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Kommentare zu:
Filmförderung führt Diversitäts-Checkliste gegen Klischees ein


#1 MarcAnonym
  • 30.06.2020, 11:35h
  • Sorry, aber irgendwelche "Checklisten" für Filme, Literatur, Musik oder was auch immer, finde ich nicht nur unsinnig, sondern gefährlich.

    Ja, auch ich wünsche mir mehr Diversität, aber bitte keine Checklisten oder Reinreden in kreative Prozesse.

    Das geht ja schon fast in Richtung indirekte Zensur.
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#2 Ralph
  • 30.06.2020, 11:49h
  • Antwort auf #1 von Marc
  • Da werd ich mal sarkastisch: Wollen wir Filmförderung aus öffentlichen Mitteln für ein Remake von "Jud Süß", "Ohm Krüger" oder ähnlicher Machwerke? - Es geht ja nicht darum, Filme nach Inhalt zu erlauben oder zu verbieten. Aber der Steuerzahler hat einen Anspruch darauf, dass Filme, die eindeutig menschenfeindliche Inhalte transportieren, nicht aus Steuergeldern mitbezahlt werden. Dass Kriterien zur Förderwürdigkeit aufgestellt werden, ist vernünftig.Und Filme, die die eine oder andere soziale Gruppe der Verachtung preisgeben oder herabwürdigen, sind nicht förderwürdig.
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#3 MarcAnonym
  • 30.06.2020, 12:27h
  • Antwort auf #2 von Ralph
  • Also bitte:
    jetzt unterstelle mir doch nicht, meine Position würde Nazi-Filme auch fördern wollen.

    Es ist ein himmelweiter Unterschied zwischen Filmen, die vielleicht nicht irgendwelchen Checklisten genügen und rechten Propaganda-Filmen.

    Nur weil ich keine Checklisten will, heißt das doch nicht, dass ich jetzt alles fördern will.
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#4 seb1983
  • 30.06.2020, 14:11h
  • Antwort auf #3 von Marc
  • Kurz gegoogelt, laut Wikipedia stehen jährlich etwa 15mio Euro zur Verfügung. nuja....

    Im ungleich wichtigeren US Markt sind solche Listen völlig üblich wenn Fördermittel abgegriffen werden sollen. Extrembeispiel ist das US Militär. Da wird für Blockbuster auch gerne mal ein Flugzeugträger nebst Besatzung zur Verfügung gestellt, das Drehbuch dann aber auf Pentagon Linie frisiert.

    Mit ein Grund warum Innovationen in Drehbuch und Produktion von Serien der Streaming Dienste angetrieben werden.
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#5 Ralph
  • 30.06.2020, 15:32h
  • Antwort auf #3 von Marc
  • Na ja... versteh ich das richtig... antisemitische Filme würdest Du auch nicht fördern, bei antischwulen Filmen hättest Du aber keine durchgreifende Bedenken? Drei Beispiele: In einem Film werden Juden als geldgierig und machtgeil dargestellt, in einem zweiten dunkelhäutige Menschen als faul und dumm, in einem dritten Schwule als Kinderschänder. Würdest Du den ersten und den zweiten ablehnen, aber den dritten fördern?
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#6 MarcAnonym
  • 30.06.2020, 18:37h
  • Antwort auf #5 von Ralph
  • Manche Leute sind dermaßen auf Krawall gebürstet, dass sie zwanghaft nach etwas suchen, was sie anderen unterstellen können.

    Wo habe ich denn geschrieben, dass ich Förderung für homophobe Filme will? Aber nicht jeder Film, der keine LGBTI-Rollen hat, ist deshalb gleich homophob.

    Ich will nur nicht, dass das Abhaken von Checklisten über Filmfördermittel entscheidet. Dass rassistische, sexistische, homophobe, etc. Filme nicht gefördert werden sollten, ist doch wohl selbstverständlich. Dafür brauche ich aber auch keine Checklisten. Und ein homophober Film würde übrigens auch mit einem Quotenschwulen nicht besser.
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#7 MarcAnonym
  • 30.06.2020, 18:41h
  • Antwort auf #4 von seb1983
  • 1. Die USA sollte man nicht gerade als Vorbild nehmen. Und am allerwenigsten die Streamingdienste, die jede geschaute Minute auswerten, um genau zugeschnittene Filme und Serien zu machen, die genau auf das zugeschnitten sind, was gut ankommt. Spätestens da sind Filme keine kreativen Kunstwerke mehr, sondern nur noch (ähnlich wie Werbung) am Konsumentengeschmack orientierte, fast automatisiert hergestellte Artefakte, die irgendwann auch per KI komplett automatisch hergestellt werden können.

    2. Ja, wer in den USA gewisse Dinge für seine Filme haben will, muss dafür Gegenleistungen erbringen. Ob man sich als Filmemacher darauf einlässt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Aber erstrebenswert ist das nun wahrlich nicht.
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#8 ursus
#9 KunstfreiheitAnonym
  • 01.07.2020, 08:15h
  • Sorry, aber ich will nicht in einem Staat leben, wo Kulturförderung von irgendwelchen Checklisten abhängig gemacht wird.

    Nach dem Motto: Film A hat nur 2 Schwule und 1 Lesbe, Film B aber 2 Schwule und 2 Lesben. Dann ist Film B förderungswürdiger. Halt, nein: die eine Lesbe in Film A ist ja auch noch eine kopftuchtragende Muslimin, dann ist doch wieder Film A förderungswürdiger.

    Kunst und Kultur sind keine Computer, wo man irgendwelche Benchmarks messen oder Anforderungskataloge nutzen kann.

    Natürlich sollten keine homophoben Filme gefördert werden, aber jede Art von Hetze sollte eh verboten sein.
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#10 MarcAnonym
  • 01.07.2020, 08:59h
  • Antwort auf #8 von ursus
  • 1. Zensur wird von denjenigen, die sie veranlassen selten auch so bezeichnet.

    2. Es ist natürlich keine direkte Zensur, in dem Sinne, dass Dinge verboten werden. Aber indirekt schon, wenn dann Filmemacher ihre Ideen anpassen, um auch Fördermittel zu bekommen.

    3. Zu Beginn wird sowas meistens sehr weich formuliert und wenn es erst mal etabliert ist, neigt man dazu, es auf einmal verpflichtend zu machen. Bestes Beispiel ist die Kennzeichenerfassung für die LKW-Maut. Anfangs wurden alle Datenschutzbedenken damit weggewischt, dass man das niemals und auch in 100 Jahren nicht für irgendwas anderes als den geplanten Zweck nutzen würde. Und sobald es etabliert war, kamen dann Stück für Stück immer neue Wünsche dazu und es wurde immer weiter ausgeweitet. Sowas nennt man Salami-Taktik.
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#11 ursus

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