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US-Pornoindustrie

Missbrauchsvorwurf gegen Chi Chi Larue

Pornodarsteller Papi Suave wirft der Kult-Dragqueen vor, ihn unter Alkoholeinfluss sexuell belästigt zu haben. Larue reagierte auf die Vorwürfe mit dem Eingeständnis, dass sie ein Problem mit Alkohol habe.


Chi Chi LaRue verdient seit über drei Jahrzehnten ihr Geld als Porno-Regisseur (Bild: istolethetv / flickr)

Pornodarsteller Papi Suave hat am Wochenende mit einem Rundumschlag gegen Vertreter der schwulen US-Pornoindustrie für Schockwellen gesorgt. In einem nur etwas mehr als zwei Minuten langen auf Twitter veröffentlichten Video erzählte er im Adamskostüm in einem schnellen Redeschwall von mehreren negativen Erlebnissen im Horizontalgewerbe. Am meisten beklagte er sich über Larry David Paciotti, der öffentlich als Dragqueen Chi Chi LaRue auftritt und seit 35 Jahren erfolgreich Pornofilme dreht. Der 60-Jährige sei ein Rassist und habe ihn sexuell belästigt, so der Latino.



Konkret warf der Darsteller aus Filmen wie "Loaded – Give It To Me Raw" oder "The Doctor Is In… Me" Chi Chi LaRue vor, ihn in ein Hotelzimmer gelockt und dann unsittlich berührt zu haben. Gegenüber dem Pornoblog "Str8UpGayPorn" nannte Suave weitere Einzelheiten zum dem Vorfall, der sich im März 2019 in Kalifornien zugetragen haben soll. Der betrunkene 60-Jährige habe ihm zunächst von seinen Alkoholproblemen berichtet, woraufhin er in dessen Hotelzimmer gegangen sei, weil er dachte, LaRue brauche einen Freund. Außerdem habe er Angst gehabt, dass der Regisseur einen Selbstmordversuch unternimmt.

Doch auf dem Hotelzimmer habe LaRue ihn dann schnell angemacht: "Er hat seine Hand in meine Hose gesteckt und meinen Penis berührt. Er hat so getan, als ob er einen Freund braucht, weil er wieder zu trinken angefangen hat. Dann hat er energisch meinen Penis berührt, obwohl ich ihm gesagt habe, dass ich das nicht möchte." LaRue habe ihn dann mit den Worten "Ich mache dich zu einem Star" versucht umzustimmen. Als Suave aber gesagt habe, er wolle keinen Sex, habe ihn LaRue aus dem Zimmer geschmissen. Der Darsteller äußerte die Befürchtung, dass viele Kollegen wohl anders reagiert hätten: "Viele haben keine Wahl, weil Pornos ihre Hauptgeldquelle sind. Wenn sie sich beklagen, droht ihnen Vergeltung."

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LaRue: "Ich schäme mich"

Im schwulen Pornoblog "The Sword" reagierte LaRue am Mittwoch auf die Vorwürfe, die er nicht dementierte: "Ich schäme mich und bin ehrlich gesagt überrumpelt davon, dass er das, was zwischen uns passiert ist, mit der Öffentlichkeit teilt." Schließlich habe er nach dem Vorfall mit Suave gesprochen, sich entschuldigt und gedacht, dass die Sache damit aus der Welt geschafft sei.

Konkret schrieb er über jene Nacht: "Es ist wahr, ich war deprimiert und habe viel getrunken. Ich habe ihn gebeten, zu mir zu kommen, weil ich einen Freund gebraucht habe. Ich hatte keine Hintergedanken. Genau kann ich mich an den Vorfall nicht erinnern, aber ich erinnere mich, dass er verlegen wurde, als ich ihm meine Gefühle für ihn gestanden habe, die er aber nicht erwiderte."

