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Aufregung im Regenbogenkiez
Berliner Restaurant: Homosexualität ist ein "Greuel"
An einem beliebten koreanischen Imbiss im Berliner Regenbogenkiez sorgt ein Schaufenster-Aushang mit einem homophoben Bibelzitat für Kritik. Die Betreiberin hält Schwule und Lesben für Sünder.

Homo-Hasser*innen zitieren gerne aus dem Levitikus-Kapitel der Bibel, in dem Homosexuelle verdammt werden – sie erwähnen freilich nicht, dass das Kapitel u.a. auch sadistische Folterpraktiken vorschreibt (Bild: Evangelisches Schuldekanat Schorndorf/Waiblingen / flickr)
- 2. Juli 2020, 09:42h 2 Min.
"Und einem Mann sollst Du nicht beiliegen, wie man einem Weib beiliegt; Greuel ist dies." Dieser Bibelvers hängt nach einem Bericht des "Tagesspiegels" am Schaufenster des koreanische Imbisses "Ixthys" in der Berlin-Schöneberger Pallasstraße – also mitten im Regenbogenkiez. Das hat zu scharfer Kritik geführt.
Restaurantbetreiberin Park Young-Ai ist eine überzeugte Christin, die ihren gesamten Imbiss mit Bibelzitaten tapeziert hat. Der Restaurantname "Ixthys" ist altgriechisch für "Fisch", also ein Erkennungszeichen für Christ*innen.
LGBTI-Aktivist*innen, etwa vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg, haben die Betreiberin aufgefordert, den gegen Homosexuelle gerichteten Zettel zu entfernen. Sie luden die Betreiberin außerdem zum CSD-Gottesdienst ein. "Ich bin traurig, dass immer noch viele Menschen – darunter auch evangelische Christen – glauben, die sexuelle Orientierung eines Menschen ändern zu können und sogar zu 'müssen'", erklärte Jörg Litwinschuh-Barthel von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld. Er konterte außerdem mit anderen Bibelzitaten, etwa: "Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue."
Restaurantbetreiberin: Homosexualität ist Sünde
Gegenüber dem "Tagesspiegel" weigert sich Young-Ai bislang, den Zettel abzuhängen. Schließlich stehe in der Bibel, dass Homosexualität eine Sünde und gegen Gottes Plan sei. Homosexuelle müssten daher gerettet werden. Immerhin: Schwule und Lesben würden weiterhin im Laden bedient. Sie äußerte die Hoffnung, "dass sie zu Gott finden".
Das von der Restaurantbetreiberin aufgeführte Bibelzitat stammt aus dem 3. Buch Mose, das auch als Levitikus bekannt ist. Homo-Hasser*innen nutzen Levitikus Vers 18, Absatz 22 immer wieder, um gegen Homosexuelle zu polemisieren und sie als der Gesellschaft unwürdig darzustellen. Bibel-Expert*innen weisen allerdings auf den historischen Kontext hin.
Wer diesem Bibelkapitel eins zu eins folgen will, muss ohnehin sein ganzes Leben umstellen – und sogar zum sadistischen Mörder werden: So heißt es in dem Kapitel, dass weibliche Prostituierte bei lebendigem Leib verbrannt werden müssten, Fluchende müssten gesteinigt werden – auch Homosexuelle sollten "gewißlich getötet" werden. Außerdem sind in dem Text Tattoos ebenso verboten wie das Bartstutzen oder das Tragen von Fußballtrikots (oder alle anderen Mischgewebe). Auch das Essen von Schalentieren ist untersagt – das bedeutet: keine Nordsee-Krabbenbrötchen und keine Rheinische Muschelsuppe. In einem Punkt ist Levitikus dagegen tolerant: Sklaverei ist ausdrücklich erlaubt, sofern man die "Ware" im Ausland einkauft. (dk)
Ixthys
Gepostet von Gabriela Germer am Samstag, 16. März 2019
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Wie wär es mit Boykottaufrufen, mit entsprechenden Bewertungen in Restaurant-Bewertungsportalen und Kommentaren auf ihrer Facebookseite? Solche Leute ändern ihr Verhalten immer erst, wenn es an ihren Geldbeutel geht.