19.06.2020, 08:38h
  • Antwort auf #21 von Colonel
  • Nun bald tritt ja die S3 Richtlinie in Kraft und Behandlungssuchenden sollen auch FFS ermöglicht werden.
    Und es geht natürlich nicht um Kosmetik sondern darum, die Schäden der "falschen" Pubertät zu vermindern,. und je mehr Passing (auch ohne fett Makeup, ist ja so alltagstauglich), desto weniger clocking, weniger diskriminierung etc.

    Übrigens ist Deutschland im Rainbow Index auf Platz 16
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#24 SolanaceaeAnonym
  • 19.06.2020, 09:28h
  • Antwort auf #4 von DanielFalk
  • Ich bin selbst Trans*.
    Und ja, ich finde die Entscheidung richtig. Wir Trans* Menschen sind gewohnt "Oh, mein Körper gefällt mir nicht. Mein gesicht nicht, meine Hände nicht, meine durch die HRT gewachsene Brust nicht, mein Hintern nicht, ..." Und erwarten wie selbstverständlich dass die Krankenkasse alles übernimmt.

    Bitte nicht falsch verstehen. Einer Trans* Frau mit starker dysphorie einen geschlechtsangleichende OP zu bezahlen ist vollkommen richtig und überlebenswichtig. Bei dem Brustaufbau bin ich schon gespalten. Es gibt so viele CIS Frauen da draußen die auch nicht einmal Körbchengröße A haben. Denen wird auch kein Aufbau bezahlt. Und ja, die Leiden auch da drunter, genau wie wir Trans* Frauen (Ich habe nicht einmal AA erreicht)

    Und geht mal in die Städte und schaut in die Geischter der Frauen. So viele Frauen haben kanntige gesichter. So viele Frauen fühlen sich hässlich, nicht feminin genug. Und keine bekommt eine FFS bezahlt.

    Meiner Meinung nach muss es ein fundamental anderes Rollenbild in den Medien geben. Wir müssen endlich all die Models und Schönheiten von den Plakaten und aus den Serien verbannen und ganz normale Frauen da rein setzen. Dann bekommen wir Menschen auch ein anderes Verständniss davon was Weiblihckeit ist.

    Ich empfehle hierzu den Film Embrace. Fast keine Frau empfindet sich als schön. Das muss sich ändern!
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#25 StaffelbergblickAnonym
  • 19.06.2020, 12:01h
  • Antwort auf #13 von trans naysayer
  • "Dr. Capitán of Facialteam (World Leader in Facial Feminization Surgery) - Marbella, Andalusien, Spain:" .... und ich wurde neugierig. Dieser "Schönheitschirurg" betreibt in Marbella einen Klinikbetrieb zur operativen Behandlung bei Problemen zum Aussehen. Hierbei Eingriffe im Gesichtsbereich einschließlich der Kiefer. Außerdem neovaginale Eingriffe. Ich bin jetzt hemmungslos bösartig: Aber einen "World Leader ...." - in was auch immer mit Privatklinikbetrieb in Marbella - mit dem allgemeinen Klinikbetrieb sonstwo gleichzusetzen ist nichts anders als den Lebensstil von Alexis und Blake Carrington auf die Allgemeinheit zu übertragen. Welche Ölfelder dürfens denn heute sein????
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#26 saudeaAnonym
#27 trans naysayerAnonym
  • 19.06.2020, 14:23h
  • Antwort auf #25 von Staffelbergblick
  • ""World Leader ...." - in was auch immer mit Privatklinikbetrieb in Marbella - mit dem allgemeinen Klinikbetrieb sonstwo gleichzusetzen ist nichts anders als den Lebensstil von Alexis und Blake Carrington auf die Allgemeinheit zu übertragen.

    Erwartungsgemäss driftet das Thema Facial Gender Confirmation Surgery trotz aller Erklärungen irrational in "Schönheits-Operationen" und letztendlich in eine "Deutsche Diskussion" ab. Ich bin nicht deutsch, das ist nicht meine Angelegenheit und betrifft mich auch nicht.
    Daher abschliessend kurz:

    1. Eine FFS wird in KEINEM Land der Welt von einer Krankenkasse bezahlt. Weltweit nicht. Nirgendwo. Daraus folgt zwangsläufig, dass ein "allgemeiner Klinikbetrieb" nicht an der Ausübung einer FFS interessiert ist und auch nicht daran, sich das extrem komplexe Wissen dazu anzueignen. Noch weniger daran, dieses Wissen überhaupt erst empirisch zu entwickeln und zu erschaffen. In Konsequenz bedeutet das, dass nur der privat-medizinische Bereich bleibt. Ist eigentlich ganz einfach.

