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Kommentare zu:
Demokratische Parteien offen für Reform des Transsexuellenrechts


#1 KaiJAnonym
  • 19.06.2020, 19:59h
  • Vielleicht schafft das Bundesverfassungsgericht durch die beiden anstehenden Beschwerden schneller Rechtsklarheit als dass durch den Gesetzgeber höchstens halbe Sachen herauskommen, die dann wieder zeitaufwendig beklagt und so erst später beseitigt werden können.
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#2 Still_IthProfil
  • 19.06.2020, 21:36hHessen
  • Ich hab mich ja nicht getraut, es live selbst zu verfolgen, aber insgesamt lief's soweit offenbar positiver als befürchtet.

    AlleGutenDinge.jetzt haben via Twitter übrigens erklärt, dass sie am Wochenende die Seite überarbeiten und auch in Zukunft dranbleiben wollen.
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#3 RyluriAnonym
  • 19.06.2020, 21:51h
  • "Dafür stellte sie in Aussicht, dass eine "einfache Bestätigung" eines Arztes künftig genug sein könnte."
    Hört sich an wie vorher. Therapien sollten immer freiwillig sein, da sonst sowieso kein Vertrauensverhältnis entsteht und man sich das Ganze auch gleich sparen kann. Würden trans Personen nach einer Reform denn immer noch zu einer Therapie gezwungen werden, wenn sie eine Hormon Behandlung wollen?
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#4 KaiJAnonym
  • 19.06.2020, 23:56h
  • Zweifel an den Fähigkeiten des Gesetzgebers lassen sich auch aufkommen, wenn selbst nach dem Gesetzentwurf der Grünen in Art. 3, Paragraf 2, Abs. 1 "über die Durchführung medizinischer Massnahmen erst bei vollumfassender vorheriger Aufklärung...selbstbestimmt" entschieden werden kann. Aufklärung bzw. Beratungspflicht durch die Medizin soll also weiterhin Selbstbestimmung ausstechen.
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#5 Sankt OlafAnonym
  • 20.06.2020, 02:17h
  • Man kann niemals alle gegen sich haben. Man aber genau so auch niemals alle für sich haben.

    Heute fuhr jemand im dicken Luxusschlitten an mir vorbei und hat mir etwas herablassendes zugeraunzt. Und die Person neben mir dagegen, war sozial benachteiligt. Aber dafür freundlich und fürsorglich.

    So kann das Leben sein.
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#6 beepAnonym
  • 20.06.2020, 08:50h
  • Antwort auf #3 von Ryluri
  • Nein, das ist auf jeden Fall schon mal nicht wie vorher. Ich musste nach dem Gutachten meiner Therapeutin nämlich noch zu 2 anderen, fremden Psycholog*innen und über 1400 Euro bezahlen. Die Reform wäre also auch schon so eine extreme Erleichterung. Auch wenn ich dir zustimme, das eine Therapie nicht erzwungen werden sollte. (Kann aber oft hilfreich für einen selbst sein, um mit seinen Gefühlen und Problemen im Bezug auf trans* besser klar zu kommen. Z.B. habe ich so gelernt, mit meinem Körper umzugehen, bis ich ihn ändern kann, was ich vorher nicht konnte und auch kaum aus eigener Hand geschafft hätte).
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#7 Still_IthProfil
  • 20.06.2020, 09:44hHessen
  • Antwort auf #4 von KaiJ
  • Naja, wer soll denn bitte über mögliche Nebenwirkungen etc. aufklären, bei einer medizinischen Behandlung, wenn nicht Mediziner?

