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Katholische Kirche ist sauer

Gabun legalisiert Homosexualität wieder

Gegen den erbitterten Widerstand der katholischen Kirche hat das westafrikanische Land das erst vor einem Jahr erlassene Verbot von Homosexualität wieder aufgehoben.


Präsident Ali Bongo muss das Gesetz noch unterzeichnen (Bild: Chatham House / flickr)

  • 30. Juni 2020, 12:28h 11 2 Min.

Beide Parlamentskammern in Gabun haben die Aufhebung des erst vergangenes Jahr eingeführten Verbots homo­sexueller Handlungen beschlossen. Laut Reuters stimmten am Montag 59 Senator*­innen hinter verschlossenen Türen für die Aufhebung, 17 waren dagegen, vier enthielten sich. Bereits vergangene Woche hatte die Nationalversammlung mit 48 gegen 24 Stimmen bei 25 Enthaltungen die Aufhebung des Verbots gebilligt.

Nun muss das Gesetz nur noch von Präsident Ali Bongo unterzeichnet werden. Er hat sich bisher nicht öffentlich zu dieser Frage geäußert. Seine Frau hatte aber für die Aufhebung geworben. Sie hatte erklärt, dass die Freiheit der Liebe ein Grundrecht sei. Laut dem Verbotsgesetz drohten Schwulen und Lesben bis zu sechs Monate Gefängnis sowie eine Geldstrafe von bis zu fünf Millionen CFA-Franc (7.600 Euro).

Die Regierung des zwei Millionen Einwohner zählenden Landes, das ungefähr so groß ist wie Großbritannien, hat bislang nicht öffentlich erklärt, warum das Verbot aufgehoben wurde. Möglicherweise drohten westliche Länder eine Absenkung der Entwicklungshilfe an, sollte das homophobe Gesetz nicht aufgehoben werden.

Katholische Kirche wollte Gefängnisstrafen für Homosexuelle beibehalten

Die katholische Kirche hatte aggressiv für die Beibehaltung des Verbots geworben. Eine Aufhebung sei "eine Gefahr für Kinder und auch für Homosexuelle", behauptete die nationale Bischofskonferenz in einem Schreiben an das Parlament. Denn Schwule und Lesben würden durch das Gesetz vor homosexuellem Verhalten geschützt. "Die Bibel besagt, dass Homosexualität kein Menschenrecht ist, sondern eine Entfremdung, die die Menschheit beschädigt, weil Homosexualität nicht auf menschlichen Werten basiert", so die Bischöfe. Homosexualität abzulehnen sei die "Pflicht" von Gläubigen.

Der zentralafrikanische Atlantik-Anrainerstaat Gabun erlangte 1970 seine Unabhängigkeit von Frankreich. Anders als in britischen Kolonien, in denen lange Haftstrafen auf Homosexualität verankert wurden, gab es in französischen Kolonien in der Regel keine entsprechenden Strafvorschriften. Allerdings war in Gabun das Schutzalter für männliche Homosexuelle jahrzehntelang höher als das für Heterosexuelle. Zudem berichten LGBTI-Aktivisten vor Ort von struktureller Diskriminierung von Schwulen und Lesben und teilweise religiös begründeter Homosexuellenfeindlichkeit. In Gabun gehört fast die Hälfte der Bevölkerung der katholischen Kirche an, knapp 40 Prozent einer protestantischen Kirche und zehn Prozent bekennen sich zum Islam.

Mit der Legalisierung in Gabun würde die Zahl der Länder, die Homosexuelle per Gesetz verfolgen lassen, auf 69 sinken. Die meisten dieser Länder befinden sich in Afrika. (dk)

-w-

#1 MarcAnonym
  • 30.06.2020, 14:34h
  • "Katholische Kirche wollte Gefängnisstrafen für Homosexuelle beibehalten"

    Dazu muss man echt nichts mehr sagen...

    Das ist deren Vorstellung von Barmherzigkeit und Nächstenliebe. Ist alles nur Image, um ganz andere Ziele zu erreichen.
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#2 Taemin
  • 30.06.2020, 15:11h
  • Antwort auf #1 von Marc
  • Ja. Und da gibt es Leute, die ernsthaft glauben, in Europa werde die kath. Kirche gleichgeschlechtliche Eheleute segnen,während sie sie in Afrika einsperrt. Wolkenkuckucksheim. - Der Präsident gehört übrigens der muslimischen Minderheit an. Seine Unterschrift unter das Gesetz wäre auch ein Signal an die Herrscher all der islamischen Staaten, die Schwule einsperren oder gar töten lassen.
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#3 jamalAnonym
  • 30.06.2020, 16:38h
  • Unglaublich, dass es immer noch Leute in Deutschland gibt, die so einer Organisation wie der katholischen Kirche Geld geben! Manche davon sind sogar LGBT! Ein Wahnsinn!
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