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Aussage gegen Aussage

Soest: Fremdenverkehrs-Chefin aus Homophobie gefeuert?

Ein hässlicher Streit erschüttert eine pittoreske Kreisstadt in Nordrhein-Westfalen: Wurde eine Marketing-Geschäftsführerin nur aus ihrem Vertrag entlassen, weil sie homosexuell und eine Frau ist?


Soest lockt mit seiner schönen Innenstadt auch Tourist*innen an (Bild: Olaf Naujocks / flickr)

  • 24. Juni 2020, 16:39h, noch kein Kommentar

In der 47.000 Einwohner zählenden Stadt Soest ist ein Streit um die Nichtverlängerung des Vertrages für die Chefin der städtischen Wirtschaft und Marketing GmbH ausgebrochen: Die 52-jährige Prof. Monika Dobberstein beschuldigte laut "Soester Anzeiger" am Montag in einem (inzwischen gelöschten) Facebook-Eintrag die Stadtleitung, sie nach vier Jahren als Geschäftsführerin wegen Homosexuellenfeindlichkeit und Frauenhass nicht länger beschäftigen zu wollen. Dobberstein lebt privat mit einer Frau zusammen, was einigen in der Verwaltung sauer aufgestoßen sein soll. Die Wirtschaft und Marketing GmbH ist in Soest unter anderem für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Tourismus verantwortlich.

Dobberstein erklärte, sie sei als offen homosexuelle Frau offenbar für die Mehrheit nicht tragbar, obwohl sie "herausragende Ergebnisse" geliefert habe. Außerdem schrieb sie: "Ich wurde nicht wiedergewählt, obwohl oder gerade weil ich eine starke Frau bin." Sie führte als Beweis unter anderem an, dass Verträge mit männlichen Geschäftsführern mehrfach verlängert worden seien, "obwohl es gute Gründe gegeben hätte, sich von ihnen zu trennen". Gegenüber der Lokalpresse wollte sie sich nicht weiter zu den Vorwürfen äußern.

Bürgermeister weist Vorwürfe empört zurück

In der Stadtverwaltung reagiert man ungehalten über die Äußerungen Dobbersteins. Bürgermeister Eckhard Ruthemeyer (CDU), der seit über zwei Jahrzehnten die Geschicke der Stadt leitet, weist die Vorwürfe von Homophobie und Frauenfeindlichkeit "persönlich sowie im Namen von Rat und Verwaltung auf das Schärfste" zurück. Der Kommunalpolitiker gibt der Noch-Geschäftsführerin selbst die Schuld für die Eskalation: "Sämtliche Beteiligte haben sich in der Vergangenheit um eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Frau Prof. Dobberstein bemüht. Diesen Weg hat sie nun selber mit ihren auf Facebook veröffentlichten Äußerungen verlassen."

In einem Kommentar im "Soester Anzeiger" wird ebenfalls vermutet, dass Dobberstein aus sachlichen Gründen gefeuert wurde, denn ein "stets sehr bemüht" reiche nicht aus. Ihre Vorwürfe an die Stadtführung werden dagegen als "regelrecht perfide" bezeichnet. (cw)

Die Frau hinter den Soester Großprojekten Interview mit Prof. Dr. Monika Dobberstein Sie ist nicht einmal vier Jahre…

Gepostet von Wirtschaft & Marketing Soest GmbH am Mittwoch, 10. Juni 2020
Facebook / Wirtschaft & Marketing Soest GmbH