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Pride und Corona

Mehrere Events zur CSD-Saison in Köln geplant

Statt des verschobenen CSDs soll es jetzt drei unabhängig von den Pride-Organisator*innen veranstaltete Alternativ-Demos geben. Dass der ColognePride im Frühherbst trotz Corona stattfinden soll, finden nicht alle gut.


Bis sich wieder Menschenmassen mit Regenbogenfahnen um den Dom versammeln können, wird wohl noch einige Zeit vergehen

  • 23. Juni 2020, 18:01h, noch kein Kommentar

Der Kölner Lesben- und Schwulentag (KluST) hält weiter daran fest, dass die Demo zum ColognePride dieses Jahr am 11. Oktober steigen soll – wegen Corona war das eigentlich traditionell Anfang Juli stattfindende Event verschoben worden. Es gebe jedoch viele Einschränkungen. So könne beispielsweise das Straßenfest nicht stattfinden. In den CSD-Wochen vom 26. September zum 11. Oktober seien jedoch "viele verschiedene kleinere Veranstaltungen" geplant.

ColognePride im Oktober 2020 Am 11. Oktober 2020 wird im Rahmen des ColognePride eine Demonstration stattfinden. Die…

Gepostet von Cologne Pride am Montag, 22. Juni 2020
Facebook / Cologne Pride

Allerdings gab es auch Kritik daran, dass die Kölner Veranstalter*innen trotz der Corona-Krise an dem Event festhalten wollen: "Mir fehlt für diese Ankündigung, dass der ColognePride 'in gewohnter Weise' stattfindet, das Verständnis", erklärte Arndt Klocke, der offen schwule Fraktionschef der Grünen im NRW-Landtag, auf Facebook. "Großveranstaltungen sind bundesweit noch bis Ende Oktober untersagt. Wir haben an verschiedensten Stellen, darunter jetzt mit Tönnies, ein Wiederaufflackern der Infektionen. Die WHO hat gestern besorgniserregende Zahlen bekannt gegeben. Andere CSD-Demos sind bereits abgesagt oder werden zu Fahrraddemos umgewidmet." Der 49-Jährige fragte, warum man in Köln nicht "ein anderes, sichtbares Zeichen für Toleranz und Vielfalt setzen" könne und dann nächstes Jahr wieder einen regulären CSD veranstalte.

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Drei Pride-Demos für Ende Juni/Anfang Juli geplant

Bereits jetzt sind aber mehrere andere Events unabhängig von den CSD-Organisator*innen geplant: Am 28. Juni, dem 51. Jahrestag des Stonewall-Aufstands in der New Yorker Christopher Street, hat etwa das "Stonewall-Komitee Köln" eine Demonstration vom Kölner Hauptbahnhof zum Heumarkt angekündigt (Facebook-Veranstaltungsseite). Die Aktion soll politisch sein: "Gerade in Zeiten von Quarantäne müssen wir Safe Spaces für Menschen der queeren Community schaffen, da diese im privaten Umfeld statt Unterstützung häufig Diskriminierung erfahren", heißt es in der Ankündigung. Treffpunkt ist 14 Uhr am Bahnhofsvorplatz. Das Stonewall-Komitee versteht sich als "antipatriarchal, antirassistisch und antikapitalistisch".

Zudem ist für den 4. Juli auch der "6. Dyke March Cologne" angesetzt (Facebook-Veranstaltungsseite). Die Demonstration zur Sichtbarkeit von "Lesben / queeren Frauen* / frauenliebenden Frauen* / genderqueeren Lesben" hat sich in den letzten Jahren zu einer erfolgreichen Veranstaltung am jeweiligen CSD-Wochenende entwickelt. Teilnehmen könne jede, "egal, wie Ihr Euer Leben gestaltet, wie alt Ihr seid, welche Hautfarbe Ihr habt, wo Ihr herkommt, ob Ihr cis, trans*, inter* oder non-binary, lang- oder kurzhaarig seid, Rollstuhl oder Rollator fahrt, Lippenstift oder keinen tragt".

Für den 5. Juli plant Aktivist Gianni Jovanovic mit mehreren Mitstreiter*innen außerdem unter dem Titel "Colours of Change" eine Kundgebung am zentral gelegenen Rudolfplatz. Die Genehmigung für eine Veranstaltung von 200 bis 300 Teilnehmenden habe er bereits am Montag erhalten, ebenso wie die Unterstützung mehrerer Gruppen wie dem Schwulen Netzwerk NRW, teilte er gegenüber queer.de mit. Jovanovic betonte, dass die Veranstaltung nicht als Konkurrenz zum KLuST gedacht sei, sondern als Ergänzung.

Die Kundgebung soll zwischen 15 und 17 Uhr stattfinden und vor allem auf Intersektionalität setzen, also den Kampf gegen Diskriminierung nicht nur aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität, sondern etwa auch gegen Rassismus. Weitere Informationen zum Event sollen in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. (dk)