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Kommentare zu:
Neue Verfassung bestätigt: Noch mehr Putin, noch mehr Homophobie


#1 AutumnProfil
  • 01.07.2020, 20:02hKöln
  • Es ist unglaublich, aber andererseits auch nicht. Für mich steht ganz klar fest: Russland ist ein faschistisches System.
    Daran ändern für mich auch nicht die ständigen Ermahnungen der Linkspartei, man müsste auf Russland zugehen. Von der AFD fange ich besser gar nicht erst an.
    Dass die USA eine Regenbogenflagge an ihre Botschaft in Moskau gehängt hat und dafür von Russland angegriffen wird, zeigt für mich wer der wahre Feind ist.
    Wir in Deutschland - obwohl wir täglich Diskriminierung erfahren - können uns nicht vorstellen wie viel schlimmer die Situation für LGBT dort noch ist.
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#2 KaiJAnonym
#3 kuesschen11Profil
  • 01.07.2020, 22:54hFrankfurt
  • Antwort auf #1 von Autumn
  • Richtig volle Zustimmung. Russland ist ein faschistisches System.

    Wer in einem Staat gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit aufbaut, kann sich nicht mehr Demokratie nennen. Leider ist der Großteil des russischen Volkes nicht besser als seine Regierung: durch und durch faschistisch.

    Wenn 87% die Ehe für alle in Russland ablehnen, dann sollte wenigstens eine Alternative für LGBTIs wie die Eingetragene Lebenspartnerschaft angeboten werden. Aber die gibt es dort auch nicht. Echte demokratische Werte und die damit verbundenen Menschenrechte, die für alle Menschen gelten sollen, wirft man in die Tonne. Die psychische und physische Verfolgung gegenüber Minderheiten wird zukünftig ansteigen. Die russisch-orthodoxe Kirche trägt ihren Teil dazu bei.

    Ich denke, die Wahl der Verfassungsänderung wird hochgepuscht, manipuliert, Verstöße werden vertuscht. Einer russischen Statistik oder Auswertung schenke ich kein Vertrauen.

    Unsere Politiker und die Bundeskanzlerin sollten sich viel mehr auflehnen gegen Putins Machtpolitik, denn sie ist untragbar.
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#4 FredericAnonym
  • 01.07.2020, 23:10h
  • Würde mich nicht wundern, wenn Homosexualität in mittlerer Zukunft in Russland wieder ein Straftatbestand wird.
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#5 Pink FlamingoAnonym
  • 02.07.2020, 06:35h
  • Antwort auf #1 von Autumn
  • Sehr richtig. Und wenn ich hier schon in der Vergangenheit darüber berichtet hatte, wie ich in den 90er Jahren einen 18 jährigen überzeugten Schwulen aus Novosibirsk dabei verholfen hatte sein Land schleunigst zu verlassen, interessierte es hier niemanden. Und jetzt ist das Geschrei groß.
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#6 stephan
  • 02.07.2020, 09:56h
  • Ich hoffe, dass aufgrund dieser Entwicklung homosexuelle Asylsuchende in Deutschland jetzt schleunigst anerkannt werden! Russland kann man indes völlig vergessen, es ist aus der Zeit gefallen und hat selbst aus der modernen Welt geschossen und sich einem Autokraten anvertraut.
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#7 Taemin
  • 02.07.2020, 13:12h
  • Seien wir bitte vorsichtig mit der Anwendung des Faschismus-Begriffs auf Russland in Bezug auf Homosexualität. Der dortige Schwulenhass wird hauptsächlich von der orthodoxen Kirche transportiert und geht letztlich auf Kaiser Justinian I. (reg. 527-565) zurück, der bereits vorher im Christentum vorhandene Homosexuellenfeindlichkeit bei der Erarbeitung seines berühmten Gesetzeswerkes (Codex Juris Civilis) berücksichtigte und unter Verweis auf die angeblich wegen der vermeintlichen Homosexualität ihrer Bewohner erfolgte Zerstörung Sodoms unter schwere Strafe stellte. (In der Bibel findet sich kein Hinweis auf Sexualität, außer dass Sodoms einziger "Gerechter" Lot seinen Mitbürgern anbot, seine Töchter zu vergewaltigen, was diese ablehnten. In der Folge wurden diejenigen, die Lots Töchter nicht vergewaltigen wollten, getötet, der erfolglose Bordellwirt Lot aber gerettet. Vermutlich wird in die Ablehnung der Vergewaltigung von Mädchen hineininterpretiert, dass eigentlicher Grund der Zurückhaktung der Sodomiten nicht die Abscheu vor sexueller Gewalt, sondern das Desinteresse an Frauen gewesen sei.) Die Verfolgung endete 1921, wurde aber von Stalin 1933 wiedereingeführt und blieb bis 1993 erhalten. Sie war im 20. Jh. also keineswegs von einem faschistischen, sondern von einem marxistischen Regime geschaffen und durchgeführt worden. Es ist eine weit verbreitete Legende, dass Schwulenfeindlichkeit stets von rechts komme. Russland beweist das Gegenteil, ebenso weitere Staaten des damaligen sog. Ostblocks und auch Kuba oder Nikaragua.
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#8 seb1983
  • 02.07.2020, 13:50h
  • Damit wäre man dann auch verfassungsmäßig wieder bei sowjetischen Verhältnissen einer Scheindemokratie angekommen, diesmal statt Kommunismus und Armut für alle bei Ausschaltung der Kirche nun aber als Turbokapitalismus gestützt auf Oligarchen und Orthodoxe Kirche.
    Vetternwirtschaft, Scheinwahlen, Scheingerichtsurteile, faktische Rechtlosigkeit der Bevölkerung und gleichgeschaltete Medien inklusive.

