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"Gendern" in Baden-Württembergs Schulen

Geschlechtergerechte Sprache: "Placebo" oder Beitrag zur Gleichstellung?

Soll die geschlechtergerechte Sprache an den Schulen eine größere Rolle spielen? Ja, denn Sprache schafft Realitäten, sagen die einen. Nein, denn das bringt die Gleichstellung nicht voran, sagen die anderen.


Wie man in der deutschen Sprache mit den Geschlechtern umgeht, hat sich inzwischen zum Kulturkampf entwickelt (Bild: geralt / pixabay)

"Schülerinnen und Schüler", "Schüler*innen", "Schüler_innen" oder einfach nur "Lernende"? Geschlechtergerechte Sprache kann kompliziert sein und erregt die Gemüter – auch hier bei queer.de. Soll das "Gendern" stärker im Unterricht thematisiert werden? Darüber gehen die Ansichten auseinander, besonders im Mutterland der deutschen "Demo für alle", im grün-schwarz regierten Baden-Württemberg.

"Die gendergerechte Sprache allein ist ein Placebo", findet Kultusministerin Susanne Eisenmann, die 2021 als CDU-Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl ins Rennen gehen will. "Die Frage, ob ein Wort jetzt mit einem Sternchen oder einem Unterstrich geschrieben wird, bringt uns beim Thema Gleichstellung nicht weiter." Viel wichtiger sei ihr, dass die Menschen danach leben, als nur formal richtig zu schreiben. Diversität spiele in vielen Bereichen eine entscheidende Rolle, betont die Ministerin. Gerade bei Unternehmen seien unterschiedlich zusammengesetzte Gruppen immer wichtiger, "weil es eine Bereicherung ist".

Twitter / AlmutSchnerring

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LGBTI-Aktivist: Für diskriminierungsarme Sprache sensbilisieren

Christoph Alms vom Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg sieht dagegen Handlungsbedarf in Schule und Unterricht: Nicht nur Lernende, sondern auch Lehrkräfte und Schulleitungen sollten für vielfältige Lebensweisen und diskriminierungsarme Sprache sensibilisiert werden. "Sprache bildet nicht nur die gelebte Realität ab, sie schafft auch Realitäten." Das Netzwerk ist ein Dachverband von mehr als 110 queeren Gruppen im Südwesten.

Alms hält konkrete Regelungen für sinnvoll. Geschlechtergerechte Sprache berge durchaus Stolperfallen – wie Sprache allgemein mit ihren zahlreichen Regeln zu Rechtschreibung und Grammatik.

An den Schulen in Baden-Württemberg gibt es keine Vorgaben an die Lehrkräfte, wie mit Schreibweisen wie Genderstern oder -gap umzugehen ist. Laut Ministerin Eisenmann braucht es die auch nicht: "Ich habe nie Problemanzeigen oder Rückmeldungen bekommen, wonach es da Handlungsbedarf gibt."


Susanne Eisenmann ist seit 2016 Kultusministerin im zweiten Kabinett von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bild: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg)

Der Philologenverband Baden-Württemberg hält tendenziell wenig vom "Gendern" – was wenig verwundert, da der Verband schon Probleme damit hat, Schwule und Lesben zu akzeptieren: 2014 warnte etwa der damalige Verbandschef Bernd Saur vor einem "Porno-Unterricht", weil die damalige grün-rote Regierung in ihrem neuen Bildungsplan auch sexuelle und geschlechtliche Minderheiten erwähnte (queer.de berichtete).

Es gebe zwar bisher keine einheitliche Position des Verbandes dazu, sagt jetzt der neue Vorsitzende Ralf Scholl. Aber: "Es gibt bei vielen (insbesondere älteren) Mitgliedern ganz erhebliche Vorbehalte gegen ein "sprachentstellendes" Gendern, sei es mit Gender-Stern, oder -gap oder Binnen-I." Wichtiger als ein "rein formal-sprachliches Gendern" sei es, gegen Geschlechterstereotype und Rollenzuschreibungen anzugehen.

Der Landesschülerbeirat wäre hingegen offen für Neuerungen. "Beim Thema gendergerechte Sprache im Unterricht ist uns extrem wichtig, dass das Behandeln von Sprache einen größeren Raum bekommt. Dabei geht es grundsätzlich darum, aufzuklären, was Sprache anrichten kann und wie Sprache verwendet werden kann", sagt Pressesprecher Roman Jauch. Auch er hält Stereotype hinter nicht gendergerechten Ausdrücken für das Hauptproblem – etwa welche Vorurteile Ausdrücke wie "Krankenschwester" oder "Putzfrau" beinhalten.