    Ich mein, ich persönlich habe und hatte jetzt genügend Kenntnisse, um mir Effekte von Hormonen etc. zur Not aus der Fachliteratur selbst zu erschließen. Aka, um im Vorhinein gewusst zu haben, welche Effekte reversibel sein werden und welche nicht. Von einigen Trans*-Frauen habe ich aber z.B. mitbekommen, dass ihnen in der Vergangenheit zur HRT ein Präparat gegeben wurde, das unfruchtbar macht, und zwar nicht umkehrbar, und ohne vorherige Aufklärung. Ich meine, ist schon immer auch gut, wenn man selbst den Wissenshintergrund hat, diese Aufklärung nicht zu brauchen, bzw. selbst noch zusätzliche Recherche zu unternehmen. Aber wie genau stellst du dir das vor, Hormonbehandlung oder gar OPs, ohne vorher um die genauen Folgen zu wissen? Worauf eins sich einlässt, sollte schon vorher geklärt sein.

    Ich habe schon Menschen erlebt, die überrascht waren, dass so ein Stimmbruch nicht von selbst wieder verschwindet, beim Absetzen der Hormone. Da ist es schon wünschenswert, dass sie das nicht erst erfahren, wenn sie zufällig mir über den Weg laufen und wir uns darüber unterhalten, sondern Ärzt*innen das im Vorhinein klarstellen.
    Und bei OPs: Wo genau, ob überhaupt und nach wie viel Zeit in einem operierten Körperbereich wieder so etwas wie Gefühl vorhanden sein wird, ist ja vielleicht auch so etwas, das man vorher wissen möchte.

    Klar, wenn das manipulativ werden sollte, wieder mal aufs Testen hinauslaufen sollte, ob man "echt" genug trans* ist, da stimm ich dir zu, das wär problematisch. Aber "vollumfassende medizinische Aufklärung" ist eigentlich nichts weiter als das - ein Patientenrecht, und eine Pflicht von Behandler*innenseite, nichts sonst.
    Ganz am Rande geht's da teilweise um mehrstündige Operationen, und allein schon eine Narkose über so einen Zeitraum ist prinzipiell ein Risiko. Aufklärung umfasst z.B. auch die Abklärung bei anderen Erkrankungen, die so einen Eingriff wegen der eigenen körperlichen Verfassung unmöglich machen (zumindest online habe ich Personen, die das betrifft, auch schon getroffen, wo Herz, Lunge, Kreislauf zu stark vorbelastet sind für Mastek und/oder GA-OP).

    Es hat schon früher, also vor 2011, Trans*-Personen gegeben, die die GA-OP nicht wollten, dazu aber gezwungen wurden, daher auch die Forderungen nach Entschädigung, die es seit der Abschaffung gibt, denen bislang aber nicht nachgekommen wurde. Sicher, es gibt Leute, bei denen ist dahingehend der Leidensdruck einerseits, der Wunsch andererseits gegeben, sich den zugehörigen Risiken auszusetzen. Aber Bescheid wissen, auch darüber, wie das Ergebnis ausfallen wird (so eine Sache, wieso ich, wenn, für nen Klitpen wäre, aber nach wie vor niemals für einen Aufbau), um danach entscheiden zu können, ob eins das wirklich möchte (und kann), das sollte schon gegeben sein.
    In dem Sinne sehe ich darin weniger eine Auflage an Trans*-Personen, sondern eher an die Mediziner*innen.

    Abschließend noch, auch wenn es nicht mein eigenes Thema ist, aber wo ich mir vorstellen könnte, dass der Paragraph auch in die Richtung ein wenig zielen könnte: Der Entwurf umfasst nunmal sowohl Inter- als auch Trans*-Personen. Inter-Personen werden noch heute regelmäßig zu "angleichenden"/verändernden OPs und Behandlungen, auch hormonell, überredet bis genötigt, ohne jemals darüber aufgeklärt zu werden, was genau sie da bekommen bzw. was mit ihnen passiert, geschweige denn, welche Risiken und Nebenwirkungen zu erwarten sind. Was mich, neben OPs an Kleinkindern, die (bis heute!) nicht selbst entscheiden können, einigermaßen fassungslos gemacht hat, als ich das gehört habe, weil das im Grund gegen jegliche, ärztliche Sorgfaltspflicht verstößt: Mal eben irgendeine Pille, ohne zu erklären, dass das eine HRT wird, oder innere Hoden entfernen, ohne über mögliche Komplikationen zu informieren.
    War lange Zeit - und ist vielleicht heute noch, wie weit lässt sich immer schwer beurteilen - bei Inter-Personen tatsächlich so empfohlen, mit dem Grundgedanken, Patient*innen über ihre Intersexualität gar nicht erst aufzuklären. Credo dabei ist, dass man Inter-Personen einen Gefallen täte, wenn sie niemals erfahren, dass sie eben.. inter sind, und zumindest in Lehrbüchern steht das heutzutage teilweise immer noch so.

