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Polizeibericht

Berlin: Homophober Zwischenfall im Mauerpark

Ein 53-jähriger Parkläufer soll am Samstagnachmittag einen 30-jährigen Würstchenverkäufer schwulenfeindlich beschimpft haben, meldete die Berliner Polizei.


Mauerpark in Berlin-Prenzlauer Berg, im Hintergrund der Fernsehturm (Bild: Ji-Elle / wikipedia)

In Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg wurde am Samstagnachmittag ein Mann nach eigenen Angaben homophob beschimpft. Dies meldete die Polizei der Hauptstadt am Sonntagmittag.

Nach bisherigen Ermittlungen sollen zwei Parkläufer im Alter von 29 und 56 Jahren einen 30-jährigen Wurstverkäufer im Mauerpark angesprochen haben, da dieser dort keine Würstchen verkaufen durfte. Als die Parkläufer ihn kurze Zeit später wieder an der gleichen Stelle feststellten, soll der 56-jährige Parkläufer den 30-Jährigen homophob beleidigt haben. Die weiteren Ermittlungen führt, wie bei Hasskriminalität üblich, der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin. Nähere Angaben zu den Beteiligten wurden im Polizeibericht nicht gemacht.

Erst am Freitagabend waren in Berlin-Neukölln zwei Männer aus einer vierköpfigen Personengruppe erst homophob beleidigt und dann mit Faustschläge ins Gesicht angegriffen worden (queer.de berichtete).

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Mehr LGBTI-feindliche Gewalt in Berlin erfasst

In Berlin werden immer mehr homo- und transfeindliche Angriffe erfasst. Wie das Antigewaltprojekt Maneo im vergangenen Monat mitteilte, wurden ihm allein im vergangenen Jahr 559 Fälle gemeldet (queer.de berichtete). Damit erhöhte sich die Zahl um 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Davon richteten sich den Angaben zufolge 395 Taten gegen Schwule und männliche Bisexuelle. Hier betrug der Anstieg 38 Prozent. 83 Delikte hätten sich gegen trans Personen gerichtet und 47 gegen Lesben oder weibliche Bisexuelle, erklärte Maneo weiter.

Die Berliner Polizei macht anders als viele andere deutsche Polizeibehörden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in ihren Pressemitteilungen publik. Sowohl Polizei als auch Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen zudem eigene Ansprechpersonen für sexuelle und/oder geschlechtliche Minderheiten. Damit soll Schwulen, Lesben, Bisexuellen und trans Menschen, die traditionell ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Stellen von Anzeigen nach LGBTI-feindlichen Übergriffen erleichtert werden. (cw/pm)



#1 AutumnProfil
  • 21.06.2020, 12:22hKöln
  • Es wird einfach immer schlimmer.
    Aber: Hier auf queer.de werden immer Fälle geschildert, die in Berlin passiert sind.
    In anderen Bundesländern ist das nicht viel besser, auch nicht hier in NRW.

    Mich würde interessieren, ob queer.de als Infoquelle nur auf die Polizei Berlin zurück greift, da dieses Bundesland als einziges Straftaten gegen uns separat erfasst.
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  • Anm. d. Red.: Wir berichten über alle Vorfälle, die uns von Polizei, Opfern oder Zeug*innen mitgeteilt werden, sofern wir sie verifizieren können.
#2 WirTunZuWenigAnonym
  • 21.06.2020, 12:47h
  • Wir selbst als Community unternehmen viel zu wenig gegen Homophobe und Transphobe Gewalt.

    Dieses Thema ist meiner Ansicht nach das Drängenste von allen und gehört auf Platz Eins.

    Jeder CSD sollte im Motto darauf Hinweisen. Außerdem vermisse ich Aufrufe, man solle beim CSD mit einem Partner gleichen Geschlechts Hand in Hand gehen, gleichgültig ob man nun zusammen ist oder nicht.

    Der Zeig auf die hohe Politik ist bequem, aber es fängt bei uns selbst an.
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#3 AutumnProfil
  • 21.06.2020, 14:00hKöln
  • Antwort auf #2 von WirTunZuWenig
  • Das sehe ich auch schon so wie du.
    Allerdings bis auf den letzten Satz:
    Es kommt ja auch drauf an welches Klima die regierenden Parteien erschaffen.

    Es wird zwar offiziell gesagt, dass wir ja überall akzeptiert und anerkannt werden, aber im Grunde gibt es diesen subtilen Hass gegen uns trotzdem.

    Die Politiker die gegen die Gleichstellung und unsere Rechte sind, halten ja trotzdem an ihrer Meinung fest und ändern sie nicht, nur weil es jetzt die Ehe für alle gibt.

    Oder warum ist jede Gruppe in Deutschland vom Grundgesetz geschützt, nur die sexuelle Orientierung nicht?

    Ich mag übrigen nicht die Wörter "homophob" / "transphob".