Grüne: "Sprache zementiert längst überholten gesellschaftlichen Status"

"Wer immer nur von Ärzten, Politikern und Ingenieuren redet, erzeugt Bilder von Männern", findet Grünen-Landtagsabgeordnete Brigitte Lösch. Frauen und alle anderen Geschlechter blieben so ausgeschlossen. "Sprache zementiert dadurch auch einen längst überholten gesellschaftlichen Status." Schule sei kein geschlechtsneutraler Raum. "Ob gewollt oder ungewollt, werden auch hier Geschlechterstereotype vermittelt und gelebt", sagt Lösch. Es sei Genderkompetenz angesagt, etwa bei der Ausbildung der Lehrkräfte, aber auch in Unterrichtseinheiten zu dem Thema.


Brigitte Lösch (re.) neben Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth beim Regenbogenempfang 2015 in Stuttgart (Bild: Bündnis 90 / Die Grünen Baden-Württemberg / flickr)

Der SPD-Landtagsabgeordnete Daniel Born sagte, die Formen des Genderns mögen beim Schreiben nervig sein, Zeit kosten, Texte verlängern und für manche sogar hässlicher machen. "Aber sie spiegeln auch immer den Stand der Diskussion wider. Wer 'Schüler', 'Schülerinnen und Schüler' oder 'Schüler*innen' schreibt, zeigt auch, wie sehr er oder sie oder divers sich mit der Welt auseinandersetzt." Ausschließlich männliche Schreibweisen würden den berechtigten Wunsch nach Sichtbarkeit aller anderen Geschlechter ignorieren. Gendern sei eine Kompetenz, die in der Schule gut aufgehoben sei. Sprache habe sehr wohl eine Wirkung, sogar eine ganz gewaltige. "Diese zu ignorieren, steht einer Kultusministerin gar nicht gut zu Gesicht", sagte Born.

FDP warnt vor "Sprachverhunzung"

Die FDP-Fraktion unterstützt dagegen die Position der CDU-Ministerin: "Es gibt keine schlimmere Sprachverhunzung als diese unsäglichen Gender-Sternchen", sagte Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke. Diversität sei ein inhaltliches Thema, kein sprachformales. "Als solches sollte es auch behandelt werden." Auch Rülke fiel in der Vergangenheit durch Homophobie auf: 2014 bezeichnete er im Streit um den Bildungsplan Homosexuelle als "nicht gleichwertig" (queer.de berichtete). (dpa/dk)


Auch die AfD macht regelmäßig Stimmung gegen geschlechtergerechte Sprache



#1 Svetlana LAnonym
  • 18.06.2020, 16:12h
  • Ich denke schon, dass auch die Sprache einen Beitrag zur Gleichstellung leistet. Kürzlich wurde doch erst eine Studie vorgestellt, dass gezeigte Homosexualität oder Transgeschlechtlichkeit in der Werbung die Akzeptanz fördert. Warum sollte das also mit der Sprache anders sein?

    Die Gegner_innen einer geschlechtergerechten Sprache stellen das immer so dar, als ob Sprache und gelebte Akzeptanz innerhalb einer Gesellschaft nichts miteinander zu tun hätten. Alle stimmen sofort zu, dass Sprache sich permanent verändert. Aber ausgerechnet beim Thema gendergerechte Sprache darf das natürlich nicht sein. Ich erkläre mir das so, dass "alle Welt" immer von der Zweigeschlechtlichkeit ausgegangen ist, quasi wie ein Fels in der Brandung in einer sich immer schneller verändernden Welt, und nun, da wir ja auch schon wieder ein paar Tage offiziell die "Dritte Option" haben, bricht dieses Weltbild auseinander.

    Aus eigener Erfahrung: Gendern, ob nun mit Unterstrich oder Sternchen oder sonstwie tut nicht weh und es bedarf nur einer kurzen Umgewöhnungszeit.
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#2 Marcos CAnonym
  • 18.06.2020, 16:59h
  • Ich finde geschlechtsneutrale Sprache total wichtig, nicht nur, weil es die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen besser zum Ausdruck bringt als der generische Maskulinum, sondern auch, weil es nur durch geschlechtsneutrale Begriffe möglich ist, respektvoll über nichtbinäre Personen zu sprechen, die für sich männliche und weiblich Begriffe ablehnen.

