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"Ruf die Polizei"

Kritik an "homophober" Kampagne der Hamburger Polizei

"Kumpel oder Klauer?", so die Frage der Polizei neben einem Bild von zwei Männern, die wie ein schwules Paar aussehen. Das Motiv irritiert viele, aber auch andere "witzige" Bilder aus der Kampagne sind zumindest fragwürdig.


Die Botschaft der Polizei könnte von Homo-Hassern leicht missverstanden werden: Wenn Männer sich antatschen, zeigt sie an! (Bild: Polizei Hamburg)

Neue Motive der polizeilichen Öffentlichkeitskampagne "In Hamburg schaut man hin" sind in sozialen Netzwerken auf Ablehnung gestoßen. Die Kampagne hat eigentlich zum Ziel, "das Band zwischen der Bevölkerung und der Polizei" zu stärken und "die Hemmschwelle vor der Nutzung des Polizeinotrufs 110 und dem Gespräch mit Polizistinnen und Polizisten" abzubauen, wie die Stadt letzten Herbst mitteilte. Doch mit fragwürdigen Motiven scheint die Kampagne eher Klischees zu zementieren und Diskriminierung zu rechtfertigen.

So sorgt aktuell ein Motiv für Kritik, bei dem zwei Männer von hinten zu sehen sind. Einer der Männer greift dem anderen an den Hintern. Dazu erscheint der Text: "Kumpel oder Klauer? Geh auf Nummer sicher, ruf die Polizei."

Twitter-Nutzer*innen warfen der Polizei vor, damit schwule Männer unter Generalverdacht zu stellen. Dies sei insbesondere fragwürdig, da die Beamten bis 1994 schwulen Männer nach dem inzwischen als Unrechtsgesetz anerkannten Paragrafen 175 nachstellten und damit ganze Existenzen vernichteten. Außerdem würden so falsche Anreize geschaffen, den Notruf zu wählen – auf Twitter schrieb etwa ein Nutzer: "Man kann die rollenden Polizistenaugen schon sehen, wenn da nun ständig Anrufe kommen, weil jemand beobachtet, wie sich zwei Männer an den Hintern fassen […]".

Twitter / the_real_urbsi

Twitter / Aeskulappirat

Twitter / TAltgeld

Nicht der erste Ausrutscher der Hamburger Polizei

Die Polizei musste diese Woche bereits eines der Motive nach Kritik zurückziehen. Darauf war eine Person auf einer Parkbank neben einer Spritze zu sehen – dazu die Aufschrift: "Insulin oder Heroin? Geh auf Nummer sicher, ruf die Polizei." Nach Kritik einer Nutzerin, die in dem Motiv "Stigmatisieren von Diabetikern" sah, antwortete die Polizei: "Wir nehmen Kritik ernst und ziehen das Plakatmotiv zurück." Man versicherte jedoch, dass man "ausdrücklich" nicht insulinpflichtige Menschen stigmatisieren möchte. "Werbung darf für Aufmerksamkeit sorgen, sollte aber niemanden verletzen", heißt es weiter. Das schwule Motiv ist aber weiterhin auf den Seiten der Polizei zu finden.

Vor knapp zwei Wochen musste die Hamburger Polizei zudem einen Twitter-Eintrag löschen, der sich laut Kritiker*innen über die Vorwürfe von Polizeigewalt gegen schwarze Menschen lustig machte – ausgerechnet während der "Black Lives Matter"-Proteste. Die Beamten hatten das Foto einer Rettungsaktion von Schwänen im Stadtteil Billstedt veröffentlicht, darunter stand: "Eine Schwanenfamilie hatte sich offenbar verirrt und erhielt daraufhin von uns 'Begleitschutz'. Hätten wir übrigens auch für schwarze Schwäne gemacht." Nach der Löschung erklärte die Polizei, sie habe mit dem Tweet deutlich machen wollen, dass sie "für alle" da sei. Man habe jedoch die Wirkung des Eintrags "unterschätzt". (dk)



#1 HanseatAnonym
  • 03.07.2020, 14:31h
  • Nennt mich spießig. Also ich fasse weder meinem Partner noch irgendeinem Date am hellichten Tag auf offener Straße an den Hintern.

