https://queer.de/?36377
Frankreich
Richter: Gesetz gegen Online-Hass verletzt Meinungsfreiheit
Das französische Gesetz gegen Hasskommentare im Internet gehe zu weit, entschied am Donnerstag der Verfassungsrat in Paris. Nun muss es nachgebessert werden.

Der Conseil constitutionnel (französisch "Verfassungsrat") in Paris ist das französische Verfassungsgericht (Bild: Conseil constitutionnel)
- 19. Juni 2020, 03:05h 1 Min.
Der französische Verfassungsrat hat Kernbestimmungen eines neuen Gesetzes gegen Hasskommentare in sozialen Medien zurückgewiesen. Das teilte die Institution am Donnerstag in Paris mit.
Das im Mai beschlossene Gesetz verpflichtet große Online-Plattformen, Hasskommentare innerhalb von 24 Stunden nach einer Nutzer-Meldung zu entfernen. Bei Nichtbeachtung der Regeln drohen nach früheren Parlamentsangaben Bußgelder von bis zu 1,25 Millionen Euro (queer.de berichtete).
Gesetz ermuntere zur Löschung auch legaler Inhalte
Der Verfassungsrat entschied nun, das Gesetz könnte Plattformen ermutigen, gemeldeten Inhalt zu entfernen, egal, ob dieser unerlaubt sei oder nicht. Dieses würde das Recht auf Meinungsfreiheit verletzen. Die Pariser Institution wacht über die Einhaltung von Verfassungsgrundsätzen.
Der Verfassungsrat wies auch die Regelung zurück, wonach Plattformen innerhalb von einer Stunde nach Aufforderung durch staatliche Stellen einen Aufruf zu Terrorismus oder Kinderpornografie entfernen müssen.
Justizministerin Nicole Belloubet hatte im Mai gesagt, die Regulierung großer Internetanbieter sei eine "nationale Herausforderung". Einige Augenblicke auf Twitter, Youtube oder Facebook reichten aus, um dort homophoben, rassistischen, sexistischen oder antisemitischen Beschimpfungen zu begegnen. Das Gesetz der Mitte-Regierung war von linken und rechten Oppositionsparteien angegriffen worden. (cw/dpa)
Links zum Thema:
» Der Beschluss des Verfassungsrates















Die Auslagerung des Rechts an Privatfirmen findet hier in Deutschland mit seiner Hassgesetzgebung analog statt. Auch dass muss kippen.
Denn das Ergebnis dieser Gesetzgebung ist offensichtlich, jede gemeldete Nachricht wird automatisch gelöscht, da sich auch nicht Facebook diese Millionen Strafen antun wird und sowieso nicht entscheiden kann ob das nun unter einer Hassgesetzgebung fällt oder nicht. Willkommen in 1984.
Vielen Dank an den französischen Verfassungsrat für die Zurechtstutzung der Gesetzgebung.