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Kommentare zu:
Bundessozialgericht schwächt Anrechte von trans Menschen


#11 ganz FrauAnonym
  • 18.06.2020, 13:59h
  • Antwort auf #6 von Frederic
  • dass Urteil ist definitiv mehr als gerecht!
    Ich bin selber in der Transition und eine GAOP und Epilation wird von der Kasse bei entsprechender Begründung selbstverständlich bezahlt! Das gehört alles zu einer erfolgreichen Therapie dazu.
    Aber man sollte es halt nicht übertreiben und einfach nur ausnutzen, wie es leider doch viel zu viele machen.
    Dann bitte sowas auch selbst bezahlen!
    Das Ganze hat dann allerdings mit einer Schwächung von Anrechten der transPersonen nichts mehr zu tun!
    Das ist nicht mehr als billige Polemik!
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#12 Oh-lalaAnonym
  • 18.06.2020, 14:26h
  • Da merkt man, dass die Richter*Innen keinerleu Ahnung vom allgemeinem Leudensdruck von Trans*Menschen haben.
    Es ist eben nicht einfach mit Cis Frauen zu vergleichen. Oder müssen die in der Gesellschaft jeden Tag aufs neue darum kämpfen auch als Frau gesehen zu werden? Das bezweifle ich stark.

    Und moment... ich kenne eine Cis Frau, die hat wegen besonderem Leidensdruck sich ihre Ohren anlegen lassen, was von der Krankenkasse bezahlt wurde. Sie wurde deswegen gemobbt, so die Begründung. Aber die Diskriminierung von Trans Frauen ist ja schließlich nicht schlimmer oder gleichwertig, wenn ich das richtig verstehe. Komisch, diese Gleichbehandlungsargumentation...
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#13 trans naysayerAnonym
  • 18.06.2020, 14:36h
  • Eine FFS (Facial Feminization Surgery) ist KEINE "kosmetische Operation"! Es geht NICHT um "Schönheits-Operationen" oder "Kosmetische Operationen".
    Diese Erkenntnis ist internationaler Standard.

    Dr. Capitán of Facialteam (World Leader in Facial Feminization Surgery) - Marbella, Andalusien, Spain:

    "Feminization is really not a cosmetic surgery or a plastic surgery, as we understand aesthetic surgery...The objective is simply to uncover the gender that has been hidden by the passage of puberty and it's hormones...it is a surgery that CONFIRMS the gender identity of the patient.

    www.youtube.com/watch?v=bI_M2LJCjqM

    Deshalb werden im Nord- und Südamerikanischen Raum ALLE angleichenden Operationen auch unter dem Begriff "Gender Confirmation Surgery" zusammengefasst. "Geschlecht Bestätigende Chirurgie".

    Nicht - wie in Deutschland - "Geschlechtsumwandlung". Im günstigsten Fall noch "Geschlechtsangleichende Chirurgie".
    Der fundamentale Unterschied in den Narrativen bezüglich "trans" und die Fachkenntnis zu "trans" offenbart sich hier dramatisch!

    Die Bezugnahme des deutschen Gerichts auf eine vermeintliche "Gleichbehandlung" mit cisgender Frauen ist daher nicht nur absurd, weil völlig abwegig, sondern zeugt - wie so oft in Deutschland - von fachlicher Unkenntnis und falschen Narrativen zum Thema "trans".
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#14 ursus
  • 18.06.2020, 15:40h
  • Antwort auf #12 von Oh-lala
  • So sehe ich das auch. Ich halte die Situation einer vermeintlich "zu männlich" aussehenden cis Frau und einer trans Frau nicht für komplett vergleichbar. Das selbe Grundproblem mag zwar beide treffen, aber in ziemlich unterschiedlicher Weise.

    Beschämend, dass es in einem angeblich queeren Forum kein selbstverständlicher Konsens ist, hier solidarisch zu sein.
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#15 MedmanAnonym
  • 18.06.2020, 16:47h
  • Antwort auf #8 von Anonyma
  • Also bei aller Verärgerung, aber das was Du über Psychotherapie schreibst ist Schwachsinn. Psychotherapie ist ein anerkanntes Therapieverfahren und wir können stolz sein in einem Land zu leben wo diese in der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt wird. Man kann sich ja mal gerne in anderen Ländern umgucken was da so im Bereich Psychotherapie und Psychiatrie existiert...