    Das motiv für homophob zu empfinden, halte ich für reichlich übertrieben.
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#2 Ralph
  • 03.07.2020, 14:40h
  • Na ja, der fasst dem andern ja nicht an den Hintern (das tut man doch wohl eher mittig), sondern schickt sich offenbar an, ihm was aus der Gesäßtasche zu angeln. Man hebe sich die Empörungsenergie für echte Gelegenheiten auf.
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#3 ScarAnonym
  • 03.07.2020, 14:45h
  • Naja....er hat nunmal sein Handy in der Hosentasche. Bei einem Plakat, auf dem ein Diebstahl dargestellt wird, kann der mögliche Dieb nicht auf die Schulter oder sonst wo hinlangen.
    Ich seh auf dem Plakat auch kein schwules Paar, sondern eben zwei "Kumpel" bei dem der eine dem Anderen das Handy aus der Hosentasche klauen will.
    Also ich versteh die Aufregung null.
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#4 FredericAnonym
  • 04.07.2020, 01:03h
  • Da wird sich wieder künstlich aufgeregt. Man sieht eindeutig, dass es kein Homopaar ist, sondern der Typ dem anderen was aus der Tasche angeln will.

    Man will die Kampagne eben auch gern falsch verstehen ...
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#5 anynomAnonym
#6 antosProfil
#7 WahrheitIstRelativAnonym
  • 08.07.2020, 14:51h
  • Die Polizei hat es sicher gut gemeint und wollte originell und "weltverbessernd" sein. Beides liegt ihr wohl nicht besonders. Für das Eine hätte ein Künstler zu Rate gezogen werden müssen und für das Andere ein Menschenrechtler, ein Gesellschaftswissenschaftler o. a.

    Die Sache ist die, dass es das Wegsehen ja gibt - aber vor allem bei den Reichen, Mächtigen und denen, die zur Mehrheit gehören! Als Ausgleich für das Wegsehen dort, schaut man dann besonders genau bei denen hin, die arm, "anders", etc sind. Das "Hinsehen" gibt es nämlich auch! Gehört man zu einer Randgruppe, kann man keinen Fuß vor die Tür setzen ohne das jede Bewegung argwöhnisch beäugt und ins negative interpretiert wird. Da schlägt das gemeine Volk zwei Fliegen mit einer Klappe. Man kann sich nun mit dem sozialen Deckmäntelchen einhüllen, man hätte "hingesehen" um die Welt vor Unheil zu bewahren. Und man kann sich selber aufwerten, indem man andere abwertet. Dasselbe was die Menschen bei mittelalterlichen Hinrichtungen angetrieben hat, zuzuschauen und die Polizei schürt hier noch das Feuer!

    Deshalb hier zwei bessere Plakate :

    Auf dem ersten sieht man ein schickes, gepflegtes Einfamilienhaus. Davor eine strahlende Hetero Familie der gehobenen Mittelschicht, ein poliertes Auto. Dazu der Text :" Scheint es heil oder ist es Scheinheilig? Ruf die Polizei!

    Auf dem zweiten Plakat sieht man einen Pastor mit einem Kind. Dazu der Text :" Lässt der Pastor die Kindlein zu sich kommen oder "kommt" der Pastor? Ruf die Polizei!

    Nun, wenn das nicht geht, dann kommen wir dem Schlüssel näher, was das Problem mit dem Wegsehen wirklich ist und wo genau man sich nicht traut. Würde die Polizei sich diese beiden Plakate trauen?

    Die Aussage aller Plakate ist zweifelhaft, denn sie sagen, man solle vorsichtshalber alle Menschen für Verbrecher halten, zumindest dann, wenn einem was "komisch" vorkommt und mit "komisch" wird dann der Blick auf Randgruppen, Minderheiten und Benachteiligte gerichtet,denn da kann man sich ja trauen und da treibt man es dann zuweit bis hin zu dem, was früher die "Hexenverbrennungen" waren oder heute die reißerischen Medien sind. Schnell wird das geplant gemeinnützige etwas eigennützliches.
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