    Also soweit.. in der Formulierung sehe ich nun wirklich kein Problem. Eher im Gegenteil, um ehrlich zu sein. Selbstbestimmung ohne Wissen ist immer so eine Sache, die mEn nur schwerlich funktioniert.
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#8 Still_IthProfil
  • 20.06.2020, 09:53hHessen
  • Antwort auf #3 von Ryluri
  • Jein, nicht wirklich.

    Der Formulierung nach könnte das auf eine Attestpflicht wie im jetzigen Gesetz zur Dritten Option hinauslaufen.
    Das ist schon ein sehr anderes Kaliber als zwei Gutachten mit Pädophilie-Tests, eventuellem Ausziehen und peinlichst genaues Ausfragen über deine sexuellen Fantasien, und das alles zu horrenden Preisen.
    Aber recht hast du schon, es wäre eine Hürde und eine von Cis-Personen gehaltene Kontrollinstanz über das Leben von Inter- und Trans*-Menschen, die eben keine umfassende Selbstbestimmung bedeuten würde. Also nicht so richtig das, was ich und noch einige andere Leute sich von einer Reform erhoffen.

    Also, wirklich toll wäre das nicht, schon gar nicht für Inter-Personen, die von Mediziner*innen Gewalt erlebt haben, und auch nicht für andere unter uns, die Ärzt*innen eher das Gegenteil von Vertrauen entgegenbringen. Für eine CDU-Perspektive war's aber dann doch.. überraschend wenig restriktiv.
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#9 Svetlana LAnonym
  • 20.06.2020, 10:36h
  • Ich sagte es auch schon auf der Demo, dass es Zeit wird, dass trans*-, inter* und nicht-binäre Menschen endlich als vollmündige Bürger_innen angesehen werden.

    Ich sehe nicht ein, warum das wieder auf ein ärztliches Attest hinauslaufen muss. Sicher ist das auf den ersten Blick erstmal eine Verbesserung gegenüber der aktuellen Situation nach TSG, aber reicht nicht auch eine Bescheinigung, dass eine Beratung stattgefunden hat, wobei ich hier ausdrücklich auch Peer-Beratung zulassen würde.

    Dass bei der Verschreibung von Hormonen oder der Vorbereitung einer geschlechtsangleichenden Operation eine ausführlich medizinische Beratung erfolgen muss, erachte ich eigentlich als selbstverständlich und spielt in diesem Zusammenhang der rechtlichen Änderung von Vornamen und/oder Personenstand erstmal keine Rolle
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#10 TransAnonymAnonym
  • 20.06.2020, 11:07h
  • Antwort auf #4 von KaiJ
  • Naja. Wenn es um Hormone oder OPs geht, finde ich es schon richtig, dass der Arzt einen über die Behandlung aufklärt, bevor die anfängt. Das hat jetzt nicht unbedingt mit Beratungszwang zu tun, so funktioniert informed consent halt.

    Zwar informieren sich die meisten meiner Erfahrung nach lange im Voraus darüber, aber Onlinerecherche über medizinische Behandlungen kann auch falsch informieren.

    Im übrigen hoffe ich, dass die CDU und SPD vielleicht einfach mal zusammenreißen und nicht wieder alles ruinieren.
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#11 FennekAnonym
  • 20.06.2020, 12:21h
  • Die Zeit des jahrelangen Laberns und Diskutierens muss endlich vorbei sein.

