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Corona-CSD-Ersatz

Tausende bei Pride-Demo in Berlin

Not macht politisch: Mit einem alternativen CSD machte die Hauptstadt-Szene auf wichtige Anliegen im In- und Ausland aufmerksam.


Die sich mit "LGBT-freien Zonen" und antiqueerer Wahlkampf-Stimmungsmache verschlechternde Lage im Nachbarland Polen wurde von vielen Teilnehmenden thematisiert (Bild: Sebastian Walter / twitter)

Bei Temperaturen um die 30 Grad und unter Corona-Auflagen sind am Samstagmittag bei einer Demo Tausende Schwule, Lesben, Bisexuelle, trans Personen und Verbündete durch Berlin gezogen. "Es waren schätzungsweise 3.500 Menschen in der Spitze", sagte eine Polizeisprecherin der dpa.

Unter dem Motto "Pride Berlin: Save our Community, Save our Pride" zog die Menge mit Plakaten, Regenbogenfahnen und -masken vom Nollendorfplatz in Schöneberg über den Potsdamer Platz zum Alexanderplatz. Neben Reden gab es Musik, aber kaum Kommerz. Kurz vor dem Alex wurde die Veranstaltung vom Veranstalter-Team rund um den Aktivisten Nasser El-Ahmad vorzeitig beendet, um bei dem Andrang Corona-Bedingungen einhalten zu können.


Organisator Nasser zog ein positives Fazit.

Laut Polizei seien Regeln wie Abstand zueinander und das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung weitestgehend eingehalten worden. Der ganze Nachmittag sei "ohne größere Vorfälle" verlaufen. Laut "Tagesspiegel" gebe es allerdings Aufnahmen, die offenbar zeigen, wie eine ältere Frau Teilnehmende mehrmals als "krank" und "reif für die Psychiatrie" bezeichnet und mit ihren Krücken auf diese geschlagen habe.

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Gegen politisch und wirtschaftlich "LGBTIQ*-freie Zonen"

Die Kundgebung war organisiert worden, nachdem der eigentliche Hauptstadt-CSD zum Höhepunkt der Corona-Krise angekündigt hatte, auf die regulär Hunderttausende Menschen anziehende Demonstration zu verzichten und rund um den geplanten Termin am 25. Juli Online-Veranstaltungen abzuhalten. Die davon unabhängige Demonstration am Samstag wollten dennoch politische und sichtbare Zeichen setzen – und auch die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Szene thematisieren, also bedrohte Bars, Clubs und Kulturorte.

Der offizielle Christopher Street Day (CSD) im Juli wurde wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Als Alternative zogen heute Tausende Menschen für LGBTQI-Rechte durch Berlin.

Gepostet von tagesschau am Samstag, 27. Juni 2020
Facebook / tagesschau | Zu dieser Foto-Meldung der Tagesschau gab es auch homofeindliche Kommentare und einige, die sich aus Corona-Bedenken über die Kundgebung empörten – andere Fotos mit anderen Perspektiven zeigten Abstände zugleich deutlich besser. Gute Eindrücke des Tages bietet der "Queerspiegel", der (anders als das aus dem Rheinland stammende queer.de) mit seinem Team vor Ort war

"Save our community, save our pride. Stop sexual Apartheid! Against LGBTIQ*free Zones", forderten die Pride-Organisatoren in ihrer Ankündigung bei Facebook. Im Mittelpunkt der Forderungen und Reden stand die Situation queerer Menschen in Ländern wie Polen, Russland und der Ukraine. In sozialen Netzwerken wurde gelobt, dass politische und solidarische Inhalte beim "Not-CSD" in den Vordergrund gerückt seien. "Es ist uns wichtig, für Menschen zu demonstrieren, die weltweit verfolgt und diskriminiert werden und Gewalt erleiden", sagte ein Teilnehmer der dpa. Er trug ein Plakat mit der Aufschrift "We want Liberation & Equality & Justice" (Wir wollen Befreiung, Gleichheit und Gerechtigkeit). In Deutschland habe es in den vergangenen Jahren große Fortschritte im Umgang mit Lesben und Schwulen gegeben im Gegensatz etwa zu Polen oder Russland, wo es Nachholbedarf gebe.

Andere Teilnehmende zeigten ihre Zugehörigkeit zu Gruppen wie queeren Geflüchteten oder dem Dyke* March, Plakate mit Slogans wie "No freedom until we are all equal" (Keine Freiheit, bis wir alle gleich sind) oder auch "Black trans lives matter" als Unterstützung für trans Personen und die Anti-Rassismus-Bewegung "Black Lives Matter", zu der es zeitgleich eine Kundgebung im Tiergarten gab. Auch dort waren einzelne Plakate zu sehen, die sich im Gegenzug auf den Pride bezogen.

Twitter / E_N_Celkan

Auch in Würzburg, Hanau und Konstanz sollte es am Samstag kleinere Pride-Kundgebungen geben, während man online den Global Pride von CSD-Veranstaltern weltweit inklusive deutscher Beteiligung und deutschlandweit den Stream Pride Live des Mediennetzwerks blu verfolgen konnte (und noch bis in die Nacht verfolgen kann). Am Sonntag sind Fahrrad-CSD-Demonstrationen in Düsseldorf und Essen geplant. (dpa/cw)

Update: Eindrücke von der Fahrrad-Demo des CSD in Düsseldorf in dieser Galerie

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#1 SchleicheRAnonym
  • 27.06.2020, 20:35h
  • schöne Aktion mit dem Bezug auf Polen. Wird Zeit, dass denen kräftig auf die Finger geklopft wird. EU-Gelder einstecken und dann nationalsozialisti -äh religionsfaschistischen Wahlkampf auf Kosten queerer Minderheiten machen.
    Das Shirt mit dem polnischen Adler im Regenbogen is hammer :) - Als Flagge produzieren und vor die polnische Botschaft stellen 8=)
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#2 KaiJAnonym
#3 Ralph
  • 28.06.2020, 10:42h
  • Not macht erfinderisch. Um Mitternacht hat das schwule Paar hier unten im Tal ein Feuerwerk in Regenbogenfarben abgebrannt. Die meisten Leute rannten an ihre Fenster, und als es vorbei war, brandete Applaus durchs Dorf. (Die meisten werden aber nicht gewusst haben, was der Anlass war. Angekündigt war es nicht. Nicht mal uns hatten die beiden vorher was gesagt.)
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#4 JanoshAnonym
  • 28.06.2020, 12:47h
  • In dem einen Screenshot steht, daß 98% der Teilnehmer Masken auf hatten, so die Polizei. Entspricht nicht der Tatsache. Gibt genug Videos von der Veranstaltung, wo Maskenträger in der absoluten Minderheit waren. Besonders von der Kundgebung. Man ist eben in Berlin. 1,5m Abstand ist eh ein dehnbarer Begriff bei Massenverantaltungen.
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#5 RogerAnonym
  • 28.06.2020, 14:43h
  • Bis zu diesem Artikel dachte ich, dass jeder CSD ein Demo ist und damit (politisch) ein Zeichen gesetzt werden sollte. Nicht erst durch Corona enstand in unserer Community eine Not. Was war dann der CSD eurer Meinung nach vor Corona? Nur eine grosse Party? Ein Volksfest?
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#6 lars14578Anonym