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20 Jahre homosexuelle Soldaten

AKK soll sich für Diskriminierung der Bundeswehr entschuldigen

Erst seit knapp 20 Jahren akzeptiert die Bundeswehr Homosexuelle als Berufssoldat*innen. Auf eine Entschädigung oder auch nur eine öffentliche Entschuldigung für die Homophobie in den Streitkräften warten Betroffene bis heute.


Wird Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer Sorry sagen? Bislang hat sich die Saarländerin nicht gerade als Anhängerin der Gleichbehandlung Schwuler und Lesben hervorgetan, ganz im Gegenteil

Die FDP hat Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) aufgefordert, sich anlässlich des 20. Jahrestages der Legalisierung von Homosexualität in der Bundeswehr für die Homophobie der Vergangenheit zu entschuldigen. Erst am 3. Juli 2000 hatte das damals SPD-geführte Bundesverteidigungsministerin im Erlass zur "Personalführung homosexueller Soldaten" offen Homosexuellen erlaubt, Berufssoldat*innen zu werden.

Der 20. Jahrestag am Freitag wäre "ein guter Anlass, die betroffenen Bundeswehrangehörigen in Ihrer Funktion als Bundesverteidigungsministerin öffentlich für die erfahrene Diskriminierung um Entschuldigung zu bitten", heißt es in dem Brief der FDP-Abgeordneten Jens Brandenburg und Alexander Müller an Kramp-Karrenbauer. "Bitte nutzen Sie diese Gelegenheit."

In der Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion hatte das Bundesverteidigungsministerium im Februar erklärt: "Die Bundeswehr stellt sich dem Thema des richtigen und angemessenen Umgangs mit Angehörigen der Bundeswehr, auch hinsichtlich ihrer sexuellen Orientierung und Identität, in vollem Umfang. Ziel ist es, mögliche Benachteiligungen zu verhindern und rückhaltlos aufzuarbeiten" (PDF). Ein eigenes Gesetz nach Vorbild des Paragraf-175-Rehabilitierungsgesetzes von 2017 sei aber "nicht beabsichtigt", denn es bestünden "hohe verfassungsrechtliche Hürden", hieß es damals – mit der selben Argumentation hatte die Union bereits jahrelang das Rehabilitierungsgesetz blockiert. Im März versprach Kramp-Karrenbauer dann bei einem Treffen mit dem Arbeitskreis Homosexueller Angehöriger der Bundeswehr, sich doch für eine gesetzliche Regelung zur Rehabilitierung einzusetzen (queer.de berichtete)

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"Unehrenhafte Entlassungen, faktische Berufsverbote und Rufschädigung"

In der Bundeswehr hatte die staatliche Verfolgung Homosexueller zu "unehrenhaften Entlassungen, faktischen Berufsverboten und damit verbundener Rufschädigung" geführt, erklärten die FDP-Politiker in ihrem Brief Damit habe die deutsche Armee sexuellen Minderheiten "enormen Schaden" zugefügt, der noch nicht wiedergutgemacht sei.

Die Homophobie im Verteidigungsministerium führte manchmal zu absurden Situationen – und 1984 zu einem regelrechten Skandal, der die neue Regierung Kohl in die Bredouille brachte. Damals feuerte der homophobe Verteidigungsminister Manfred Wörner den Vier-Sterne-General Günter Kießling, nachdem ihn der Militärgeheimdienst fälschlich beschuldigt hatte, schwul zu sein. Später musste Wörner die Entlassung zurücknehmen (queer.de berichtete). (dk)



#1 Simon82Anonym
  • 29.06.2020, 16:42h
  • Süß AKK bitten sich zu Entschuldigen ... ist so als wolle man die Sonne daran hindern aufzugehen ... einfah ein ding der unmöglichkeit.
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#2 antosProfil
#3 saltgay_nlProfil
  • 29.06.2020, 21:16hZutphen
  • Sorry, aber ich scheiße auf Entschuldigungen der Politiker sämtlicher verantwortlicher Parteien bei diesem Thema. Das ist doch nichts weiter als Volksverdummnung hoch drei. Schließlich kostet so eine Entschuldigung gar nichts und ist nichts weiter als ein PR-Gag. Ich bin es leid wie ein geistig Behinderter von Leuten behandelt zu werden, die selbst über einen reduzierten IQ verfügen. Beispiel: der weinselige Herr Brüderle von der FDP, der die Slowakei nur eine Autostunde von Dresden entfernt wähnte. Oder nehmen wir diese Quotentucke Jens Spahn, der den Unterschied zwischen Voltaire und Lessing nicht kennt.

    Das charakterlich Miese dieser Schmierenschauspieler vom Politikensemble ist nämlich folgendes Kalkül: als Kind bekommt man eingetrichtert, dass man eine Entschuldigung nicht ablehnen darf. Wer das dennoch tut, macht sich selber schuldig. Diese zweifelhafte Moralvorstellung stammt noch aus der evangelischen Theologie des 19. Jahrhunderts, wo die eigene Schuld Bestandteil der Herrschaftsordnung war.

    Diese Politiker nutzen dies schamlos aus nach dem Motto. Das ist zwar dumm gelaufen, aber wenn ich mich pompös entschuldige und die Medien dies gebührend feiern, dann können die Leute mir mal am After lecken. So wird aus Unrecht moralisches Recht und Stärke.

    Die Demokratieverdrossenheit des Bürgers in der BRD ist doch verständlich. Wenn ihm jeden Tag Demokratietheater vorgespielt wird - dann kotzt es ihn an und er wendet sich ab. Dieses besondere Entschuldigungstheater jedoch löst bei Vielen eher Brechdurchfall aus.
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#4 Pink FlamingoAnonym