    Jetzt muss endlich gehandelt werden.

    Die Bundesregierung muss endlich die Forderungen von Trans- und Inter-Menschen vollständig umsetzen und dafür sorgen, dass diese unsägliche Diskriminierung endlich aufhört und dass diesen Menschen nicht mehr geschadet wird und ihnen nicht ständig zusätzliche Steine in den Weg geworfen werden.

    Andere Staaten sind längst viel weiter.

    An dieser Menschenrechtsfrage wird sich jede Regierung messen lassen müssen.
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#12 KaiJAnonym
  • 20.06.2020, 13:26h
  • CDU will Attestpflicht, Grüne Beratungspflicht, FDP staatlichen Einfluss auf Beratung, SPD wird für ein solches Konglomerat zu haben sein und die Linke hat keine Ideen. Ich bin dafür, dass mensch das Recht der freien Wahl eines Arztes bekommt, der seiner Auflärungspflicht gerecht wird und von queeren Verbänden empfohlen werden kann, die auch genug Geld für ihre Arbeit bekommen. Ich glaube, den Parteien muss da in jeglicher Hinsicht sehr auf die Finger geschaut werden, bevor bei ihren Gesetzesvorhaben etwas herauskommt, das mittlerweile weit hinter aktueller und zu erwartender Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zurücksteht.
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#13 Anonyma
  • 20.06.2020, 14:11h
  • Antwort auf #9 von Svetlana L
  • "Sicher ist das auf den ersten Blick erstmal eine Verbesserung gegenüber der aktuellen Situation nach TSG, aber reicht nicht auch eine Bescheinigung, dass eine Beratung stattgefunden hat, wobei ich hier ausdrücklich auch Peer-Beratung zulassen würde."

    Warum sollte man sich über eine verpflichtende "Peer-Beratung" selbst zum Bestandteil der eigenen Gängelung und Unterdrückung machen? Entschuldige bitte meine scharfen Worte, aber das wäre in meinen Augen der Gipfel der Perversion. Und darüber hinaus: Wer sollte denn mit welcher Qualifikation solche "Beratungen" dann durchführen dürfen? Etwa Vereine wie dieser "VTSM" in Kleinbimmelskirchen (hab leider vergessen, wo die Knalltüten wirklich residieren)? Come on, ich bitte Dich... Ich jedenfalls will mir gar nicht ausmalen, was da dann hinter verschlossenen Türen ablaufen würde. And last but not least: Eine hervorragend ausgearbeitete Verfassungsbeschwerde, die sich auch gegen die Attestpflicht wendet, wurde bereits eingereicht. Es wäre strategisch mindestens unklug, die jetzt über irgendeine "Beratungspflicht" zu konterkarieren. Bleibt doch bitte nur einmal standhaft in diesem Land und kämpft für Eure Rechte, anstatt jetzt schon wieder in vorauseilendem Gehorsam irgendwelche fadenscheinigen Kompromisse zu konstruieren...
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#14 PolemikAnonym
#15 Still_IthProfil
#16 Still_IthProfil
  • 20.06.2020, 15:33hHessen
  • Antwort auf #12 von KaiJ
  • Ich weiß ja nicht so richtig, wie du dir das mit der "freien Wahl" vorstellst, bzgl. Ärzt*innen. Für gewöhnlich klärt die Person über eine Behandlung oder einen Eingriff auf, der*die die Verantwortung dafür trägt. Alles andere macht medizinisch betrachtet halt auch einfach keinen Sinn.
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#17 Ralph
  • 20.06.2020, 15:45h
  • Mir erregt Übelkeit, wie man es in der AfD immer wieder schafft, Menschenwürde und Grundrechte von Transfrauen als Werkzeug zur Begehung von Gewaltverbrechen durch Cismänner zu diffamieren.
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#18 FennekAnonym
  • 20.06.2020, 17:02h
  • Antwort auf #15 von Still_Ith
  • Hast Du meinen Beitrag überhaupt gelesen?
    Oder gehörst Du einfach nur zu den Menschen, die aus Prinzip immer widersprechen wollen und deshalb krampfhaft eine Formulierung suchen, die man isoliert und mit viel Phantasie gegen den anderen verwenden könnte.

