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Katholische Kirche
US-Erzbistum führt Trans-Verbot an katholischen Schulen ein
Nach neuen Regeln dürfen nur noch cissexuelle Schüler*innen an katholischen Schulen im Erzbistum Indianapolis aufgenommen werden.

Erzbischof Charles C. Thompson macht aus seiner Abneigung gegen Homo- und Transsexuelle kein Geheimnis (Bild: Erzbistum Indianapolis)
- 29. Juni 2020, 15:53h 2 Min.
Das Erzbistum Indianapolis hat laut der Lokalzeitung "Indianapolis Star" eine neue gegen Transmenschen gerichtete Regelung für katholische Schulen erlassen. Die Richtlinie sei diesen Monat von Erzbischof Charles C. Thompson abgenickt worden.
Demnach "dürfen Schüler, deren Geschlecht rechtlich von ihrem biologischem Geschlecht abweicht oder deren gegebene Biologie chemisch und/oder chirurgisch verändert wurde, nicht zugelassen werden". Diese Regel würde beispielsweise Pubertätsblocker einschließen.
Transsexuelle stehen nicht mit "Werten" der Kirche im Einklang
Trans- und nicht-binäre Schüler*innen dürften nur am Unterricht teilnehmen, wenn sie die katholischen Lehren zur Nichtexistenz von Transsexualität akzeptierten. Laut der Richtlinien sei es den Jugendlichen an Schulen erlaubt, "Verwirrung über die eigene sexuelle Identität zu erleben, so lange die Beteiligten offen für Begleitung und die Lehren der Kirche sind". Schulen sollten den jungen Menschen dabei helfen, "Gottes Willen für ihr Leben zu befolgen und im Einklang mit kirchlichen Werten" zu leben. Laut dem Schreiben gehöre "die Wahrheit über Sexualität als 'Mann' und Frau' zur christlichen Kernlehre über Menschen".
LGBTI-Aktivist*innen kritisierten die Haltung des Erzbistums scharf: "Der Versuch des Erzbistums, junge Transmenschen zu attackieren anstatt ihnen eine sichere und akzeptierende Umgebung anzubieten, ist schändlich und gefährlich", erklärte etwa Sarah Kate Ellis, die Chefin der LGBTI-Organisation GLAAD. Sie verwies auf Untersuchungen, wonach junge Transmenschen wegen dieser Ablehnung häufiger Suizidversuche unternehmen würden, und warf der Kirche vor, diese Kinder und Jugendlichen mit ihrer ablehnenden Haltung weiter in die Enge zu treiben.
Vatikan zieht Daumenschrauben an
Der Vorfall ist kein Einzelfall: Der Vatikan hat in den letzten Jahren seine ablehnende Rhetorik gegenüber Transmenschen verstärkt. So veröffentlichte die Bildungskongregation vergangenes Jahr ein Schreiben, wonach Transsexuelle Teil der abzulehnenden "Gender-Ideologie" seien (queer.de berichtete).
Erzbischof Charles C. Thompson gilt als besonders LGBTI-feindlich: Er hatte bereits vergangenes Jahr für Schlagzeilen gesorgt, weil er einen Lehrer wegen dessen Homosexualität feuern ließ (queer.de berichtete). Sein Erzbistum betreibt insgesamt 67 Schulen. (dk)