    Damit geschlechtsneutrale Sprache eine Chance hat, sich auch im spontanen mündlichen Sprachgebrauch zu etablieren, brauchen wir aber geschlechtsneutrale Begriffe, die leichter auszusprechen sind als Gendersternchen-Lösungen wie "ein*e nette*r Kolleg*in", die eher wie ein künstlicher Code als wie natürliche Sprache wirken. Auf Grundlage von Ideenaustausch mit anderen an diesem Thema interessierten Leuten habe ich das Del-On-Sel-System für geschlechtsneutrales Deutsch entwickelt, in dem es dann zum Beispiel "einel nettel Kollegon" heißt. Hier gibt es mehr Infos zu diesem System:
    geschlechtsneutral.net

    Für diejenigen, die an derartigen Vorschläge für leicht aussprechbare geschlechtsneutrale Sprache interessiert sind, kann auch die Facebook-Gruppe "Geschlechtsneutrales Deutsch" interessant sein, da wir uns dort über verschiedene derartige Vorschläge austauschen:
    www.facebook.com/groups/geschlechtsneutral
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#3 qwertzuiopüAnonym
  • 18.06.2020, 17:06h
  • Ich halte gendern ebenfalls für eine wirksame Praxis.
    Vorschreiben sollte man es allerdings nicht. Dabei geht der erwünschte Effekt verloren, außerdem ist es sehr heikel, Menschen vorzuschreiben, wie sie sich ausdrücken sollen.
    Einfach freiwillig vormachen, bis andere nachziehen.
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#4 PiepmatzAnonym
  • 18.06.2020, 18:03h
  • Antwort auf #3 von qwertzuiopü
  • "außerdem ist es sehr heikel, Menschen vorzuschreiben, wie sie sich ausdrücken sollen."

    Fun fact: In Deutschland wird allen Menschen ab Kindesalter antrainiert und bis ins Berufsleben hinein detailliert vorgeschrieben, wie sie sich "richtig" auszudrücken haben. Man nennt es "verpflichtenden Deutschunterricht" bzw. "einzuhaltende Sprachkonventionen" bzw. "betriebsinterne Sprachregelung".

    Jeder Angestellte, der einen wichtigen Geschäftspartner oder einen Vorgesetzten mit "Huhu, Kläuschen!" statt mit "Sehr geehrter Herr Dr. Klöbner" anschreibt, merkt sehr schnell, wie es um die individuelle Sprachfreiheit wirklich bestellt ist.

    Wenn jetzt ein Menschenrecht auf das generische Maskulinum gefordert und eine kleine (und weitgehend immer noch freiwillige) Änderung plötzlich zum Indiz einer angeblich neuen und unerträglichen "Sprachdiktatur" dramatisiert wird, gegen die jeder freiheitsliebende Mensch mit Fackel und Mistgabel aufzubegehren habe, dann hat das nichts mit der Realität zu tun, sondern mit einer völligen Missachtung der längst realen Verquickung von Sprache und Macht.
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#5 qwertzuiopüAnonym
  • 18.06.2020, 19:09h
  • Antwort auf #4 von Piepmatz
  • Wir könnten jetzt viel diskutieren über Sprachregelungen und den Sinn von Konvention in Sprache, bzw den Zusammenhang von Konvention und Kommunikation überhaupt.
    Aber wie gesagt, ich glaube, diese Diskussion über Zwangsmaßnahmen gefährdet nur die möglichen positiven Effekte der gendergerechten Sprache.

    Für staatliche Behörden gilt wsh was anderes, da ist man ohnehin an absurde Vorschriften gewöhnt.
    Aber im Rest von Deutschland hat man sich bspw vom "Fräulein" auch aus freien Stücken verabschiedet.
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#6 PiepmatzAnonym
  • 18.06.2020, 19:51h
  • Antwort auf #5 von qwertzuiopü
  • Ich hoffe, es war klar, dass mein Kommentar zwar eine Antwort auf deinen, aber nicht in allen Punkten gegen dich gerichtet war.

    "diese Diskussion über Zwangsmaßnahmen"

    Wer redet denn von Zwangsmaßnahmen?

    "Aber im Rest von Deutschland hat man sich bspw vom "Fräulein" auch aus freien Stücken verabschiedet."

    Einige aber nur mit Zähnen und Klauen. Weil es eben nicht darum geht, dass da plötzlich jemand Vorschriften macht, wo es vorher keine gab, sondern weil nun Gruppen das Recht beanspruchen, die Regeln mit zu bestimmen, die das vorher nicht konnten. Und weil das manchen nicht gefiel und immer noch nicht gefällt.
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#7 qwertzuiopüAnonym
  • 18.06.2020, 22:15h
  • Antwort auf #6 von Piepmatz
  • Keine Angst, so habe ich ihn auch nicht wahrgenommen, alles gut ;)

    Im zweiten größeren Abschnitt des Artikels geht es um verbindliche Regeln dazu, würde ich sagen.

    Klar, du hast schon recht. Es gibt Gruppen, die sich erbittert wehren werden, weil sie die "Sprachhoheit" nicht mit anderen teilen wollen. Aber dieser Aushandlungsprozess findet beim Sprechen in der Gesellschaft statt und so sollte es auch sein, meiner Meinung nach. Überzeugen muss man ohnehin nicht die, die sowieso dagegen sind, es reicht ja völlig, die große eher indifferente Masse zu erreichen.
    Und dazu ermutigen kann man ja in Schule usw.
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#8 PiepmatzAnonym
  • 18.06.2020, 23:17h
  • Antwort auf #7 von qwertzuiopü
  • "Im zweiten größeren Abschnitt des Artikels geht es um verbindliche Regeln dazu,"

    Manchmal lese ich etwas oberflächlich, deshalb habe ich noch einmal genau nachgesehen, und ich finde einen Hinweis auf eine einzige Person, die eine eher vage Forderung erhebt:

    "Alms hält konkrete Regelungen für sinnvoll."