    Wo immer Menschen diskriminiert werden, werde ich mich immer dafür einsetzen, dass auch DIESE MENSCHEN genauso wie alle anderen Menschen behandelt werden.

    Wenn diese Formulierung "diese Menschen" für Dich ein Problem ist, ist das Dein Problem und von niemandem sonst. Aber dann unterstelle anderen bitte keine Ideologie, die sie nicht haben. Denn neben Diskriminierungen sind unwahre Unterstellungen das Zweite, was ich nicht dulden kann.
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#19 trans naysayerAnonym
  • 20.06.2020, 17:51h
  • Antwort auf #9 von Svetlana L
  • "dass es Zeit wird, dass trans*-, inter* und nicht-binäre Menschen endlich als vollmündige Bürger_innen angesehen werden."

    Hübsch...

    "Ich sehe nicht ein, warum das wieder auf ein ärztliches Attest hinauslaufen muss...aber reicht nicht auch eine Bescheinigung, dass eine Beratung stattgefunden hat, wobei ich hier ausdrücklich auch Peer-Beratung zulassen würde."

    ...nur um sich anschliessend selbst zu widerlegen. Nicht so hübsch.

    Was denn jetzt-? Das Eine oder das Andere-? "Vollmündige Bürger" oder dann lieber doch "Mensch ohne Selbst-Kompetenz"-?

    Mal ganz abgesehen davon, dass der Gedanke, mir als TWOC in einer so called "Peer-Beratung" meine Identität von Weissen "Transidenten" erklären lassen zu müssen gerade ein ganz böses Grinsen auf's Gesicht zaubert...

    ...kann es mir völlig egal sein, was ihr in Deutschland ausheckt oder wie kunstvoll ihr euch selber wieder in vorauseilender Selbst-Stigmatisierung in den eigenen Rücken schiessen wollt.

    Nur mal ein klitzekleiner Rat einer WOC zu eurer persönlichen Selbstreflektion:
    Wie muss ich diesen eigenen(!) Vorschlag zur Zwangs-(!) "Peer-Beratung" verstehen-?

    Als Ausdruck von:
    - "Freiwilliger Selbst-Kontrolle"-?
    - defizitärem Selbstbild-?
    - Internalisierter Transphobie-?
    - Internalized Oppression (Verinnerlichte Unterdrückung)-?

    Wollt ihr zukünftig die bisherigen Unterdrückungs-Strategien eurer Gegner selbst in die Hand nehmen und selber gegen euch anwenden-? Wollt ihr euch in Zukunft als marginalisierte Gruppe gegenseitig selber kontrollieren und reglementieren-? Wollt ihr eure Unterdrücker von der gesellschaftlichen Unterdrückungs-Arbeit entlasten-? Was soll das sein-? Empathie für eure Unterdrücker-?

    Ich versuche mir gerade vorzustellen, die Schwarze community in den USA hätte auf die Weigerung von Rosa Parks, ihren Sitz im Bus für einen Weissen freizumachen, damit reagiert, die eigene community dazu anzuhalten, sich zukünftig erst gar nicht mehr zu setzen, sondern trotz freier Plätze gleich stehen zu bleiben. -
    Es gelingt mir nicht. Ich kann das nicht mal "denken".

    Wie gesagt - es ist mir völlig egal, was ihr in Deutschland macht. Aber es geht hier nicht nur um euch, sondern um zukünftige Generationen, die für das verbrannte Trümmerfeld und das ganze Drama, das ihnen von früheren Generationen von deutschen Trans hinterlassen wird, nichts können.