Direktlink | Chi Chi LaRue war auch ein gerngesehener Gast in Unterhaltungssendungen wie dem Comedy-Magazin "Eurotrash", das in den Neunziger- und Nullerjahren im öffentlich-rechtlichen britischen Fernsehen zu sehen war

Seit dem Vorfall habe er mehrfach "ausgiebig" mit Suave zusammengearbeitet, dieser sei "sowohl Darsteller als auch Assistent" gewesen. Er habe gedacht, Suave sei ein guter Freund. "Ich habe meine Position nie ausgenutzt, um Sex zu haben, und das war auch nicht meine Intention in jener Nacht. Es war naiv von mir zu glauben, dass wir eine persönliche Beziehung führen könnten, die nicht von unserer Arbeit überschattet wird. Das ist mein Fehler und dafür übernehme ich Verantwortung." Ferner erklärte LaRue, er sei seit 14 Monaten trocken. Zudem rief er seine Fans auf, Suave nicht in sozialen Netzwerken zu attackieren. "Ich wünsche ihm alles Gute", so LaRue.

Suave hatte in seinem Video unter anderem auch die Pornolabels Raging Stallion, Noir Male, Icon Male und Falcon attackiert. Er kritisierte sie für schlechte Bezahlung. Außerdem würde am Set Viagra verteilt werden, was "eigentlich nicht erlaubt ist". Chi Chi LaRue beschuldigte er außerdem, schwarze Darsteller aus Rassismus schlechter zu bezahlen. Auf diesen Vorwurf reagierte die Dragqueen bislang nicht.

Chi Chi LaRue gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten schwulen Pornoregisseuren Amerikas. Er erhielt unzählige Auszeichnungen, etwa mehrere Gay Erotic Video Awards, Grabby Awards und GVN Awards. Außerdem engagierte er sich als Safer-Sex-Aktivist und verurteilte Pornoproduktionen, in denen keine Kondome benutzt werden (queer.de berichtete). (cw)

Direktlink | Chi Chi LaRue alias Larry David Paciotti bei einem Auto-Interview von RuPaul im Jahr 2014



#1 TomDarkProfil
  • 19.06.2020, 16:30hHamburg
  • Chi Chi LaRue war mir nie ganz geheuer, er hatte auch mal einen Gastauftritt in einem (normalen) Spielfilm, wo er sich selbst spielte und ziemlich sexistisch und aggressiv rüber kam.

    Aber ich finde es doch sehr bemerkenswert, wie ehrlich und einsichtig er zu seinem Fehlverhalten steht und sich ausserdem entschuldigt hat. So würden sich in solch einer Position nur wenige verhalten!

    Zum Thema Alkohol und Drogen braucht man in der Branche wohl nicht viel zu kommentieren. =)
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#2 wirklichAnonym
  • 20.06.2020, 01:11h
  • Dieser Beitrag wundert mich ehrlich etwas. haben nicht alle Casting-Sofas weiße Flecken?
    Von dem verstorbenen Porno-Produzenten wurde behauptet, er habe jeden "Mitspieler" in seinen Filmen vorher selbst getestet...

    Da wundert es mich, dass sich jemand, der schon länger dabei ist, jetzt plötzlich wegen einer solchen Aktion aufschreit.
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#3 Klartext MannAnonym
  • 20.06.2020, 01:52h
  • Antwort auf #2 von wirklich
  • Eklig was du schreibst.

    Erkennst du die Wertung in deinem Beitrag nicht? Ist es etwa weniger schlimm wenn ein Pornodarsteller missbraucht wird als ein Nachbar von nebenan mit angeblich anständigem Beruf?

    Niemand muss etwas sexuelles Tun oder Zulassen was er nicht will. Gilt auch auf Sofas mit weissen Flecken.
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#4 wirklichAnonym
  • 20.06.2020, 09:32h
  • Antwort auf #3 von Klartext Mann
  • Natürlich ist das schlimm. Ich darf mich doch aber wohl wundern.

    Mit dem namentlich vergessenen Porno-Produzenten meinte ich übrigens Jean-Daniel Cardinot.

    en.wikipedia.org/wiki/Jean-Daniel_Cadinot

    Sicherlich hat man den hier zitierten Porno-Darsteller vorher zur "Probenummer überredet". Das ist schlimm - das ist übel - alleine, weil da eine Situation ausgenutzt wurde.
    Aber nun, nach unzähligen bezahlten Nümmerchen vor der Kamera, sich über einen Annäherungsversuch (es kam ja anscheinend nicht zum Sex) zu brüskieren, halte ich für ziemlich merkwürdig.

