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Disney-Filmserie

"High School Musical": Ryan ist schwul

Der Regisseur der Kultserie bestätigt ein langjähriges Gerücht. Ryan sei nicht ausdrücklich als schwul dargestellt worden, weil das George-W.-Bush-Amerika noch nicht bereit für einen schwulen Schüler gewesen sei.


Ryan (Lucas Grabeel) war in "High School Musical" das, was deutsche Boulevardblätter als "Paradiesvogel" bezeichnen (Bild: Disney)

Jahrelang haben Fans der Disney-Filmtrilogie "High School Musical" darüber spekuliert, ob Ryan (dargestellt von Lucas Grabeel) schwul ist. Immerhin war Ryan der schrillste Schüler der East High School und fiel stets durch ausgefallene Outfits auf – eine Romanze war ihm in der Filmreihe aber stets verwehrt worden.

Im Magazin "Variety" bestätigte der offen schwule Regisseur Kenny Ortega die Theorie über Ryans sexuelle Orientierung mehr als 14 Jahre nach der Premiere des ersten Teils von "High School Musical": "Wir haben uns damals entschieden, dass sich Ryan wohl an der Uni outen wird", so Ortega.

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Ortega: Zeit war noch nicht reif für einen schwulen Highschool-Schüler

Die sexuelle Orientierung des Schülers sei nicht ausdrücklich dargestellt worden, obwohl er bei Disney mit "der fortschrittlichsten Gruppe von Leuten" gearbeitet habe. Aber: "Ich hatte Bedenken, weil es ja eine Sendung für Familien und Kinder war und Disney wohl diese Grenze nicht überschreiten würde", erklärte Ortega. Also habe er sich dazu entschieden, die Homosexualität der Figur nur anzudeuten. "Man kann sie sehen, man kann sie fühlen." Zur Erinnerung: 2006 war eine Zeit, in der in der Politik bis hoch zu Präsident George W. Bush stets Stimmung gegen Homosexuelle gemacht wurde (queer.de berichtete).

Direktlink | Ryan (Lucas Grabeel) singt hier an der Seite von Sharpay (Ashley Tisdale)

Schauspieler Lucas Grabeel war wiederholt auf die sexuelle Orientierung von Ryan angesprochen worden. Letztes Jahr deutete er gegenüber "TVLine" an, dass seine Figur wohl heimlich schwul ist: "Ich hatte viele Gespräche mit [Regisseur Ortega] über seine eigenen Erfahrungen in der Highschool. Er sagte, er sei nicht out gewesen und sei nicht so rumgelaufen, aber er hatte diese Energie in ihm drin." Er sei froh, dass die Leute heute weniger Probleme mit Homosexualität hätten als noch 2006.

Drei Filme von "High School Musical" wurden zwischen 2006 und 2008 veröffentlicht – die ersten beiden waren TV-Filme, der dritte Teil kam ins Kino. Die beiden anfangs wenig bekannten Hauptdarsteller Zac Efron und Vanessa Hudgens sind danach zu Hollywood-Superstars aufgestiegen. Inzwischen gilt die Reihe unter vielen Fans als Kult. Im November 2019 wurde ein zehnteiliges Spinoff mit dem Namen "High School Musical: Das Musical: Die Serie" im Streamingportal Disney+ veröffentlicht. Lucas Grabeel spielte sich in der im Mockumentary-Stil á la "Modern Family" gedrehten Serie in einem Gastauftritt selbst. (dk)



#1 Ralph
  • 01.07.2020, 17:14h
  • Aha, das war eine Zeit, in der Stimmung gegen Schwule gemacht wurde. Desto wichtiger wäre es gewesen, eine schwule Figur darzustellen, statt sie nur "schrill" anzudeuten. War man aber zu feige. Soll man jetzt lieber die Klappe halten, statt auch noch stolz auf die eigene Feigheit zu sein.
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