    Der Rest sind Stimmen von Menschen, die sich vor Vorschriften gruseln, die bisher nur regional in wenigen Bereichen von Bildung und Verwaltung wirklich verbindlich eingeführt wurden, deren zwangsweise Ausweitung auf die gesamte Gesellschaft aber nirgendwo geplant wird oder absehbar ist. Da gerieren sich Menschen als potentielle Opfer einer Sprachdiktatur, die es nicht gibt und verleugnen gleichzeitig den zwanghaften Charakter des Sprachsystems, in dem wir alle leben.

    Es ist ja nicht so, dass das generische Maskulinum einfach das wäre, was nun mal automatisch dabei herauskommt, wenn Menschen "frei" drauflosplappern. Es kommt dabei heraus, wenn Männer konsequent als Standard und Frauen als Ausnahme gedacht und behandelt werden, und wenn sich das in einer Sprachtradition manifestiert, die an neue Generationen zwangsweise (!) vererbt wird. Das ist es, worüber wir reden sollten, wenn es um "Sprachdiktatur" geht.

    Ich bin, wie du, kein*e große*r Freund*in von Sprachvorschriften. Ich finde es ziemlich spannend, dass zur Zeit viele Menschen gleichzeitig verschiedene Schreibweisen ausprobieren können. Sprachliche Freiheit ist wertvoll.

    Aber wenn z. B. eine staatliche Behörde es mit der Verfassung ernst nehmen will, dann halte ich es durchaus für konsequent, ihre Angestellten zu einer Schreibweise anzuhalten, die Menschen aller Geschlechter inkludiert. Ich sehe darin keine unangemessene Gängelung, sondern nur das Umsetzen der Ideale, denen man diese Angestellten ja schließlich auch auf anderen Ebenen als der sprachlichen verpflichten darf. Das Grundrecht der Menschen auf Gleichbehandlung und Würde wiegt hier schwerer als das Bedürfnis der Angestellten auf geistige Trägheit.
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#9 antosProfil
#10 normanjaProfil
  • 19.06.2020, 14:28hNürnberg
  • Ich finde es wichtig und richtig, in der Sprache sensibel für alle Geschlechter zu sein. Es ist gut, den sprachlichen Werkzeugkasten dafür zu haben und weiterzuentwickeln. Bei der Sprache hört natürlich Gleichstellung nicht auf, und sie fängt auch schon davor an, aber zumindest konfrontiert die Sprache uns dadurch mit dem Thema, also ja, ein Beitrag.

    Entwicklung der Sprache hat es immer gegeben, getrieben durch den gesellschaftlichen und technischen "Fortschritt", Migration, Bequemlichkeit und so weiter. Weiterentwicklung als Verhunzung zu diffamieren ist meiner persönlichen Meinung nach nichs anderes als Sprachkonservativismus.

    Allerdings zeigt der Artikel an einer Stelle, dass das sprachliche Problem weiter geht und sich eben nicht immer durch das Einfügen von ein paar Sternchen (oder anderer Zeichen) in Worte lösen lässt:

    "Wer [...] schreibt, zeigt auch, wie sehr er oder sie oder divers sich [...]"

    Ich persönlich sehe "divers" als einen juristischen Kompromiss bei der Bezeichnung einer Kategorie im Personenstandsgesetz, nicht weniger, und schon garnicht mehr. Zugegebenermaßen gibt es bis jetzt keine neutralen und gleichzeitig mehrheitsfähigen Pronomen in der deutschen Sprache. Darüber sollte nachgedacht werden. In obigem Beispiel wäre es aber viel einfacher lösbar: Statt ein von praktisch allen Betroffenen (einschließlich mir) abgelehntes "Pronomen" aus diesem Begriff zu machen, könnte hier ersetzt werden durch "diese Person". Neutral - erledigt.

    Das Gleiche ist bei der höflichen Anrede zu sehen: Statt das angestaubte "Sehr geehrte/r Frau/Herr" durch "Guten Tag" zu ersetzen, wie es erfreulicherweise doch zunehmend häufig zu sehen ist, auch mit "Hallo" haben jüngere Menschen meist kein Problem, kommen hilflose Kundenkontaktmanager*innen jetzt auf die Idee, "Divers" als Anrede zu benutzen. Löst aber das Problem auch nicht: "Sehr geehrte Divers" oder doch "Sehr geehrter Divers"?
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