    Seit über 10 Jahren wird von deutschen Trans eine Klage nach der anderen, aufgrund dilettantischer Klagebegründung, ebenso dilettantischer Klageführung und schlichter Unkenntnis und Ahnungslosigkeit bezügl. des Themas, zum Nachteil einer ganzen Menschengruppe an die Wand gefahren.

    Das erste(!) mal(!) in eurer jüngeren Geschichte, liegt mit der Beschwerde von Frau Prof. Dr. Anna Katharina Mangold eine juristisch exzellente und absolut kompetente Verfassungsbeschwerde beim BVerfG vor, die man tatsächlich "wasserdicht" nennen darf. Das erste mal! -
    Diese Verfassungsbeschwerde ist nach all den Possen und Dramen der letzten 10 Jahre nicht nur eure ERSTE realistische Chance auf juristischen Erfolg - sondern aufgrund der bundesrepublikanischen Trans-Historie mittlerweile gleichzeitig (vorerst) eure LETZTE.

    freiheitsrechte.org/home/wp-content/uploads/2020/06/2020-06-
    16-Verfassungsbeschwerde-Personenstandsgesetz-anonymisiert.p
    df


    Wenn die scheitert, seid ihr alle für sehr, sehr lange Zeit erledigt. ERLEDIGT!
    Ich rate dringend dazu, das aus reinem Selbsterhaltungstrieb heraus, wort-wörtlich zu nehmen! Ausrufezeichen!

    Das Letzte, was Frau Prof. Dr. Anna Katharina Mangold jetzt gebrauchen kann, ist, dass ihr die Leute, für deren Rechte sie kämpft, auf der Zielgeraden in den Rücken schiessen und ihr einen selbst-stigmatisierenden Knüppel namens "Zwangs-Peer-Beratung" zwischen die Beine werfen.

    Obwohl es mich nicht wundern würde, wenn genau das passieren würde. Es würde die kohärent selbst-stigmatisierende Geschichte der deutschen "Transidenten" fortschreiben...

    Noch einmal. Mir kann es egal sein. Ich arbeite nicht mal mehr zu Deutschland. Ich habe das nach 8 Jahren beendet. Aber ich rate euch allen eindringlich, die Mahnung von @Anonyma zu hören.

    Haltet Frau Prof. Dr. Anna Katharina Mangold den Rücken frei - unbedingt - anstatt ihr in den Rücken zu schiessen.
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  • Anm. d. Red.: Bitte kürzer fassen
#20 KaiJAnonym
#21 trans naysayerAnonym
  • 21.06.2020, 01:50h
  • Antwort auf #17 von Ralph
  • "Mir erregt Übelkeit, wie man es in der AfD immer wieder schafft, Menschenwürde und Grundrechte von Transfrauen als Werkzeug zur Begehung von Gewaltverbrechen durch Cismänner zu diffamieren."

    Falls Du die Hintergründe dieser patriarchalen trans-misogynen Strategie verstehen willst. -

    Die gute Laurie ist nach durch jahrelange Dauerkämpfe und Anfeindungen bedingter tiefer Erschöpfung und langem Rückzug zurück. Sie hat bitterlich (nicht nur in UK) gefehlt.

    In einem fundierten Essay fasst sie die Hintergründe und die reaktionären Intentionen dieser trans-misogynen Desinformations-Strategie perfekt zusammen.

    medium.com/@pennyred/terf-wars-why-transphobia-has-no-place-
    in-feminism-60d3156ad06e
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#22 antosProfil
#23 Still_IthProfil
  • 21.06.2020, 12:20hHessen
  • Antwort auf #18 von Fennek
  • Was ich leider ständig dulden muss, aber zu dulden nicht wirklich bereit bin, ist eine Ausdrucksweise über MICH, die suggeriert, dass ich einfach nicht anwesend wäre. V.a. wenn die sich dann noch darauf beschränkt, mich zu nem weit entfernten Opfer zu stilisieren, das man ein bisschen bedauert, solange es weit weg gedacht ist, aber im Umfeld dann praktisch betrachtet lieber nicht haben möchte.