    Unabhängig davon ist es dem Gesetzgeber frei gestellt für Alle Schönheitsoperationen zu bezahlen wenn indiziert. Über die Beiträge zur Krankenversicherung braucht man sich dann aber nicht mehr zu wundern. Solange hat das Gericht recht, es gibt genug Frauen und Männer, die unter ihrem zu männlichen / zu weiblichem Aussehen leiden und sich die bekommen es nicht bezahlt.
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#16 trans naysayerAnonym
  • 18.06.2020, 17:09h
  • Antwort auf #14 von ursus
  • "Ich halte die Situation einer vermeintlich "zu männlich" aussehenden cis Frau und einer trans Frau nicht für komplett vergleichbar."

    Natürlich ist das nicht vergleichbar. Cis Frauen haben keine Testosteron-bedingte Vermännlichung des Gesichts in der Pubertät durchlaufen.

    Eine Testosteron-bedingte Pubertät führt zu GRAVIERENDEN markern, die definitiv als "männlich" gelesen werden.
    Im Wesentlichen sind das Knochenstrukturen: Eine ausgeprägte Stirn mit Augenbrauenwülsten, ein ausgeprägtes Kinn, ein deutlich kräftigerer Unterkiefer, rechtwinkelige Kieferwinkel, dominante Nase, etc.

    Eine FFS ist keine "kosmetische" oder "Schönheits-Operation".

    Es ist eine feminisierende Operation. Deshalb heisst sie auch so. Wenn es eine "Schönheits-Operation" wäre, würde das da auch stehen.

    Das ürsprüngliche Gesicht wird NICHT verändert. Es wird nicht "schöner" gemacht. Es werden lediglich die männlich gelesenen marker entfernt, die dazu führen, dass man ein Gesicht als "männlich" wahrnimmt.. Das Ergebnis ist eine weibliche Variante des zuvor "männlichen" Gesichts, die (theoretisch) sehr nah an das Gesicht der Frau herankommt, wie es sich entwickelt hätte, wenn sie keine Testosteron-bedingte Pubertät durchlaufen hätte.

    Hier findest Du in einer Vorher-Nachher-Gallerie Beispiele. Es ist beeindruckend, zu welchem dramatischen Ergebnis lediglich die Entfernung der männlich gelesenen marker führt.

    facialteam.eu/facial-feminization-surgery-before-after/

    Leider befürchte ich, dass die Klage hier wieder sehr dilettantisch geführt wurde.
    Bei entsprechender Klage-Begründung und Argumentation wäre es dem Gericht nicht möglich gewesen, sich am Ende in seiner Urteilsbegründung auf den "Gleichbehandlungsgrundsatz zu cis Frauen" (der hier aus naheliegenden Gründen gar nicht gegeben sein kann!) und auf "Kosmetik" zu berufen.

    @Anonyma hat es bereits mit ihrem ersten Satz auf den Punkt gebracht:
    "Auf die Idee, dass das mit dem Gleichbehandlungsgebot auch andersrum funktionieren würde, kommt man in Kassel natürlich nicht."

    Stattdessen folgt hier ein deutsches Gericht in Wahrheit wieder dem deutschen Grundsatz: Gleiches muss gleich und Ungleiches ungleich behandelt werden.

    ...natürlich wieder mit entsprechend scheinheiliger Argumentation.

    Die Ursache dafür sind die falschen Narrative zu "trans" in Deutschland, die sich hier erwartungsgemäss auch wieder in den Kommentaren offenbaren.

    Jeden Tag blicken Hunderte Menschen in Dein Gesicht und identifizieren Dich aufgrund Deiner features binnen Sekundenbruchteilen als Mann oder Frau. Was unter Deinem Rock ist, interessiert dabei niemanden.
    Die FFS halte ich für die Wichtigste Operation bei trans Frauen!

    Because the face is the mirror of the soul!

