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Polizeibericht

München: 51-Jähriger beim Sex-Date in die Falle gelockt

Ein Schwuler aus dem Landkreis Augsburg verabredete sich mit einem Anfang 20-Jährigen in München. Am Treffpunkt wurde er von vier Personen erwartet, geschlagen und ausgeraubt.


Die Münchner Polizei informierte am 1. Juli über den Vorfall (Bild: MagnusGuenther / pixabay)

Sex-Dates sind auch dann nicht sicher, wenn man sich mit einem Unbekannten in dessen vermeintlicher Wohnung verabredet: Am Mittwoch gegen 00:30 Uhr wurde die Münchener Polizei über einen Überfall auf einen 51-Jährigen aus dem Landkreis Augsburg informiert.

Nach ersten Ermittlungen verabredete sich der 51-Jährige über ein Dating-Portal mit einem ihm unbekannten jungen Mann zu einem Treffen in der Ottobrunner Straße. Nachdem sich die beiden vor Ort trafen, gingen sie in einen Kellerraum eines dortigen Hauses. Dort warteten allerdings bereits drei weitere Personen.

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Auch der PKW des Opfers wurde gestohlen

Die Gang forderte nun unter Schlägen und verbalen Drohungen die Wertsachen des 51-Jährigen. Während dieser von drei der Täter festgehalten wurde, suchte seine Verabredung den Pkw des schwulen Opfers nach Wertsachen ab.

Im weiteren Verlauf begaben sich alle Täter zusammen mit dem 51-jährigen zurück zur Straße, wo dieser bei einem zufällig vorbeifahrenden Pkw auf sich aufmerksam machen konnte, dessen Fahrer den Polizeinotruf alarmierte. Daraufhin flüchteten die vier unbekannten Täter.

Die sofort eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen, an denen über fünf Streifen beteiligt waren, blieben ergebnislos. Im Anschluss konnte festgestellt werden, dass der Skoda des 51-Jährigen ebenfalls nicht mehr vor Ort war. Das Opfer erlitt diverse leichte Verletzungen und begab sich selbständig in Behandlung.

Die Räuber trugen Mund- und Nasenschutz

Die Täter werden von der Polizei wie folgt beschrieben:

"Täter 1 (Verabredung): Männlich, ca. 22 Jahre alt, ca. 175 cm groß, schlanke Figur, dunkle glatte Haare, kein Bart, heller Teint, südländische Erscheinung, sprach deutsch ohne Akzent, rundes Gesicht; bordeaux-rote knielange Sporthose, gemustertes dunkelfarbenes T-Shirt

Täter 2: Männlich, ca. 26 Jahre alt, ca. 185 cm groß, sportliche Figur, dunkelblonde Haare, osteuropäischer Typ, sprach deutsch mit leichtem osteuropäischen Akzent; kurze Hose, Freizeitkleidung, trug Mund- und Nasenschutz

Täter 3: Männlich, ca. 19 Jahre alt, 175 cm groß, südländischer Typ, mit dunklerer Hautfarbe, braune Augen, schwarze Haarfarbe; dunkel kurze Hose, dunkles T-Shirt, trug Mund- und Nasenschutz

Täter 4: Männlich, helle mittelblonde Haare; Freizeitlook, kurze Hose, T-Shirt und trug Mund- und Nasenschutz."

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 21, Tel. (089) 2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Erst vor wenigen Tagen wurde ein 34-Jähriger schwuler Mann in Berlin., der sich mit einem anderen Mann über eine Dating-App verabredet hatte, von drei Männern in seiner Wohnung bedroht und beraubt (queer.de berichtete).



#1 GrumelbärchenAnonym
  • 03.07.2020, 07:04h
  • Wenn uns alle Rückzugsgebiete zum Daten genommen werden wird das wohl unsere Zukunft sein.
    In meiner Gegend gab es mindestens 3 FKK Stellen, von dort werden Besucher, einer nach dem anderen durch kontrollwütiges Personal oder Privatleute (Baggerseefirmeneigner...) vertrieben. (Wer will schon den Streß durch ständige Konfrontation)

    Die immer schneller fortschreitende Digitalisierung bietet halt die Möglichkeit zum unkontrollierten und ausgeklügelten lügen; einem Menschen den man sich live gegenüber hat könnte man anmerken, wenn da was nicht stimmt, aber ohne die ganzen mikroexpressionen die man alle unbewusst wahrnimmt, kann man da leicht in eine Falle tappen.
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#2 Ralph
  • 03.07.2020, 09:59h
  • Antwort auf #1 von Grumelbärchen
  • Tja, in Zeiten des Internets brauchen wir angeblich keine Szene und keine Kneipen mehr. Die hier beschriebene Begebenheit ist das Ergebnis. Schon vor vielen Jahren wurde ich verlacht, als ich sagte, ich könne doch in Sozialen Netzwerken als angesehener Anwalt auftreten und tatsächlich ein mieser Trickbetrüger sein. So leicht lasse man sich nicht reinlegen, meinten meine damaligen Gesprächspartner. Ach ja?
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#3 seb1983
  • 03.07.2020, 12:28h
  • Antwort auf #1 von Grumelbärchen
  • Als ob nächtliches Crusing im Park oder ähnlichem eine sichere Dating Möglichkeit wäre....
    Da sich dort eher die älteren Semester, Familienväter, LKW Fahrer etc. treffen wird allerdings die Dunkelziffer in Richtung 100% gehen, da wird sicher niemand die Polizei rufen.

    Auch bei Vorfällen wie diesem wird man nur die Spitze des Eisberges sehen, die Bande wird es kaum bei dem einen Opfer belassen.
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#4 queergayProfil
  • 03.07.2020, 13:56hNürnberg
  • Solche und ähnliche Überfälle gab es schon immer. Vor vielen Jahren war ich mal Zeuge bei Gericht, weil in der Parkanlage auf der Maximiliansbrücke in München mehrfach nachts 3 Jugendliche auf Raubzug bei Cruising-Gays unterwegs waren.
    Einer spielte den Lockvogel, ein anderer war sogar Sohn eines Polizisten. Die Mutter des Lockvogels sagte mir, daß die 3 Täter meinten, das Ganze wäre ohne Risiko.
    Ein Ermittler betonte mir gegenüber, daß solche kriminellen Taten bei Jugendlichen erst der Anfang sind und unbedingt verfolgt werden müssen.
    Bei Gericht mußte ich mir auch diffamierende Fragen von den Verteidigern gefallen lassen, die
    mich in Misskredit bringen sollten.
    Ich hatte alles nur beobachtet, rief die Polizei und war dann bei Gericht der einzige Zeuge, weil die Bedrohten und Ausgeraubten selber keine Anzeige erstattet hatten bzw. sich nicht trauten.
    Es kam zu entsprechenden Verurteilungen, die ich aber nicht weiter verfolgte.
    Erkenntnis: Gegenwehr und Anzeige sind in solchen Fällen unbedingt notwendig und sinnvoll sowieso.
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