    Nennt sich Othering, was ich da bemängelt habe, kannst du googlen.

    Und noch weniger, lol, werd ich mir von irgendeiner Cisse vorschreiben lasse, ob, wann und in welcher Form ich mich gegen diese Art von Ausschluss zur Wehr setze. Das wäre ja noch schöner.

    ***

    Da's nun ohnehin schon diskutiert wird: Auf den AfD-Kram wollt ich ja gestern nicht weiter eingehen, weil diese Partei es einfach nicht verdient, dass die Unterhaltung sich um sie dreht. Aber was ich an Kommentaren der Live-Dokumentierenden mitbekommen habe, war schon in etwa so "ist das AfD oder hör ich da eine TERF?"

    Sie hätten wenigstens vernünftige Credits setzen können. Abgesehen von dem Ticken Rassismus hätten sie das 1:1 genau so von den zahlreichen Verteidiger*innen einer gewissen JKR abschreiben können, die momentan überall aus dem Boden sprießen. Und vielleicht haben sie das sogar.
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#24 trans naysayerAnonym
  • 21.06.2020, 14:29h
  • Antwort auf #22 von antos
  • Der Essay hat Laurie alles gekostet. Sie ist dafür an ihre Substanz gegangen - wie schon immer in ihrem Leben.

    Wie wir alle. Wir sind alle müde. BlackLivesMatter kommt dazu. Müde von seit Jahren TÄGLICH währenden Kämpfen, Anfeindungen, konkreten Bedrohungen, Ausgrenzungen oder totschweigender Ignoranz. 24/7. Wir sind zu Tode erschöpft und krank. Ich habe vergessen, wann es jemals anders war.

    Zu diesem Zeitpunkt zeichnet es sich ab, dass die, die sich dieser trans-misogynen Desinformations-Strategie bedienen, in der so called "westlichen Welt" zu gewinnen scheinen. Vorerst.
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#25 KaiJAnonym
  • 21.06.2020, 16:54h
  • Antwort auf #24 von trans naysayer
  • Ich denke die Reaktion kann nicht gewinnen, wenn wir uns den Geist dafür offen halten, dass Geschlechtlichkeit in all' ihrer Diversität uns verbindet und Zuschreibungen, die uns aufgrund unserer Biologie gegeben werden, nicht annehmen. Das verbindende Element mit stonewall ist, dass wir aus den mit der Biologie begründeteten heterosexuellen Zuschreibungen ausgebrochen sind, wir LGBITIQ* allesamt. Und wir besinnen uns darauf, dass unser aller sexuelle Befreiung mit dem Feminismus angefangen hat und die unterdrückte Geschlechtlichkeit als Grundlage unseres Kampfes für sexuelle und Vielfalt überhaupt nehmen. Das und Vieles mehr verteidigen wir vor der Reaktion.
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#26 CanadianSarahAnonym
  • 23.06.2020, 08:17h
  • Schutzfunktionen... Das will doch die Community. Niemand, den ich in den letzten Jahren angetroffen habe, moechte es "einfacher" haben, weil es "ok" so sei, tausende Euros an "Schutzgeld" an Therapeuten zu geben, damit man einen neuen Namen bekommt. "Man soll immer freundlich sein." Fuer jeden Spass ausser HRT braucht man Gutachten und Alltagstests (eine Form der Konversionstherapie).

    Die Geduld ist zu ende. Ihr hattet lang genug Zeit und es wurde uns gesagt, es sei wichtigeres zu tun, als unsere Menschenrechte zu beachten. Und jetzt? Mensch, macht hinne. Kanada erlaubt das Aendern das Namens einem Brief vom Endo und das innerhalb von wenigen 30 Minuten und mit weniger Gebuehren.

    Warum das hier nicht?
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