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Podcast

"Ich werde als Christin von der LGBT-Community mehr angefeindet als andersrum"

Im neuen QUEERKRAM-Podcast spricht Johannes Kram mit Sängerin, Entertainerin und Aktivistin Annie Heger über ihre Erfahrungen als lesbische Christin und langjährige Moderatorin auf vielen deutschen CSD-Bühnen.

Direktlink | MP3 | Die neunte Folge (60 Min.) | Der Podcast bei iTunes, Spotify, Podigee
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Nur wenige Menschen kennen sich mit deutschen CSDs so gut aus wie Annie Heger. Seit vielen Jahren steht sie in jedem Sommer auf etlichen Pride-Bühnen der Republik, oft als Moderatorin, aber auch als Sängerin und Kabarettistin.

Im neuen QUEERKRAM-Podcast mit Johannes Kram erzählt die in Ostfriesland geborene 37-Jährige, wie es dazu kam, welche Unterschiede sie in den einzelnen Städten erlebt, welcher ihr Lieblings-CSD ist und wie sie mit der Coronakrise umgeht, die aktuell keine klassischen Pride-Festivals zulässt.


Johannes Kram und Annie Heger im Berliner Kellerstudio

Während Annie Heger im ersten Teil des Gesprächs viele Anekdoten beisteuert und einige ihrer Moderations-Tricks verrät, geht es im zweiten deutlich ernster zur Sache. Das Thema ist Queersein und Religion. "Meine größten Anfeindungen habe ich als Christin in der LGBT-Community erlebt, nicht andersrum", sagt die evangelische Künstlerin, die auch CSD-Gottesdienste organisiert, und berichtet von persönlichen Beschimpfungen und Beleidigungen.

Wie sie darauf reagiere, will der Atheist Johannes Kram wissen. Sie habe ein "großes Verständnis entwickelt", könne die "großen Verletzungen, die Kirche angestellt hat, absolut nachvollziehen", zeigt sich Heger versöhnlich. Sie wünsche sich, dass sich beide Seiten "darauf besinnen, was man gemeinsam hat".

Das Duo Heger & Kram, das sich im Podcast gekonnt die Bälle zuwirft, kann man übrigens am 1. Juli erneut beim digitalen Regenbogenabend der grünen Bundestagsfraktion erleben, dann im Gespräch mit den queerpolitischen Sprecher*innen Ulle Schauws und Sven Lehmann.

Zu Gast bei QUEERKRAM

Folge 1 mit Falk Richter und Jonas Dassler:
Warum sich Schauspieler outen sollten
Folge 2 mit Anastasia Biefang:
Warum das Transsexuellengesetz auf den "Müllhaufen der Geschichte" gehört
Folge 3 mit Ralf König:
Warum Ralf König genug vom "Gezicke in sozialen Medien" hat
Folge 4 mit Stephanie Kuhnen und Juliane Löffler:
Wie viel kreatives Potenzial steckt in der Corona-Krise?
Folge 4 mit Georg Uecker:
Warum gibt es so viel Häme auch in der Community?
Folge 6 mit Insel Pohl:
Outest du dich im Interview mit Homohassern, Ines Pohl?
Folge 7 mit Patrick Lindner:
Warum Patrick Lindner auf dem CSD singen muss!
Folge 8 mit Pierre Sanoussi-Bliss:
"Dass mein Leben auch zählt, müssen mir Weiße nicht sagen"

-w-

#1 AbgrenzereiAnonym
  • 20.06.2020, 10:39h
  • Sie ist mir jetzt auch nicht unbedingt als große Kritikerin aufgefallen, wenn es darum geht, die Worte (und teilweise auch Taten) der Katholiban und ähnlicher extremistischer Vereinigungen zu bekämpfen.

    Wer sich in ein Boot setzt ("schaut her, ich bin eine so tolle Christin"), muss sich auch nicht wundern, wenn sie für die Rufe aus dem Boot verantwortlich gemacht wird.

    Unmittelbare persönliche Beteiligung oder schweigsames Dulden ist da eigentlich egal.

    Gegen die schrillen und vor Hass triefenden Auswüchse einiger ihrer Brüder und Schwestern ist die Gegenrede viel zu zögerlich und viel zu schwach.

    Ich brauche nur 500 km gen Osten zu schauen. Ach was... ich schaue mir die Störchin an und denke "Katholiban".

    (Ja, ich kenne den Unterschied zwischen Evangelisch und Katholisch. Wo ist Latzel zu hause?)
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#2 Johannes KramAnonym
  • 20.06.2020, 11:08h
  • Zum vorausgegangenen Kommentar von Abgrenzerei

    Ich mische mich sonst in den Kommentaren hier nicht ein, aber von jemand, der solche Vorwürfe erhebt, wie Du es hier tust, darf schon erwartet werden, dass er sich die Podcast-Folge auch anhört, die er hier kommentiert. Annie Heger hat sich hier in einer Deutlichkeit vom Katholizismus distanziert, die keinerlei Missverständnisse zulässt. Ja, man muss über alles diskutieren können. Aber doch bitte im Wissen darum, um was es geht.
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#3 AndreasKA
  • 20.06.2020, 11:28hKarlsruhe
  • Ich gebe zu, dass ich den podcast gar nicht anschauen möchte, stelle mir aber hier die Frage, wie weit die Lady eine Kritik als Anfeindung versteht.

    Anfeindungen, die über eine Kritik - Moment, Stopp, man kann eine Identität überhaupt nicht kritisieren - ich korrigiere also:
    Anfeindungen, die über ein Unverständnis unserer LGTBI*-Identität weit hinaus gehen, sind seitens Vertreter des Christentums an der Tagesordnung.

    Es mag sein, dass sie persönlich nicht so drauf ist, aber wie hier schon geschrieben wurde: Wenn sie sich als Christin definiert, muss sie damit rechnen, dass aus unserer Richtung Fragen und Kritik kommt - auch an sie persönlich.

    Ein Glaube kann kritisiert und hinterfragt werden, vor allem, wenn darin/damit Menschen als weniger wertvoll oder verachtenswert bewertet werden.

    Eine Identität nicht.
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