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Polizeibericht

Berlin: Homophober Zwischenfall im Mauerpark

Ein 53-jähriger Parkläufer soll am Samstagnachmittag einen 30-jährigen Würstchenverkäufer schwulenfeindlich beschimpft haben, meldete die Berliner Polizei.


Mauerpark in Berlin-Prenzlauer Berg, im Hintergrund der Fernsehturm (Bild: Ji-Elle / wikipedia)

  • 21. Juni 2020, 10:14h 12 2 Min.

In Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg wurde am Samstagnachmittag ein Mann nach eigenen Angaben homophob beschimpft. Dies meldete die Polizei der Hauptstadt am Sonntagmittag.

Nach bisherigen Ermittlungen sollen zwei Parkläufer im Alter von 29 und 56 Jahren einen 30-jährigen Wurstverkäufer im Mauerpark angesprochen haben, da dieser dort keine Würstchen verkaufen durfte. Als die Parkläufer ihn kurze Zeit später wieder an der gleichen Stelle feststellten, soll der 56-jährige Parkläufer den 30-Jährigen homophob beleidigt haben. Die weiteren Ermittlungen führt, wie bei Hass­kriminalität üblich, der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin. Nähere Angaben zu den Beteiligten wurden im Polizeibericht nicht gemacht.

Erst am Freitagabend waren in Berlin-Neukölln zwei Männer aus einer vierköpfigen Personengruppe erst homophob beleidigt und dann mit Faustschläge ins Gesicht angegriffen worden (queer.de berichtete).

Mehr LGBTI-feindliche Gewalt in Berlin erfasst

In Berlin werden immer mehr homo- und transfeindliche Angriffe erfasst. Wie das Antigewaltprojekt Maneo im vergangenen Monat mitteilte, wurden ihm allein im vergangenen Jahr 559 Fälle gemeldet (queer.de berichtete). Damit erhöhte sich die Zahl um 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Davon richteten sich den Angaben zufolge 395 Taten gegen Schwule und männliche Bisexuelle. Hier betrug der Anstieg 38 Prozent. 83 Delikte hätten sich gegen trans Personen gerichtet und 47 gegen Lesben oder weibliche Bisexuelle, erklärte Maneo weiter.

Die Berliner Polizei macht anders als viele andere deutsche Polizeibehörden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in ihren Pressemitteilungen publik. Sowohl Polizei als auch Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen zudem eigene Ansprechpersonen für sexuelle und/oder geschlechtliche Minderheiten. Damit soll Schwulen, Lesben, Bisexuellen und trans Menschen, die traditionell ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Stellen von Anzeigen nach LGBTI-feindlichen Übergriffen erleichtert werden. (cw/pm)

-w-

#1 Autumn
  • 21.06.2020, 12:22hKöln
  • Es wird einfach immer schlimmer.
    Aber: Hier auf queer.de werden immer Fälle geschildert, die in Berlin passiert sind.
    In anderen Bundesländern ist das nicht viel besser, auch nicht hier in NRW.

    Mich würde interessieren, ob queer.de als Infoquelle nur auf die Polizei Berlin zurück greift, da dieses Bundesland als einziges Straftaten gegen uns separat erfasst.
  • Direktlink »
  • Anm. d. Red.: Wir berichten über alle Vorfälle, die uns von Polizei, Opfern oder Zeug*innen mitgeteilt werden, sofern wir sie verifizieren können.
#2 WirTunZuWenigAnonym
  • 21.06.2020, 12:47h
  • Wir selbst als Community unternehmen viel zu wenig gegen Homophobe und Transphobe Gewalt.

    Dieses Thema ist meiner Ansicht nach das Drängenste von allen und gehört auf Platz Eins.

    Jeder CSD sollte im Motto darauf Hinweisen. Außerdem vermisse ich Aufrufe, man solle beim CSD mit einem Partner gleichen Geschlechts Hand in Hand gehen, gleichgültig ob man nun zusammen ist oder nicht.

    Der Zeig auf die hohe Politik ist bequem, aber es fängt bei uns selbst an.
  • Direktlink »
#3 Autumn
  • 21.06.2020, 14:00hKöln
  • Antwort auf #2 von WirTunZuWenig
  • Das sehe ich auch schon so wie du.
    Allerdings bis auf den letzten Satz:
    Es kommt ja auch drauf an welches Klima die regierenden Parteien erschaffen.

    Es wird zwar offiziell gesagt, dass wir ja überall akzeptiert und anerkannt werden, aber im Grunde gibt es diesen subtilen Hass gegen uns trotzdem.

    Die Politiker die gegen die Gleichstellung und unsere Rechte sind, halten ja trotzdem an ihrer Meinung fest und ändern sie nicht, nur weil es jetzt die Ehe für alle gibt.

    Oder warum ist jede Gruppe in Deutschland vom Grundgesetz geschützt, nur die sexuelle Orientierung nicht?

    Ich mag übrigen nicht die Wörter "homophob" / "transphob".

    Ich kann eine Phobie gegen Spinnen, aber nicht gegen andere Menschen.
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