https://queer.de/?36416
Leipzig
Transphobe Attacke: Täter ist schuldunfähig
Vor zwei Jahren wurde die sächsische Metropole Leipzig druch einen brutaler Angriff auf eine trans Studentin erschüttert. Ein Gericht schickt den Täter jetzt in die Psychiatrie.

Der Täter kann wegen einer psychischen Krankheit zwar nicht bestraft werden, muss aber zum Schutz der Öffentlichkeit die nächste Zeit in einer Nervenklinik verbringen (Bild: Emmanuel Huybrechts / flickr)
- 24. Juni 2020, 12:44h 2 Min.
Das Landgericht Leipzig hat am Mittwoch den Angeklagten Marcus S. nach einem Übergriff auf eine trans Frau für schuldunfähig befunden. Der 40-jährige Leipziger stand wegen einer ganzen Reihe von Übergriffen vor Gericht, darunter auch einen auf eine trans Frau – wegen seiner Schuldunfähigkeit erhielt er nun einen Freispruch, hieß es in einem Bericht der Leipziger Volkszeitung. Zugleich entschied das Gericht, dass der Mann wegen seiner Gefährlichkeit in einer geschlossenen Nervenklinik untergebracht werden müsse.
Bei dem Angeklagten war bereits vor dem Verfahren eine paranoid-halluzinatorische Schizophrenie festgestellt worden. Die Öffentlichkeit durfte daher den Prozess nicht mitverfolgen.
Trans Frau erlitt Nasenbeinbruch
Im Juni 2018 hatte eine seiner Taten weit über die Grenzen Leipzigs hinaus für Entsetzen gesorgt: Der Täter fragte damals eine damals 22-jährige trans Studentin auf dem Unigelände nach ihrem Geschlecht und forderte sie dann auf, ihren Intimbereich zu entblößen. Als sie sich weigerte, reagierte er unvermittelt mit einem gezielten Schlag in das Gesicht der jungen Frau, die dadurch einen Nasenbeinbruch erlitt und in die Notaufnahme der Uniklinik eingeliefert werden musste.
Dann der nächste Schock: Der Täter tauchte auch im Krankenhaus auf und lächelte sein Opfer an. Eine Freundin der trans Frau konnte dann ein Bild des Mannes schießen (queer.de berichtete). Ein knappes halbes Jahr nach dem Vorfall startete die Polizei mit Hilfe des Bildes eine Fotofahndung (queer.de berichtete). Der Mann, der bereits mehrfach wegen Körperverletzung vor Gericht gestanden hatte, stellte sich daraufhin den Behörden, wurde aber zunächst wieder auf freien Fuß gesetzt. Nachdem mehrere weitere Übergriffe mit ihm in Verbindung gebracht wurden, wurde er schließlich weitere zehn Monate später, im Oktober 2019, in eine Nervenklinik eingewiesen. Die legere Art der Polizei, mit dem Mehrfach-Täter umzugehen, führte in Leipzig zu Kritik. (cw)
















Na toll, das heißt dann konkret, zwei Wochen Gespräche bei Kaffe und Kuchen mit dem Arzt im Rosengarten führen um anschließend als geheilt entlassen zu werden. Vielleicht noch eine Runde Delfinschwimmen in der Ostsee um sicher zu gehen.
Lächerlich diese Strafe.