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Leipzig

Transphobe Attacke: Täter ist schuldunfähig

Vor zwei Jahren wurde die sächsische Metropole Leipzig druch einen brutaler Angriff auf eine trans Studentin erschüttert. Ein Gericht schickt den Täter jetzt in die Psychiatrie.


Der Täter kann wegen einer psychischen Krankheit zwar nicht bestraft werden, muss aber zum Schutz der Öffentlichkeit die nächste Zeit in einer Nervenklinik verbringen (Bild: Emmanuel Huybrechts / flickr)

Das Landgericht Leipzig hat am Mittwoch den Angeklagten Marcus S. nach einem Übergriff auf eine trans Frau für schuldunfähig befunden. Der 40-jährige Leipziger stand wegen einer ganzen Reihe von Übergriffen vor Gericht, darunter auch einen auf eine trans Frau – wegen seiner Schuldunfähigkeit erhielt er nun einen Freispruch, hieß es in einem Bericht der Leipziger Volkszeitung. Zugleich entschied das Gericht, dass der Mann wegen seiner Gefährlichkeit in einer geschlossenen Nervenklinik untergebracht werden müsse.

Bei dem Angeklagten war bereits vor dem Verfahren eine paranoid-halluzinatorische Schizophrenie festgestellt worden. Die Öffentlichkeit durfte daher den Prozess nicht mitverfolgen.

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Trans Frau erlitt Nasenbeinbruch

Im Juni 2018 hatte eine seiner Taten weit über die Grenzen Leipzigs hinaus für Entsetzen gesorgt: Der Täter fragte damals eine damals 22-jährige trans Studentin auf dem Unigelände nach ihrem Geschlecht und forderte sie dann auf, ihren Intimbereich zu entblößen. Als sie sich weigerte, reagierte er unvermittelt mit einem gezielten Schlag in das Gesicht der jungen Frau, die dadurch einen Nasenbeinbruch erlitt und in die Notaufnahme der Uniklinik eingeliefert werden musste.

Dann der nächste Schock: Der Täter tauchte auch im Krankenhaus auf und lächelte sein Opfer an. Eine Freundin der trans Frau konnte dann ein Bild des Mannes schießen (queer.de berichtete). Ein knappes halbes Jahr nach dem Vorfall startete die Polizei mit Hilfe des Bildes eine Fotofahndung (queer.de berichtete). Der Mann, der bereits mehrfach wegen Körperverletzung vor Gericht gestanden hatte, stellte sich daraufhin den Behörden, wurde aber zunächst wieder auf freien Fuß gesetzt. Nachdem mehrere weitere Übergriffe mit ihm in Verbindung gebracht wurden, wurde er schließlich weitere zehn Monate später, im Oktober 2019, in eine Nervenklinik eingewiesen. Die legere Art der Polizei, mit dem Mehrfach-Täter umzugehen, führte in Leipzig zu Kritik. (cw)



#1 GenervterAnonym
  • 24.06.2020, 14:58h
  • "Zugleich entschied das Gericht, dass der Mann wegen seiner Gefährlichkeit in einer geschlossenen Nervenklinik untergebracht werden müsse."

    Na toll, das heißt dann konkret, zwei Wochen Gespräche bei Kaffe und Kuchen mit dem Arzt im Rosengarten führen um anschließend als geheilt entlassen zu werden. Vielleicht noch eine Runde Delfinschwimmen in der Ostsee um sicher zu gehen.
    Lächerlich diese Strafe.
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#2 Pu244Anonym
  • 24.06.2020, 15:25h
  • Antwort auf #1 von Genervter
  • Hier gibt es keine Strafe, weil derjenige schuldunfähig ist. Im übrigen kann das auch durchaus 5 Jahre bis lebenslang bedeuten, je nachdem wann derjenige geheilt ist, eine Begrenzung nach oben gibt es nicht.

    Was hättest du dir denn tolles als Strafe vorgestellt?

    Im übrigen leidet ein Kumpel von mir an Schizophrenie und glaub mir, das ist nicht lustig.
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#3 Pink FlamingoAnonym
  • 24.06.2020, 15:26h
  • Antwort auf #1 von Genervter
  • Hä, was schreibst Du für einen Unfug. Mitnichten wird es so laufen wie Du es beschreibst. Oder schreibst Du hier aus eigener Erfahrung? Der Täter wird mit ziemlicher Sicherheit für sehr lange in der Geschlossenen verweilen müssen. Ich habe mich wegen eines Burnouts für einige Wochen freiwillig auf die offene Station begeben. Dort hatte man einen guten Blick auf die strengen Maßnahmen in der geschlossenen Abteilung.
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#4 ColonelAnonym
  • 24.06.2020, 15:34h
  • Antwort auf #1 von Genervter
  • Es ist ja auch keine Strafe (und soll/darf keine sein). Wer, wie der Betroffene in diesem Fall, offenkundig psychisch krank ist und unter Wahnvorstellungen leidet, dem fehlt die Einsicht in die Strafbarkeit des eigenen Handelns. Daher auch zurecht: Freispruch. Entscheidend ist, das dem Mann geholfen werden kann.
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#5 SchlüssigAnonym
#6 PascaleAnonym
  • 24.06.2020, 17:06h
  • Sicher ist, daß der Täter für lange lange Zeit niemanden mehr gefährlich werden kann.
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#7 GronkelAnonym
  • 24.06.2020, 17:16h
  • Antwort auf #6 von Pascale
  • "Sicher ist, daß der Täter für lange lange Zeit niemanden mehr gefährlich werden kann."

    Das mag sein, aber die Vorgehensweise: Gewalttäter, egal aus welchen Motiven, immer und immer wieder auf den freien Fuss zu setzen, ist ein Unding. Und da kann in Aller Regel die Polizei gar nichts zu. Das ist ein Richterproblem wodurch Mehrfachtaten und Intensivtäter überhaupt erst vorfallen und entstehen können.
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#8 PascaleAnonym
  • 24.06.2020, 17:49h
  • Antwort auf #7 von Gronkel
  • Nein, die Polizei kann wirklich nichts dafür. Es sind die Richter/innen die manchmal Urteile fällen, da stehen einen die Haare zu Berge. Da muss sich ganz schnell etwas ändern. Hier sind alle Parteien gefragt.
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#9 DramaQueen24Profil
  • 25.06.2020, 02:53hBerlin
  • Recht zu sprechen ist nicht immer einfach. Und die Feststellung der Schuldunfähigkeit oder Prozessfähigkeit auch nicht. Denn das Hauptproblem ist, dass der Fokus der Justiz auf dem Täter, nicht auf dem Opfer liegt. In den USA zum Beispiel ist es anders herum, da steht das Opfer im Mittelpunkt, das Gerechtigkeit bekommen soll.
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#10 SoSoAnonym
  • 25.06.2020, 09:04h
  • Antwort auf #9 von DramaQueen24
  • Was dabei herauskommt ( in den USA ) sieht man ja.
    Drakonische Strafen bis hin zur Todesstrafe
    Übervolle Strafananstalte.
    mangelnde Resozialisierung.
    Deutliches Ungleichgewicht bei den POC im
    Gefängnis.

    Und der Erfolg:

    Mehr Morde
    Mehr Gewalt
    Mehr Straftaten.
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