    Und sorry, Schwule sollten sich da nicht so wichtig nehmen, das Verbot war sicherlich ein Geschenk an die Orthodoxe Kirche, kostet ja schließlich auch keinen Rubel, den meisten Russen dürfte es aber am allerwertesten vorbeigehen und einfach nur egal sein.
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#9 Ivan NegroznyAnonym
  • 02.07.2020, 14:26h
  • Antwort auf #4 von Frederic
  • Ja, das könnte passieren. Aber solange man die orthodoxen Kirchenheinis hat, die die Bevölkerung verdummen und aufhetzen, solange werden gläubige christliche SittenwächterInnen vor allem Schwule in Fallen locken und krankenhausreif prügeln. Faschismus und Religiotismus Hand in hand.
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#10 KaiJAnonym
#11 lindener_H_BLNProfil
  • 03.07.2020, 00:32hBerlin
  • Die Linie ist eindeutig: von einem absolutistischen Zarenreich, über die auf Gewalt aufgebaute Stalin-Diktatur bis zum klerikal-faschistischen Putin-Russland mit scheindemokratischen Anstrich. Aufklärung und individuelle Entfaltungsmöglichkeiten wurden dort jedenfalls nicht erfunden.
    Was mich ankotzt, dass sich dieses Volk als "wahrer Hüter" europäischer Kultur aufspielt.
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#12 Ivan NegroznyAnonym
#13 KaiJAnonym
  • 03.07.2020, 13:58h
  • Antwort auf #12 von Ivan Negrozny
  • Der Begriff Religionismus reiht sich nachvollziehbar gut in die negativen Ismen-Begriffe wie z.B. Sexismus ein. Er konkretisiert eine übersteigerte und extremistische Religiösität, die die Grenzen der Moral oder des Rechts verletzt (,dargelegt aktuell von mir im Forum zum Thema Latzel vom 2.7.20 in meinem #8). Der Begriff setzt also mit konkreter Differenzierung an, die zu konkreter auch emanzipatorischer Veränderung führen kann. Die Begriffskombination Religiotismus bzw. Religiotie hingegen führt grösstenteils zu Assoziationen, die das Grundrecht auf Religiösität verfassungswidrig pauschal in Frage stellen. Grundrechte wie das der Sexualität und das der Religiösität können jedoch nicht gegeneinander gesetzt und eines dann verworfen werden, sondern nur durch ihre Rangordnung begrenzt werden (Darlegung wiederum im #8). Ferner weckt der aus dem Begriff Religionismus bzw. Religiotie abgeleitete Begriff Religiot*in grösstenteils Assoziationen, die antiemanzipatorisch dem Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit entgegen stehen. Der aus Religionismus abgeleitete Begriff Religionist*in hingegen würde Menschen aufgrund eines konkreten moralisch oder rechtlich verwerflichen Verhaltens kritisieren.
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