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CSD-Saison 2020

Die Deutsche Bahn wird queer

Der bundeseigene Eisenbahnkonzern will mit Regenbogenflaggen an Bahnhöfen, einer Pride-IC-Lok und einem queer-bunten Werbespot ein Zeichen für Vielfalt und Akzeptanz setzen. Die AfD bezeichnet den Einsatz der Bahn für queeres Leben als "linksextrem".


Mit Regenbogen-Mundschutz durch Deutschland: Die Bahn präsentiert sich LGBTI-freundlich (Bild: Deutsche Bahn)

Die Deutsche Bahn (DB) wird dieses Jahr zur CSD-Saison sehr aktiv: Das Unternehmen mit 44 Milliarden Euro Jahresumsatz hat dazu die Lokomotive eines ihrer Intercity-Züge in den Farben des Regenbogens beklebt. Die Lok ist unter dem Motto "Take a Pride Ride on the Railbow" in ganz Deutschland unterwegs. Die Initiative ist zusammen mit dem konzernweiten LGBTIQ*-Netzwerk railbow entstanden. In diesem setzen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Förderung gegenseitigen Respekts ein.


Bald auch an deiner Haltestelle: Die Pride-Lok der Deutschen Bahn (Bild: Deutsche Bahn)

Teil der Pride-Ride-Kampagne ist auch der Film "Wir fühlen mit Euch – Pride Ride bei der Deutschen Bahn". Darin werden unter anderen Lederkerle, Lesben und Dragqueens als Kund*innen des Unternehmens gezeigt – und ein etwas anderer Schaffner. Mit diesem Film signalisiere der Konzern "unter anderem ihre Unterstützung für die LGBTIQ*-Bewegung, da viele Paraden rund um den Christopher-Street-Day nicht stattfinden können", heißt es in einer Pressemitteilung.

Zudem werden bundesweit an 63 Bahnhöfen und DB-Bürogebäuden Regenbogenflaggen gehisst. "Mit Maßnahmen wie diesen und vielen weiteren Aktionen betont die DB fortlaufend die Vielfalt an sexuellen Orientierungen und Identitäten im Konzern. Diese Offenheit für unterschiedliche Lebensentwürfe ist eine entscheidende Stärke der Deutschen Bahn", erklärte Personalvorstand Martin Seiler.

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"Die DB setzt sich für eine bunte und offene Gesellschaft ein"

Bahn-Chef Richard Lutz ergänzte: "Die DB setzt sich für eine bunte und offene Gesellschaft ein. Diese Vielfalt leben wir innerhalb der Deutschen Bahn und setzen mit zahlreichen Maßnahmen immer wieder ein Zeichen für ein tolerantes Miteinander." Lutz übernahm bereits im vergangenen Jahr die Schirmherrschaft von railbow.

Im Herbst soll es außerdem wieder eine konzernweite Woche der Vielfalt geben. Schon 2019 widmete die DB der Vielfalt ihrer Mitarbeitenden eine ganze Aktionswoche. "Vielfalt ist Teil unserer Identität und daher auch fest in unserer Konzernstrategie 'Starke Schiene' verankert", so der Vorstandsvorsitzende Lutz.

Kritik der AfD

Kritik am LGBTI-Interesse der Bahn kam aus der AfD: Gunnar Lindemann, ein Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, kritisierte am Wochenende einen Tweet des Unternehmens zum Global Pride mit dem "Witz": "Das erklärt natürlich ihre regelmäßigen Verspätungen."



Als die Bahn darauf mit einigen Facepalm-Emojois reagierte, schrieb der AfD-Politiker: "Und das erklärt Ihre linksextremistische Gesinnung!" Daraufhin erklärte die Bahn nur wenige Minuten später: "Das zeigt einfach nur, dass wir alle Menschen akzeptieren und respektieren. Sollten Sie vielleicht auch mal ausprobieren."





Die Deutsche Bahn engagiert sich bereits seit Jahren für LGBTI-Rechte. Bereits 2004 war das Unternehmen dafür mit dem Max-Spohr-Preis ausgezeichnet worden, der alle zwei Jahre vom Völklinger Kreis e. V. – Bundesverband schwuler Führungskräfte vergeben wird. Im April gehörte die Bahn auch zu den Unterzeichnenden eines Aufrufs, um das faktische Blutspendeverbot für schwule und bisexuelle Männer in Deutschland zu beenden (queer.de berichtete). (pm/dk)

Anmerkung: Nachträglich um AfD-Reaktion ergänzt



#1 N8EngelProfil
#2 PetterAnonym
  • 01.07.2020, 14:10h
  • >>> Die AfD bezeichnet den Einsatz der Bahn für queeres Leben als "linksextrem". <<<

    Was ist denn daran "linksextrem", wenn ein Unternehmen beschließt, bestimmte Werte zu leben und ein Zeichen für Vielfalt zu setzen.
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#3 Realist*Anonym
#4 FredericAnonym
  • 01.07.2020, 17:34h
  • Also ich finde den Werbespot etwas merkwürdig, sehr klischeehafte Darstellung. Wieso integriert man nicht schwule und lesbische Paare in die normale Werbung, statt so einen überzogenen Spot zu produzieren?!
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#5 What IfAnonym
  • 01.07.2020, 19:17h
  • Komisches Englisch. Das holprige "take a pride ride" kann sich wohl nur eine deutsche Agentur ausgedacht haben, wogegen "take a proud ride" doch so naheliegend und international verständliches korrektes Englisch wäre.
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#6 lindener1966Profil
  • 01.07.2020, 20:59hHannover
  • Ob dieser AFD Mann bemerkt, wie strunz-dumm er ist? Wahrscheinlich nicht.

    Ansonsten: Warum solidarisiert man sich mit der "LGBTQ"-Bewegung" und nicht einfach mit queeren Menschen? Muss es schon wieder ein Lederkerl und eine Drag-Queen sein? Hab da irgendwie keine Lust mehr drauf.
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#7 SybilleAnonym
#8 SybilleAnonym
  • 01.07.2020, 21:52h
  • Was will man von Adolfs Freunden Deutschlands anderes erwarten. Für die ist alles linksextrem, irgendwann zerreißt sie sich vor Haß selbst wie Rumpelstilzchen. Hoffentlich bald.
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#9 EuropäerAnonym
  • 01.07.2020, 23:21h
  • Antwort auf #4 von Frederic
  • Der Werbespot ist spitze! Warum sollte die Bahn "normale Werbung" zeigen? Was ist "normale Werbung"? Kommen in anderen Werbespots "Lieschen Müller" und "Otto Normalverbraucher" vor? Nein, selbstverständlich nicht ... außer natürlich, in der Fleckenentferner Werbung, in welcher die Hausfrau "Wänitsch Oksi Äktschn" verwendet (sie spricht es bewusst falsch aus, um zu betonen, dass sie eine Frau aus dem Volke ist). Der Rest ist geprägt von Sixpack und Silikonbusen.

    Die Bahn will sagen, "egal wie schrill ihr seid - ihr sein Willkommen". Es geht ja um den ausgefallenen CSD! Aber manchen (wie zum Beispiel Dir) kann man es niemals Recht machen - der LGBTIQ Community. Wenn die nichts zu nörgeln und motzen hat, ist sie unzufrieden.

    Ich habe solche Bekannte und Freunde. Es gibt solche Leute in der Szene. Alles richtig gemacht.

    Super Sache DB - ich verzeihe euch dafür die ein, oder andere Verspätung ;).
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#10 BahnsprechAnonym