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Aufregung im Regenbogenkiez

Berliner Restaurant: Homosexualität ist ein "Greuel"

An einem beliebten koreanischen Imbiss im Berliner Regenbogenkiez sorgt ein Schaufenster-Aushang mit einem homophoben Bibelzitat für Kritik. Die Betreiberin hält Schwule und Lesben für Sünder.


Homo-Hasser*innen zitieren gerne aus dem Levitikus-Kapitel der Bibel, in dem Homosexuelle verdammt werden – sie erwähnen freilich nicht, dass das Kapitel u.a. auch sadistische Folterpraktiken vorschreibt (Bild: Evangelisches Schuldekanat Schorndorf/Waiblingen / flickr)

"Und einem Mann sollst Du nicht beiliegen, wie man einem Weib beiliegt; Greuel ist dies." Dieser Bibelvers hängt nach einem Bericht des "Tagesspiegels" am Schaufenster des koreanische Imbisses "Ixthys" in der Berlin-Schöneberger Pallasstraße – also mitten im Regenbogenkiez. Das hat zu scharfer Kritik geführt.

Restaurantbetreiberin Park Young-Ai ist eine überzeugte Christin, die ihren gesamten Imbiss mit Bibelzitaten tapeziert hat. Der Restaurantname "Ixthys" ist altgriechisch für "Fisch", also ein Erkennungszeichen für Christ*innen.

LGBTI-Aktivist*innen, etwa vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg, haben die Betreiberin aufgefordert, den gegen Homosexuelle gerichteten Zettel zu entfernen. Sie luden die Betreiberin außerdem zum CSD-Gottesdienst ein. "Ich bin traurig, dass immer noch viele Menschen – darunter auch evangelische Christen – glauben, die sexuelle Orientierung eines Menschen ändern zu können und sogar zu 'müssen'", erklärte Jörg Litwinschuh-Barthel von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld. Er konterte außerdem mit anderen Bibelzitaten, etwa: "Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue."

Restaurantbetreiberin: Homosexualität ist Sünde

Gegenüber dem "Tagesspiegel" weigert sich Young-Ai bislang, den Zettel abzuhängen. Schließlich stehe in der Bibel, dass Homosexualität eine Sünde und gegen Gottes Plan sei. Homosexuelle müssten daher gerettet werden. Immerhin: Schwule und Lesben würden weiterhin im Laden bedient. Sie äußerte die Hoffnung, "dass sie zu Gott finden".

Das von der Restaurantbetreiberin aufgeführte Bibelzitat stammt aus dem 3. Buch Mose, das auch als Levitikus bekannt ist. Homo-Hasser*innen nutzen Levitikus Vers 18, Absatz 22 immer wieder, um gegen Homosexuelle zu polemisieren und sie als der Gesellschaft unwürdig darzustellen. Bibel-Expert*innen weisen allerdings auf den historischen Kontext hin.

Wer diesem Bibelkapitel eins zu eins folgen will, muss ohnehin sein ganzes Leben umstellen – und sogar zum sadistischen Mörder werden: So heißt es in dem Kapitel, dass weibliche Prostituierte bei lebendigem Leib verbrannt werden müssten, Fluchende müssten gesteinigt werden – auch Homosexuelle sollten "gewißlich getötet" werden. Außerdem sind in dem Text Tattoos ebenso verboten wie das Bartstutzen oder das Tragen von Fußballtrikots (oder alle anderen Mischgewebe). Auch das Essen von Schalentieren ist untersagt – das bedeutet: keine Nordsee-Krabbenbrötchen und keine Rheinische Muschelsuppe. In einem Punkt ist Levitikus dagegen tolerant: Sklaverei ist ausdrücklich erlaubt, sofern man die "Ware" im Ausland einkauft. (dk)



#1 putzigAnonym
  • 02.07.2020, 12:12h
  • Wie niedlich, der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg, lädt die unsägliche Frau zum CSD-Gottesdienst ein und Herr Litwinschuh-Barthel von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld kontert mit anderen Bibelzitaten. Das wird groooooßen Eindruck auf die Frau machen.

    Wie wär es mit Boykottaufrufen, mit entsprechenden Bewertungen in Restaurant-Bewertungsportalen und Kommentaren auf ihrer Facebookseite? Solche Leute ändern ihr Verhalten immer erst, wenn es an ihren Geldbeutel geht.
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#2 rombusAnonym
  • 02.07.2020, 12:27h
  • "... Fluchende müssten gesteinigt werden ... Außerdem sind in dem Text Tattoos ebenso verboten wie das Bartstutzen oder das Tragen von Fußballtrikots (oder alle anderen Mischgewebe). Auch das Essen von Schalentieren ist untersagt ..."