    Ich kann eine Phobie gegen Spinnen, aber nicht gegen andere Menschen.
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#4 Pink FlamingoAnonym
  • 21.06.2020, 14:46h
  • Antwort auf #2 von WirTunZuWenig
  • Ja, Hand in Hand zusammen gehen, ist eine von vielen Möglichkeiten. Diese Praxis habe ich schon in den 70er Jahren angewandt. Wir sind damals extra so auf den Kurfürstendamm in Berlin herumspaziert. Doch das verblüffenste daran war, niemand nahm Anstoß daran. Was sagt uns das? Zur damaligen Westberliner Zeit und dem Inselleben waren besonders die Berliner sehr viel aufgeschlossener und Tolerant uns gegenüber als es heute 2020 der Fall ist. Leider. Ob das nun mit der zunehmenden Gentrifizierung und der vielen Berliner mit Migrationshintergrund zu tun hat, ist mit Sicherheit einer der Gründe. Berlin hat sich da leider zum Nachteil verändert. So jedenfalls mein Eindruck.
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#5 FelixAnonym
  • 21.06.2020, 15:12h
  • Antwort auf #2 von WirTunZuWenig
  • Das sehe ich ähnlich.

    Wir haben mit den CSDs etwas, was viel Aufmerksamkeit erzeugt und womit man auch Heteros erreichen kann.

    Aber die sind oft zu weiten Teilen nur Party, so dass die Massen denken, alles sei prima und es gäbe nichts mehr zu tun.

    Wir müssen auf CSDs (bei den Paraden, Shows, Infoständen, aber auch in Pressemeldungen) noch viel mehr auf rechtliche Diskriminerungen, gesellschaftliche Diskriminierungen, Mobbing und Gewalt hinweisen.
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#6 ursus
  • 21.06.2020, 15:28h
  • Antwort auf #2 von WirTunZuWenig
  • "Außerdem vermisse ich Aufrufe, man solle beim CSD mit einem Partner gleichen Geschlechts Hand in Hand gehen, gleichgültig ob man nun zusammen ist oder nicht."

    Dazu kann man natürlich aufrufen, wenn man nicht erwartet, dass es alle toll finden. Ich könnte mir beispielsweise vorstellen, dass heterosexuelle trans Menschen es nicht so besonders prickelnd finden, den Homos zuliebe ausgerechnet auf einem CSD eine falsche Identität vorzutäuschen. Und man müsste damit rechnen, dass polyamore oder leidenschaftlich promiske Menschen in diesem Aufruf zu Recht eine monogamie-zentrische Perspektive kritisieren. Asexuelle bzw. aromantische Teilnehmer_innen werden auch nicht so wahnsinnig begeistert davon sein, wenn sie sogar auf einem CSD zu einer romantischen Inszenierung aufgefordert werden, die ihrer Identität diametral widerspricht und ihren Kampf um Sichtbarkeit wie mit einer Abrissbirne behandelt.

    Der CSD ist nicht nur für monogame Homos da. Es wird Zeit, das endlich zu verinnerlichen.
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#7 WirTunZuWenigAnonym
  • 21.06.2020, 16:04h
  • Antwort auf #6 von ursus
  • Ein Aufruf, ein Hinweis oder eine Bitte, wie man es auch immer nennen mag, ist ja keine Verpflichtung.

    Heterosexuelle Frauen haben oft keine Probleme, Händchen zu halten. Nur Männer, auch oft schwule Männer, schämen sich dafür.

    Auf jeden Fall wäre eine große Gruppe händchenhaltender Personen ein mächtiges Zeichen gegen Gewalt und Ausgrenzung. Und mancher, der Händchenhalten sexualisiert, würde vielleicht auch mal zum Nachdenken angeregt.

    Es gab vor ein paar Jahren eine internationale Aktion, die sich SSHH (same sex hand holding) nannte. Sie hat sich leider nicht weiter verbreitet.

    Als in den Niederlanden vor ein paar Jahren eine Welle homofeindlicher Gewalt gab, hielten aus Solidarität ebenfalls viele gleichgeschlechtliche Heteros Händchen, darunter auch Politiker.

    Wenn wir schon die CSDs haben, dann sollten wir auch auf unsere Benachrichtigung hinweisen und zwar konkret.

    Blumige und meiner Meinung nach nichtssagende Allgemeinplätze wie don't hide your pride, das Motto vom Berliner CSD letztes Jahr, helfen da nicht viel weiter.
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#8 ursus
  • 21.06.2020, 16:21h
  • Antwort auf #7 von WirTunZuWenig
  • "Ein Aufruf, ein Hinweis oder eine Bitte, wie man es auch immer nennen mag, ist ja keine Verpflichtung."

    Rein gar nichts spricht dagegen, tatsächliche Homopaare zum Händchenhalten aufzufordern. Aber diese Bitte auf _alle_ Teilnehmenden auszudehnen, wäre aus den genannten Gründen mindestens extrem unsensibel. Wie würdest du dich denn fühlen, wenn dich ausgerechnet beim CSD jemand "bittet", eine Identität vorzugaukeln, die nicht die ist, wegen der du überhaupt am CSD teilnehmen möchtest? Oder sogar das genaue Gegenteil deiner Identität? Ist wirklich so schwer zu verstehen, was daran problematisch ist?
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#9 IndienAnonym
#10 kontraproduktivAnonym
  • 21.06.2020, 18:46h
  • Antwort auf #7 von WirTunZuWenig
  • dein vorschlag, händchen zu halten ungeachtet der sexuellen identität anzuregen, kann schnell kontraproduktiv werden. die diskriminierende und irrige ansicht, man könne sich seine sexuelle "orientierung" aussuchen, steht in deutschland ja immer sehr schnell im raum bei lgbt-feindinnen.
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