    2. Da Du so gründlich zu @Facialteam recherchiert hast, wirst Du sicher auch wissen, dass @Facialteam AUF INITIATIVE und unter AKTIVER MITWIRKUNG von Transfrauen aus aller Welt gegründet wurde. Unsere Expertise war und ist bis heute entscheidend. Wir sind involviert.

    3. Seit 10 Jahren kämpft @Facialteam aktiv auf internationalem Parkett darum, dass eine FFS in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen wird. Es wäre daher wünschenswert gewesen, wenn dieser Prozess vor einem deutschen Gericht nicht so dilettantisch sondern professionell geführt worden wäre. Aber offensichtlich hat dort wieder einmal nur jemand "für sich" und als "Einzelfall" gekämpft. Bedauerlich.

    4. Nach Deiner gründlichen Recherche bist Du sicher auch über die @Facialteam Foundation informiert, die es Transfrauen mit fehlenden Ressourcen und prekärer Lebenslage ermöglicht, eine FFS an ihrer statt zu finanzieren und zugänglich zu machen. Free of charge. Das betrifft Transfrauen in besonders gefährlichen Lebenslagen - diese Kriterien erfüllen Transfrauen aus dem süd-amerikanischen Raum.

    facialteam.eu/blog/ffs-surgery/facialteam-foundation-transge
    nder-surgery/


    5. @Facialteam hat seinen Sitz in Marbella, Andalusien, Spanien und São Paulo, Brasilien.
    Brasilien hat einen Gender Recognition Act. Die unabhängige spanische Teilrepublik Andalusien hat den argentinischen Gender Recognition Act adaptiert und übernommen.
    @Facialteam - inkl. der staff - hat von Anfang an aktiv und WELTWEIT für die Ent-Pathologisierung von Trans gekämpft.
    Man kann nur dort frei, innovativ und kreativ arbeiten und Neues erschaffen, wo es auch gesetzlich festgelegte Freiheit gibt.

    "Welche Ölfelder dürfens denn heute sein????"

    Das ist keine Frage von Ölfeldern, sondern eine Frage der unterschiedlichen Kultur und des eigenen positiven Selbstbildes.
    In den Ethnizitäten, aus denen wir stammen, gab es zu keiner Zeit in der Geschichte das weisse binäre Geschlechter-Konstrukt. Wir hatten immer eine eigene Kultur. Das ist auch in die Kultur der süd-amerikanischen Trans-Communities eingeflossen und hat unsere communities geprägt.

    Wir wissen, was Eigeninitiative und Selbstverantwortung ist. Wir erschaffen unsere Strukturen selbst.

    Wir haben uns nie über den pathologischen Psychiatrie-Narrativ der Sexualmedizin definiert - noch der Psychiatrie die Definitionshoheit über uns überlassen.

    Freiheit hat wie alles auf der Welt ihren Preis. Die wenigsten sind bereit, ihn zu zahlen. Sie wählen lieber die Sicherheit. Wie alles auf der Welt hat aber auch die Sicherheit ihren Preis: Man bezahlt mit seiner Freiheit.

    Wie wäre es mit Arbeiten(!) anstelle von Ölfeldern-?

    Dann ist man am Ende auch unabhängig von einer "Sexualmedizin" und von so called "Psychologen" und anderen Scharlatanen. Dann klappt es auch mit der Selbstbestimmung und der selbstbestimmten Transition.
    Surprise: Sogar mit einem selbstbestimmten Leben.

    Man muss nur bereit sein, den Preis dafür zu zahlen. Oder nicht.
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#28 trans naysayerAnonym
  • 19.06.2020, 14:52h
  • Antwort auf #27 von trans naysayer
  • "Wie wäre es mit Arbeiten(!) anstelle von Ölfeldern-?"

    Damit ist das Erarbeiten EIGENER und SELBST-BESTIMMTER community-Strukturen gemeint,. Unabhängig. Und selbstverständlich auf professionellem Niveau.

    Man kann sich jedoch auch weiterhin auf eine so called "Allgemeinheit" verlassen. Wer oder was auch immer diese abstrakte "Deutsche Allgemeinheit" auch sein mag. We don't care.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #27 springen »
#29 N8EngelProfil
#30 FionaAnonym

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