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"The Politician"

Wahlkampf gegen Judith Light und Bette Midler

Ab heute auf Netflix: In der zweiten Staffel der satirischen Polit-Seifenoper "The Politician" fährt Ryan Murphy zwei große Hollywood-Diven auf – und setzt erneut auf viel Queerness.


Geniales Team: Judith Light als Senatorin Dede Standish und Bette Midler als ihre resolute Stabschefin Hadassah Gold (Bild: Netflix)

Ist Ryan Murphy der am härtesten arbeitende Mann im amerikanischen Showgeschäft? Der Eindruck kann zumindest schnell entstehen. Seit 20 Jahren (los ging es mit der Jugendserie "Popular") drückt er mit seinen Produktionen der Serien-Welt seinen Stempel auf, doch statt auch mal ein Päuschen einzulegen, um gemeinsam mit dem Ehemann und den beiden Kindern zufrieden auf das bisherige Werk zurückzuschauen, haut Murphy weiter eine Arbeit nach der nächsten raus. Und seit er einen 300-Millionen-Dollar-Deal mit Netflix abgeschlossen hat, legt er in Sachen wahnhafter Rastlosigkeit sogar noch einen drauf. Weswegen jetzt, nicht einmal ein Jahr nach der ersten Staffel und nur sechs Wochen nach der Miniserie "Hollywood", schon die neuen Folgen seiner Serie "The Politician" zu sehen sind.

Kurz zur Erinnerung, selbst wenn kaum Zeit vergangen ist, seit wir den titelgebenden Protagonisten kennen gelernt haben: "The Politician" ist Payton Hobart (Broadway-Star Ben Platt), der schon seit seinem siebten Lebensjahr nur ein Ziel kennt. Er will Präsident der USA werden, um jeden Preis. In der ersten Staffel ging es – turbulent und intrigenreich – zunächst darum, Schülersprecher zu werden. Nun wird, die letzte Folge hatte es schon angedeutet, das nächste Amt angestrebt.

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Payton will in den New Yorker Senat einziehen


Jetzt auf Netflix: Poster zur zweiten Staffel von "The Politician"

Payton studiert inzwischen in New York und bläst erst einmal Trübsal, weil er zwar endlich nicht mehr vollkommen gefühlskalt durchs Leben geht, aber irgendwie den politischen Ehrgeiz verloren hat. Doch dann motivieren ihn seine früheren Mitstreiter*innen McAfee (Laura Dreyfuss) und James (Theo Germaine) dazu, die seit Ewigkeiten amtierende Senatorin Dede Standish (Judith Light) herauszufordern. Vermeintlich ein Ding der Unmöglichkeit, hätte die Demokratin mit Ambitionen auf die Vize-Präsidentschaft nicht eine Schwachstelle, von der nicht einmal ihre Stabschefin (Bette Midler) etwas weiß: Standish und ihr Ehemann (Joe Morton) führen bereits seit Jahren eine heimliche Dreier-Beziehung mit einem anderen Mann.

Über den eigentlichen Plot der neuen Folgen ist damit praktisch noch nichts verraten, und genau so wünscht sich das Netflix. Keine Spoiler, so die Bitte an die Presse, was einem "The Politician" dadurch leicht macht, dass wie schon in der ersten Staffel jede Episode derart viel Handlung und neue Twists auffährt, dass man sie ohnehin kaum in ein paar Sätzen zusammenfassen könnte. Was für fast alle Serien von Ryan Murphy gilt, gilt für diese hier ganz besonders: Wäre "The Politician" eine Person, wäre hibbelig noch eine Untertreibung, so enervierend kurz scheint hier die Aufmerksamkeitsspanne zu sein. Fast alles in dieser Serie ist ein bisschen zu viel des Guten, von der Anzahl der Figuren bis zu den knallbunten Schauwerten, von der Schnelligkeit der Dialoge bis zur Sprunghaftigkeit des Tonfalls.

Beißende Politsatire und bierernst-kitschige Seifenoper

Auch in der zweiten Staffel ist "The Politician" noch beißende Politsatire und bierernst-kitschige Seifenoper, wobei es der Serie auf jeden Fall gut tut, das High School-Setting hinter sich zu lassen. Fast alle Figuren der ersten Staffel sind auch hier wieder mit dabei (einzige Ausnahme: Jessica Lange als mörderische-manipulative Großmutter), was nicht in allen Fällen eine gute Nachricht ist. Echte Tiefenschärfe jedenfalls gewinnt auch dieses Mal keine von ihnen, nicht einmal Payton selbst, obwohl er sich zusehends vom Antihelden zum Sympathieträger entwickeln soll. Dafür entschädigt aber zum Beispiel Murphys Vorliebe für nicht mehr ganz junge Hollywood-Diven, die fast so groß ist wie jene für hübsche weiße Jungs. Allein die Szenen mit Light und Midler machen "The Politician" zum Pflichtprogramm.


Payton Hobart (Ben Platt) und Infinity Jackson (Zoey Deutch) bei einer Wahlkampfveranstaltung (Bild: Netflix)

Die letzte der neuen Folgen gab es vorab für die Presse nicht zu sehen, wohl weil sie wieder als Teaser für die darauffolgende Staffel angelegt ist. Denn der unermüdliche Mr. Murphy (der natürlich auch dieses Mal wieder auf viel Queerness sowohl in den Drehbüchern als auch im Team setzt) hat "The Politician" von langer Hand auf mehrere Staffeln angelegt, die letztlich bis ins Weiße Haus führen soll.

Davon, dass die Zuschauer*innen-Reaktionen bislang eher verhalten sind, weil die Serie mindestens so anstrengend wie unterhaltsam ist, lässt er sich dabei offenkundig nicht beirren. Und schiebt auch sonst übrigens weiterhin keine ruhige Kugel. Demnächst bringt er nicht nur eine neue Staffel "American Horror Story" sowie die Serie "Ratched" mit Sarah Paulson an den Start, sondern will auch "Glee" wieder aufleben lassen, das Leben des schwulen Modedesigners Halston verfilmen und sich an einer Serien-Version des Musicals "A Chorus Line" versuchen.

Direktlink | Offizieller Trailer zur zweiten Staffel



#1 Pink FlamingoAnonym
  • 19.06.2020, 20:11h
  • Ich verehre Bette Midler besonders als Sängerin sehr. Das Album Songs for another Depression zählt für mich zu Ihren besten Platten. Aber auch in The Rose war ihre Schauspielerische Leistung herausragend. Schade, dass ich nicht Netflix sehen kann. Mich würde vor allem die Original Version sehr gefallen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 pelleosAnonym
#3 Pink FlamingoAnonym
#4 TragixAnonym