    Wäre er z.B. vergewaltigt worden, könnte ich seine Reaktion bestens verstehen.
    Ich störe mich an der Unverhältnismäßigkeit!
    Ein "Na, wie wäre es mit uns beiden?" hat sicher schon jeder gehört. Wer hat sich darüber je aufgeregt???
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#5 TatzeAnonym
#6 wirklichAnonym
  • 20.06.2020, 14:01h
  • Antwort auf #5 von Tatze
  • Du hast da geschrieben - ungewollt!

    Dafür entschuldigt man sich und fertig. Außerdem sollte LaRue etwas gegen sein Alkoholproblem unternehmen.
    Ich habe kurz vor Corona eine Arbeitskollegin im Bereich des Beckens berührt, weil sie sehr dicht an mir vorbei gegangen ist. Ich hatte ein schlechtes Gewissen. Sie hat es - anscheinend - gar nicht bemerkt. Sie ist Libanesin und, wie ich, auch kein Teenager mehr. Eigentlich hätte sie doch etwas sagen müssen. War aber nicht...

    Ich denke, man sollte die Sache gelassener angehen.
    Also kein Alkohol mehr für Porno-Produzenten und keine überzogenen Reaktionen von Pornoschnuckel nach dem Motto: "Hach, ich bin berührt worden." Dass wirkt nur lächerlich...
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#7 TatzeAnonym
  • 20.06.2020, 14:37h
  • Antwort auf #6 von wirklich
  • ungewollt im sinne von, es ist nicht von mir gewollt, dass jmd. gegen meinen willen in meine hose greift und meinen schwanz anpackt... das ist doch ganz klar sexuell übergriffig und dabei spielt es keine rolle ob die betroffene person in pornos mitwirkt oder nicht (das ist schließlich auch nur lohnarbeit). den vorwurf gegen chi chi larue finde dementsprechend gerechtfertigt. das hat nichts mit avancen à la "wie wäre es mit uns beiden" zu tun.
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#8 wirklichAnonym
  • 21.06.2020, 03:55h
  • Antwort auf #7 von Tatze
  • ooops... meine Fehler

    -.-

    Nicht richtig gelesen...

    -.-

    Aber!!! Wir erinnern uns an den Schmutzfinken Weinstein.

    de.wikipedia.org/wiki/Weinstein-Skandal

    Wenn sich da eine Frau beschwert, sexuell genötigt o.ä, worden zu sein, kann ich verstehen, wenn sie aufsteht und sich beschwert.

    Ich bediene sicherlich jetzt ein Klischee, aber in der Porno-Branche gehe ich von einer "erweiteten Verfügbarkeit" der Akteure aus, denn wer sich beim Sex gegen Geld filmen lässt, hat sicher andere Moralvorstellungen, als eine Nonne des Karmeliterordens.
    Da wirken Beschwerden über ungewollte Berührungen - jetzt richtig verstanden - einfach nur befremdlich.
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#9 Klartext MannAnonym
  • 21.06.2020, 15:22h
  • Antwort auf #8 von wirklich
  • Erweiterte Verfügbarkeit? Hast immer noch nichts dazu gelernt!

    Deine Worte sollte denen eine Warnung sein die keine Lust auf richtige Arbeit haben. Das Risiko sexuell missbraucht zu werden nimmt exponentiell zu sobald man in die Prostitution eintritt oder auch nur auf so einem Sofa Platz nimmt.

    Der sexuelle Missbrauch ist jedoch ganz genau so schlimm und genau so zu verurteilen. Nichts von erweiterter Verfügbarkeit! Schäme Dich!
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#10 MeckieAnonym
  • 23.06.2020, 22:45h
  • "Viele haben keine Wahl, weil Pornos ihre Hauptgeldquelle sind." Entschuldigung, was ist das denn für eine lahme scheinheilige Ausrede! Es gibt genug Jobs und Berufe auf unserer schönen Welt. Ich selbst putze für einen Hungerlohn, für den andere hier sicher nicht mal aufstehen würden, Toiletten usw. Also, manche Leute, wie dieser mir vorher unbekannte Pornodarsteller, brauchen wirklich einen "Realitycheck" oder wenigstens eine Therapie!
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