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Keine Etiketten!

Paris Jackson will doch nicht bisexuell sein

Die Tochter des "King of Pop" ging zwar mit Frauen und Männern aus – sie lehnt es aber ab, als "bisexuell" bezeichnet zu werden.


Paris Jackson ist die einzige Tochter des vor elf Jahren verstorbenen Musik-Genies Michael Jackson – und heute gern gesehener Gast in amerikanischen Talkshows (Bild: NBC)

Die 22-jährige Schauspielerin und Sängerin Paris Jackson hat in ihrer am Dienstag gestarteten neuen Serie "Unfiltered: Paris Jackson und Gabriel Glenn" erklärt, dass sie das traditionelle Etikett "bisexuell" ablehnt. Sie dreht die Reality-Serie gemeinsam mit ihrem Freund, einem Musiker aus ihrer Band The Soundflowers.

"Ich würde mich nicht als bisexuell bezeichnen, weil ich mehr als nur Männer oder Frauen gedatet habe", so Jackson. "Ich bin sogar mal mit einem Mann ausgegangen, der eine Vagina hatte. Es hat nichts damit zu tun, was man in der Hose hat. Es hat nichts damit zu tun, wie die Geschlechtschromosomen aussehen. Es geht nur darum, wer man als Person ist."

Jackson hatte sich vor zwei Jahren geoutet, nachdem sie von einem Fan direkt gefragt wurde, ob sie bisexuell sei (queer.de berichtete). Sie war damals immer wieder eng umschlungen und küssend mit der bisexuellen Sängerin Cara Delevingne gesichtet worden, weshalb Boulevardmedien von einer Beziehung ausgingen. Delevingne ist inzwischen mit der Schauspielerin Ashley Benson ("Pretty Little Liars") liiert (queer.de berichtete).

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"Ich dachte, ich würde ein Mädel heiraten"

In der neuen Sendung sagte Jackson auch, sie habe nie gedacht, dass sie mal "mit einem Typen" eine längere Beziehung haben würde. "Ich dachte, ich würde ein Mädel heiraten. Ich bin mit mehr Frauen ausgegangen als Männern." Die Öffentlichkeit habe von den meisten ihrer Beziehungen "keine Ahnung", fuhr die stets auf Privatsphäre bedachte Künstlerin fort.

Das erste Mal in ein Mädchen verliebt gewesen sei sie im Alter von acht Jahren. Sie glaubte, dass ihr prominenter Vater Michael Jackson auch davon gewusst habe. Der "King of Pop" ist 2009 gestorben, als seine Tochter gerade einmal elf Jahre alt war. Sie habe ihre Liebe zu Frauen danach wegen der Religiosität ihrer Familie jahrelang versteckt – gerade gegenüber ihre Großmutter Katherine Jackson, einer Anhängerin der LGBTI-feindlichen Sekte Zeugen Jehovas. Sie ergänzte auch, dass Homosexualität in der "schwarzen Community" ein Tabuthema sei. "Das und der religiöse Aspekt sorgten dafür, dass ich es eine Weile zurückhalten musste. Als ich mich das erste Mal vor einem Familienmitglied outete, hat diese Person mir das nicht geglaubt."

Die größte Unterstützung habe sie von ihrem ein Jahr älteren Bruder Prince erfahren. Er habe sich ihretwegen sogar einer Gay-Straight-Alliance angeschlossen, also einem schulischen Netzwerk für junge queere Menschen und deren Unterstützer*innen.

Die von Jackson beschriebene sexuelle Orientierung wird heute auch gerne als pan- oder omnisexuell bezeichnet. Diese Begriffe beschreiben, dass das Geschlecht oder die Geschlechtsidentität des Partners oder der Partnerin keine Rolle spielt – dieses verschwindet vollkommen hinter der Person. Damit heben sie sich vom Begriff Bisexualität ab, der klar von weiblich und männlich ausgeht. Als pansexuell hatten sich in den vergangenen Jahren unter anderem Bella Thorne und Miley Cyrus geoutet.

Petition gegen Jackson

Derzeit läuft in den USA eine Petition gegen Paris Jackson, die in einem geplanten Film "Habit" ein offenbar Jesus spielen soll. Bei der Indieproduktion sollen auch Bella Thorne und Bush-Frontmann Gavin Rossdale mitspielen.

Obwohl die Handlung noch unbekannt ist, wurde der Film bereits als gotteslästerlich und "christophob" kritisiert. Mehr als 260.000 Menschen haben die Petition bislang unterzeichnet. Unter anderem macht die LGBTI-feindliche Organisation "One Million Moms" Stimmung gegen Jackson. (cw)



#1 kuesschen11Profil
  • 02.07.2020, 22:28hFrankfurt
  • Auch in diesem Fall ist wieder mal die religiöse Verfolgung gegenüber Menschen zu beobachten, die von dem typisch biblischen Bild abweichen.

    Das merkt man an der unterschriebenen Petition von Christen, die gleich die Keule "gotteslästerlich" und "christophob" in die Gesellschaft werfen.
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#2 Ana NymAnonym
  • 03.07.2020, 11:07h
  • Die Überschrift `Paris Jackson will doch nicht bisexuell sein` ist merkwürdig **will doch nicht** - was soll das bedeuten?

    Aber gut, die Überschrift soll ja das Eye catchen :-)

    Ich tue mich mit dem (Be-)Labeln manchmal auch schwer ... doch sehe ich auch, dass es einem zeitweise einen Halt und eine Zugehörigkeit geben kann, die damit verbundenen Gefühle sind wertvoll und oft überlebenswichtig, doch all diese Labels sollten dann aber nicht im Gegenzug eingrenzen.

    "Wie, Du sagtest Du seiest bi, und jetzt nicht, was soll denn das?"

    Oft nimmt man den Begriff (für sich und andere), der einem am nächsten kommt, den man und andere kennt.
    Hier scheint man extern Paris Jackson damit bedacht zu haben, und wundert sich nun, dass sie das so nicht stehen lassen will.

    Info zu diesen komischen `One Million Moms`:
    Meines Wissens handelt es sich nur um relativ wenige, die eine Millionen nur vortäuch untergeschoben haben.

    [Rational Wiki zu denen](
    rationalwiki.org/wiki/One_Million_Moms)
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