    (u.a. ist genau auch das der Sinn von Pubertätsblockern, wenn es darum geht, die Vermännlichung des Gesichts bei Mädchen von vornherein zu verhindern)
  • Antworten » | Direktlink » | zu #14 springen »
#17 AltoAnonym
  • 18.06.2020, 17:28h
  • Antwort auf #10 von Girlygirl
  • Man muss hier aber auch klar sagen, dass es auch cis Männer und Frauen gibt, die für ihr Geschlecht zu männlich oder zu weiblich aussehen und auch darunter leiden. Der Gleichbehandlungsgrundsatz müsste hier dann sagen: Entweder man übernimmt die Kosten für Schönheitsoperationen für alle Betroffenen oder für niemanden. Eine Epilation der Barthaare für Transfrauen wird meistens von den Krankenkassen sogar übernommen, wenn man gut darlegt, wie positiv das für einen ist. Eine Brustvergrößerung von D auf DD auf Krankenkassen Kosten ist eher unwahrscheinlich.
    Das Gesundheitssystem in Deutschland ist weltweit eines der Besten, muss man fairerweise hier auch sagen und die Kritik überzogen. Über Zuschüsse für kosmetische Operationen können wir reden, wenn die Betroffene glaubhaft darlegen kann, dass es für ihre psychisch Gesundheit förderlich ist präventiv Depression oder ähnliches vorbeugt.
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#18 ElfolfProfil
  • 18.06.2020, 19:11hHamburg
  • Irgendwie scheinen einige hier nicht zu Wissen, was eine gesetzliche Krankenkasse ist, wer die Beiträge bezahlt und welcher Leistungsumfang besteht. Alles, was über die Grundversorgung hinausgeht, muss selbst bezahlt oder extra versichert werden. Es darf nicht sein, das die maximale Operation ausschließlich von Arbeitern und Angestellten finanziert werden soll, die selbst ihre Brille, den größten Teil ihres Zahnersatz und viele andere wichtige Behandlungen selbst aufbringen müssen.
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#19 KölnfischAnonym
  • 18.06.2020, 20:46h
  • Laut Bundeskanzlerin Angela Merkel ist Deutschland ein Land, in dem "wir" (?) gut und gerne leben. Diese Bemerkung dürften die meisten queeren Menschen mit Erstaunen zur Kenntnis nehmen. Insbesondere wohl Transmenschen,
    deren Anzahl wohl kaum in die Hunderttausende gehen dürfte, für deren gesundheitliche Belange aber offenbar kein Geld da ist. Das wäre wohl da,
    wenn es in Deutschland nicht aktuell 105 gesetzliche Krankenkassen gäbe, deren Vorstände und Aufsichtsräte und Beiräte und Verwaltungsräte und sonstige Zierräte durch ihre Bezahlung gewiss jährliche Kosten in einem höheren zweistelligen Euro-Millionenbetrag verursachen. Eine einzige Krankenkasse für alle ist die beste Versicherung.
    Dann könnte auch Transmenschen das Leben ein bisschen besser gemacht werden.
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#20 Anonyma
  • 19.06.2020, 00:10h
  • Antwort auf #15 von Medman
  • "Psychotherapie ist ein anerkanntes Therapieverfahren [...]"

    ... das auf einem sehr wackeligen Fundament gebaut ist:

    onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/acps.12713

    www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0092656616302
    410


    www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4592653/

    Aber die schreiben ganz bestimmt auch alle nur Schwachsinn, nicht wahr?

    "[...] und wir können stolz sein in einem Land zu leben wo diese in der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt wird."

    What? Wir können "stolz" sein? Bitte nimm es mir nicht übel, aber diese Deine Aussage wirkt in meinen Augen dann doch irgendwie - ähm - behandlungsbedürftig... Vielleicht probierst Du es tatsächlich mal mit "Psychotherapie"? Du scheinst da ja dran zu glauben... Alternativ würde ich sonst OxyMoronic vorschlagen. Aber Vorsicht, das hat heftige Nebenwirkungen:

    www.youtube.com/watch?v=ohguwyFECHI

    "Unabhängig davon ist es dem Gesetzgeber frei gestellt für Alle Schönheitsoperationen zu bezahlen wenn indiziert. Über die Beiträge zur Krankenversicherung braucht man sich dann aber nicht mehr zu wundern."

    Es bringt zwar vermutlich eh nix, aber trotzdem nochmal der Hinweis: Es geht hier nicht um "Schönheitsoperationen". Und ja, natürlich: Wenn man bei seiner Milchbubenrechnung die vermiedenen Folgekosten (z.B. für Langzeit-"Psychotherapie"...) weglässt, dann kann man auf die Idee kommen, dass die Krankenkassenbeiträge in utopische Höhen steigen werden. Alternativ könnte man aber auch einfach mal realistisch rechnen.
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