    Also sollten wir doch mal hingehen und schauen, ob nicht die Besitzerin und die evt. noch dort arbeitenden Mitarbeiter Mischgewebe anhaben. Natürlich hoffe ich das die männlichen Angestellten alle einen langen Bart tragen. Und natürlich auch das keine Schalentiere serviert werden.
    Also, "bewaffnet" euch mit den entsprechenden Bibelversen und bringt sie in dem Geschäft an. Schliesslich ist sie eine stolze Christin und lebt auch Punkt für Punkt nach ihrer Bibel.
    Sollte sie sündigen, dann gibt es in ihrer Bibel bestimmt auch eine Art der Bestrafung. Und die könnte man dann dort gleich durchführen.
    Hale Juhlia, ehret dem Gott, das wir uns wieder im Mittelalter befinden.
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#3 Svetlana LAnonym
  • 02.07.2020, 12:32h
  • Es ist immer problematisch, wenn man sich bestimmte Bibelstellen einzeln herauspickt und ungeachtet des historischen, gesellschaftlichen Kontext eins zu eins in die Gegenwart übertragen will. Ich gehe mal nicht davon aus, dass die gute Frau ihren Sohn (so sie einen hat) steinigen lassen würde, wenn er ungehorsam ist. Ich möchte auch nicht wissen, wie viele Menschen, die sich immer auf Leviticus beziehen, gerne Schalentiere essen. Der Gräuel werden dort schließlich viele genannt.

    Ich empfehle mal einen Blick in Worthaus 5.1.1 zu werfen. (
    worthaus.org/worthausmedien/die-schwule-frage-die-bibel-die-
    christen-und-das-homosexuelle-5-1-1/)
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#4 Ralph
  • 02.07.2020, 12:46h
  • Das eigentliche Problem ist doch die Religionsfreiheit. In diesem unserem Lande dürfen Glaubensgemeinschaften und ihre Angehörigen jeden hasserfüllten Unsinn verbreiten, so lange sie nur in einem ihrer abscheulichen "heiligen" Bücher ein entsprechendes Zitat finden. Das garantiert Art. 3 III GG. Da im selben Artikel die sexuelle Orientierung fehlt, gibt es auch keine Abwägung zwischen Schutz der Religion und Schutz der sexuellen Orientierung, denn die Religion überwiegt stets.
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#5 Sven1000Anonym
  • 02.07.2020, 13:22h
  • Menschen (Deutsche und Ausländer), die im Berliner Regenbogenkiez ein Geschäft/einen Gastronomiebetrieb haben, sind oft homophober als Leute, die in anderen Bezirken bzw in Kleinstädten wohnen. Man kann diese Leute nur durch einen Boykott zur Besinnung bringen. Ich erinnere an die Aktionen vor dem Eiscafe in der Maaßenstraße vor einigen Jahren:

    www.tagesspiegel.de/berlin/eisdiele-am-nollendorfplatz-bitte
    rer-beigeschmack/4628640.html


    Vor diesem Eisladen sieht man noch heute, also 5 Jahre danach, weiterhin kaum Schwule, nur Touristen, die die Vorgeschichte nicht kennen.

    Die Aktionen der Schwulen und Lesben haben also gewirkt!
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#6 EinBerlinerAnonym
  • 02.07.2020, 13:23h
  • Bitte vergesst nicht, bei Googlemaps eine entsprechende negative Rezension abzugeben. Wir können auch zurückschießen, mit ganz legalen Mitteln.
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#7 FreudeAnonym
#8 NajaAnonym
  • 02.07.2020, 14:00h
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    So heißt es in dem Kapitel, dass weibliche Prostituierte bei lebendigem Leib verbrannt werden müssten, Fluchende müssten gesteinigt werden auch Homosexuelle sollten "gewißlich getötet" werden. Außerdem sind in dem Text Tattoos ebenso verboten wie das Bartstutzen oder das Tragen von Fußballtrikots (oder alle anderen Mischgewebe). Auch das Essen von Schalentieren ist untersagt das bedeutet: keine Nordsee-Krabbenbrötchen und keine Rheinische Muschelsuppe. In einem Punkt ist Levitikus dagegen tolerant: Sklaverei ist ausdrücklich erlaubt, sofern man die "Ware" im Ausland einkauft.
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    Wenn man das so liest, muss man sich dann nicht eher wundern, dass dieses Buch noch frei verkäuflich erhältlich ist?
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#9 Alexander_FAnonym
  • 02.07.2020, 14:53h
  • Antwort auf #7 von Freude
  • Danke für den Tipp, werde ich gleich mal machen. Das alte Fischluder da wird sich noch wundern.

    Die Reaktion vom LSVD ist aber auch wirklich armselig. Es wäre ja fast so, als würde ein afrikanischer Kulturverein als Reaktion auf einen rassistischen Angriff eine örtliche Neonazigruppe einladen. "Niemals dürfen wir so tief sinken/ durch den Kakao, durch den man uns zieht, auch noch zu trinken".
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#10 GEBAAnonym
  • 02.07.2020, 17:19h
  • Dieser Artikel zeigt einmal mehr die krankhafte Seite der Religionen und wie die Menschen auf derartig Menschenverachtende Bibeltexte reinfallen. Das gelingt eigentlich nur mit dummen Menschen, jeder der halbwegs bei Verstand ist, kann derartige Schriften nur belächeln.
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