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Terroranschlag?

England: Community trauert um drei getötete Schwule

Nach dem Messer-Tod dreier schwuler Männer zeigt sich die LGBTI-Community in einer südenglischen Großstadt schockiert.


James Furlong, Joe Ritchie-Bennett und David Wails (v.l.n.r.) verloren am Samstagabend ihr Leben

Bei einem mutmaßlichen Terroranschlag sind am Samstagabend in Reading drei schwule Männer getötet worden. Ein aus Libyen geflohener 25-Jähriger erstach laut britischen Medien gegen 19 Uhr den Wissenschaftler David Wallis, den Geschichtslehrer James Furlong und Joe Ritchie-Bennett, der für ein Pharmaunternehmen arbeitete. Die drei Freunde hatten in einem Park gesessen. Drei weitere Personen seien nach dem Angriff verletzt ins Krankenhaus eingeliefert worden, von denen zwei aber inzwischen wird entlassen worden seien. Der mutmaßliche Täter war noch am Tatort festgenommen worden.

Direktlink | Ausführlicher Bericht über die Opfer im öffentlich-rechtlichen Sender Channel 4

Wegen der Nationalität des Verdächtigen gingen viele sofort von einem Terroranschlag aus. Am Sonntagmorgen gaben auch die Behörden bekannt, dass wegen Terrorverdachts die Anti-Terror-Polizei die Ermittlungen übernommen habe. Das Motiv der Tat ist aber noch völlig unklar. Zunächst war von einer zufälligen Auswahl der Opfer ausgegangen worden. Die "Daily Mail" schreibt inzwischen, dass Ermittler Homophobie als Motiv nicht ausschließen.

Der verhaftete Mann soll 2012 in Großbritannien Asyl beantragt haben, weil er in Libyen "kein strikt religiösen Leben" geführt habe und deshalb von Islamisten bedroht worden sei. Er soll außerdem an psychischen Problemen leiden. Vor einigen Jahren soll er laut Verwandten eine religiöse Britin getroffen haben und zum Christentum konvertiert sein. Dem Inlandsgeheimdienst MI5 soll der Verdächtige bereits vor der Tat bekannt gewesen sein.

Twitter / srfnews

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Nachdem die Identität der Opfer am Montag bekannt gegeben wurde, legten viele Trauernde Blumen von dem Blagrave Arms ab, Readings bekanntester Schwulenkneipe. Die Opfer sollen Stammkunden des Pubs gewesen sein, vor dem sich am Montag 100 Menschen zu einer Trauerkundgebung versammelten. Anwohner*innen sammelten binnen weniger Stunden zudem tausende Pfund ein, um ein Denkmal für die drei Männer zu errichten und die Beerdingskosten zu tragen.

Direktlink | Schweigeminute an der Schule des getöteten Lehrers James Furlong

Die CSD-Veranstalter*innen erklärten via Twitter, sie würden Familie und Freund*innen der Opfer zur Seite stehen. "Liebe verbindet und wir müssen als Gemeinschaft zusammenkommen. Wir müssen füreinander da sein", heißt es in einer Botschaft von Martin Cooper, dem Chef des CSD-Vereins. Gegenüber Medien erklärte Cooper, dass er mit den Getöteten persönlich befreundet gewesen sei. (dk)



#1 AutumnProfil
  • 23.06.2020, 17:01hKöln
  • Ich bin mir sicher, dass man von Frau Merkel nichts dazu hören wird.
    Denn die Opfer sind ja lediglich Homosexuelle; etwas ganz andere wäre es natürlich, wenn die Tat einen islamfeindlichen oder antisemitischen Hintergrund hätte!!!
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#2 ColonelAnonym
  • 23.06.2020, 17:33h
  • Antwort auf #1 von Autumn
  • Das grenzt ja schon fast an Besessenheit. Warum sollte sich Frau Merkel auch zu einer solchen Gewalttat in England äussern, bei der noch nicht einmal die Motivlage hinreichend klar ist? Islamfeindliche Straftaten gibt es btw jedes Jahr mehrere hundert (und zwar nicht in England, sondern in Deutschland) - dass die Bundeskanzlerin sich dazu regelmässig zu Wort meldet, wäre mir neu. Ist auch überhaupt nicht ihre Aufgabe.
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#3 AltoAnonym
  • 23.06.2020, 18:48h
  • Antwort auf #1 von Autumn
  • Was hat das jetzt mit Merkel zu tun? Die Bundeskanzlerin hat nichts mit Flüchtlingen in England zu tun. Dazu lässt dein Kommentar auch subtile Vorurteile gegen Muslime durchscheinen. Das Märchen vom homophoben muslimischen Messerstecher wird ja gerne von den AfD Fans hervorgebracht.
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#4 dellbronx51069Anonym
  • 23.06.2020, 19:10h
  • Es war in den letzten Jahren durchaus üblich , dass sich Spitzenpolitiker aus Deutschland zu Terroranschlägen auch im Ausland äusserten und den Angehörigen ihr Beileid bekundeten.
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#5 ColonelAnonym
  • 23.06.2020, 19:38h
  • Antwort auf #4 von dellbronx51069
  • In der Tat. Bei grossen Anschlägen mit Dutzenden oder mehr Toten, vielen Verletzten und einem glasklaren ideologischen Hintergrund. Sicher nicht bei einer isolierten Attacke, von der man nicht einmal weiss, ob es überhaupt ein Terroranschlag war oder die Tat eines psychisch Kranken (womit sich jeder politischer Kommentar erübrigen würde). Mein Beileid den Angehörigen der Toten, aber hier jetzt eine Blitzreaktion von bundesdeutscher Seite einzufordern und beim (logischen) Ausbleiben derselben dann 'Homophobie' zu krakeelen ist absolut lachhaft und führt letztlich nur dazu, das wirklich berechtigte Anliegen der Community in Berlin irgendwann überhaupt nicht mehr ernst genommen werden...
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#6 dellbronx51069Anonym
#7 lindener1966Profil
  • 23.06.2020, 20:26hHannover
  • Ich bin sehr traurig! In den anderen deutschen Medien ist gar nichts darüber zu lesen, dass die Opfer schwul waren. Außer in UK natürlich.
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#8 seb1983
  • 23.06.2020, 21:18h
  • Antwort auf #6 von dellbronx51069
  • Inoffizielle Sprach und Denkregeln.
    Aus welcher Ecke kommen mir solche Formulierungen bloß bekannt vor.....

    Die Bundesregierung ist sicherlich nicht dafür bekannt bei der Verurteilung homophober Straftaten vorzupreschen. Hier würde ich aber ohnehin erstmal Ermittlungen abwarten.
    Und so tragisch es für die Angehörigen ist, die Tat hat keine europäischen Ausmaße wie Paris oder Nizza.
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#9 dellbronx51069Anonym
#10 KerzmanProfil
  • 23.06.2020, 22:50hPrinceton
  • Ist bekannt, ob sich der Täter in Reading diese drei Community-Mitglieder spezifisch ausgewählt hat, weil sie schwul waren, oder waren sie lediglich willkürliche Opfer dieses Mordanschlags? In der New York Times war zu dieser Frage kein Wort zu lesen. Ethisch betrachtet ist diese Unterscheidung irrelevant, vergossenes Blut ist vergossenes Blut (Pirkei Avot, Die Weisheit der Väter, 27, 19); für die Community wäre es allerdings wichtig zu wissen, ob es sich wieder einmal um einen gezielten Angriff auf Mitglieder handelte.
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