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"Homosexuelle in Union stärker einbinden"

Junge Union setzt sich für LSU ein

Die Lesben und Schwulen in der Union sollten bei der CDU eine größere Rolle spielen. Das fordert der Chef der Jungen Union, der eigentlich in der Vergangenheit ebenfalls mit LGBTI-Feindlichkeit gespielt hatte.


Tilman Kuban ist seit März 2019 Bundesvorsitzender der Jungen Union und damit auch Mitglied im CDU-Bundesvorstand

Der Vorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, hat sich dafür ausgesprochen, Homosexuelle als Teil der CDU durch eine Verankerung in der Parteisatzung anzuerkennen. "Ich wünsche mir ein positives Signal, dass Homosexuelle in der Union noch stärker eingebunden und ihre Themen gehört werden. Daher plädiere ich dafür, dass die Gruppierung Schwule und Lesben in der Union in der Parteisatzung anerkannt wird", sagte Kuban der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Montag).

Ob der 800 Mitglieder zählende Bundesverband der Lesben und Schwulen (LSU) in der CDU-Satzung als Vereinigung wie die Junge Union, als Sonderorganisation wie die Hochschulgruppen des RCDS oder als neues Netzwerk geführt würde, sei eine Formsache, die gerade in der Struktur- und Satzungskommission besprochen werde. Gegen die Aufnahme als Vereinigung – das sind etwa die JU mit mehr als 100.000 Mitgliedern, die Senioren-Union und die Frauen-Union – stemmen sich noch Parteimitglieder. Sie argumentieren, dass die LSU dafür zu klein und unbedeutend sei.

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AKK blockierte Aufwertung von LSU

Zuletzt hatte die damalige CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer 2018 laut Medienberichten die Aufwertung der LSU verhindert (queer.de berichtete). Die heutige Verteidigungsministerin hatte immer wieder mit homophoben Äußerungen für Empörung gesorgt – etwa als sie 2017 die Gleichbehandlung von Homosexuellen im Ehe-Recht mit Inzest und Polygamie gleichsetzte oder sich 2019 als Parteichefin in einer Faschingsrede über Intersexuelle lustig machte.

Auch Kuban hat in der Vergangenheit mit LGBTI-Feindlichkeit gespielt: So teilte er vergangenes Jahr in seiner Bewerbungsrede als JU-Chef wie Kramp-Karrenbauer ebenfalls gegen Intersexuelle aus, als er andere Parteien kritisierte, die "Schultoiletten für das 3. bis 312. Geschlecht" fordern würden (queer.de berichtete).

Eine Aufwertung wäre für die LSU mehr als nur prestigeträchtig: Vereinigungen in der mehr als 400.000 Mitglieder zählenden CDU haben besondere Rechte: Sie können auf Parteitagen Anträge stellen, haben einen Platz im Bundesvorstand und bekommen finanzielle Unterstützung. Der LSU-Vorsitzende Alexander Vogt sagte: "Die Signale stehen gut, dass es eine in unserem Sinne positive Änderung des Status in der CDU geben wird." (ots/dk)



#1 GirlygirlProfil
  • 29.06.2020, 18:53hKS
  • Ausgerechnet Hr. Kuban, der FAKE NEWS verbreitet und sich einer LGBTQ feindlichen Rhetorik ("3.-312. Geschlecht": In keinem dt. Parteiprogramm steht was von 312 Geschlechtern und kein dt. Politiker hat so etwas auch nur ANSATZWEISE behauptet). Ich weiß nicht, ob Hr. Kuban homophob ist, aber Fakt ist, dass er geschlechtlichen Minderheiten einen Einfluss zuschreibt, den sie definitiv nicht haben. Dass er die Homosexuellen in der Union nun stärken will, erstaunt mich daher. Genauso hat mich auch Söder erstaunt, der ja auch kürzlich sich versöhnlich gegenüber Homosexuelle gezeigt hat. Bei all dem dürfen wir aber nicht vergessen, dass sowohl die CSU als auch die Junge Union, die konservativsten und LGBT feindlichsten Meinungen des demokratischen Spektrums vertreten. Falls sie jetzt ehrlich vorhaben, sich zu ändern, freut mich das sehr. Leider glaube ich aber, dass es nur leere Worte sind.
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#2 Ralph
  • 30.06.2020, 11:38h
  • Zu klein und unbedeutend? Unbedeutend - klar, weil die Union 5-10% der Bevölkerung für bedeutungslos hält. Klein - klar, weil es für LGBTI wenig bis keinen Sinn hat, sich in einer Partei zu engagieren, der sie egal sind. Übrigens: Eine der sieben Vereinigungen innerhalb der CDU ist die sog. Ost- und mitteldeutsche Vereinigung. Das sind die Vertriebenen. Die Vertreibung liegt mehr als sieben Jahrzehnte zurück. Vertriebene, die heute noch leben, sind 75 Jahre und älter und seit -übertrieben gesagt- einer Ewigkeit integriert , sowohl in die Partei als auch in die Bundesrepublik. Was kann es denn da noch für besondere Interessen geben außer der Bildung und Unterhaltung von Seilschaften von Vertriebenennachfahren? Die Abkömmlinge von vor hundert Jahren in Schlesien und Preußen geborenen Menschen sind der CDU als vermeintliche soziale Gruppe (die es real gar nicht gibt) wichtiger als LGBTI.
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