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Urteil

Erfurt: Geldstrafe für CSD-Schläger

Letztes Jahr wurde eine CSD-Teilnehmerin mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Der mutmaßliche Täter muss jetzt 1.800 Euro Strafe zahlen.


Das Amtsgericht Erfurt verurteilte einen mutmaßlichen Homo-Hasser (Bild: andrsch85 / flickr)

Ein 31-jähriger Mann ist laut "Belltower News" am Mittwoch in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen á 30 Euro verurteilt worden, weil er auf dem CSD im Vorjahr eine Teilnehmerin attackiert und verletzt haben soll. Auch mehrere LGBTI-Aktivst*innen waren zum Amtsgericht gekommen, um gegen Hasskriminalität zu protestieren.

#allefüreinen ? . Hiermit wollen wir zu unserer Kundgebung vor dem Amtsgericht einladen. Es geht um eine Verhandlung,…

Gepostet von CSD Erfurt am Freitag, 12. Juni 2020
Facebook / CSD Erfurt


Im Vorfeld des Schlages hatte es eine Konfrontation zwischen einer Männergruppe und CSD-Besucher*innen gegeben. Die Männer, die offenbar einen Junggesellenabschied feierten, "fühlten sich anscheinend von unseren Parolen provoziert und begannen, Drohgebärden u.a. mit Glasflaschen zu zeigen", so die CSD-Organisator*innen auf Facebook. Durch den Schlag erlitt die Frau ein Hämatom an der linken Wange. Sie klagte später über Schlaf- und Essstärungen sowie psychische Belastungen.

Das Opfer, das auch als Nebenklägerin auftrat, sagte im Verfahren, sie wisse bis heute nicht, warum sie attackiert worden sei. Der Richter bestätigte jedoch in seiner Urteilsbegründung, dass die Tat offenbar durchgeführt wurde, weil die Frau eine Teilnehmerin des CSDs war.

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Entlastungszeugen verwickelte sich in Widersprüche

Der Angeklagte stritt schlicht alle Anschuldigungen ab – er behauptete, er habe Streit schlichten wollen. Allerdings verwickelten sich seine Freunde bei ihren Aussagen laut "Belltower News" in Widersprüche. Der Staatsanwalt erklärte in seinem Abschlussplädoyer, dass er ihnen schlicht nicht glaube. Der Anwalt des Angeklagten sagte jedoch sofort nach der Urteilsverkündung, sein Mandant wolle in Berufung gehen.

Gegen den CSD in Erfurt gibt es immer wieder Anfeindungen: In den letzten beiden Jahren organisierten Neonazis Gegenkundgebungen und skandierten gegen "Homo-Propaganda" und "Gender-Wahn" (queer.de berichtete). (cw)



#1 swimniAnonym
#2 Uwe_RAnonym
  • 19.06.2020, 13:25h
  • Antwort auf #1 von swimni
  • 60 Tagessätze sind schon am oberen Ende, was für einfache Körperverletzung so in unserem Lande üblich ist. Das kann man zwar jetzt grundsätzlich kritisieren, aber im Prinzip ist die Strafe schon deutlich. 1800 sind es deshalb, weil der Täter offenbar nur 900 netto im Monat verdient.
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