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Corona-Chaos

Köln: Stadt räumt Schaafenstraße

Am Freitag des ursprünglichen CSD-Wochenendes drängten sich nach Angaben der Stadt zu viele Menschen in dem queeren Ausgehviertel.


Über die Räumung in der Schaafenstraße und zuvor im Stadtgarten berichtete am Samstag auch die "Aktuelle Stunde" des WDR

Zu Update springen: Räumung auch Sams­tag­nacht (07:25h)

In der Nacht zum Samstag haben Ordnungsamt und Polizei der Stadt Köln eine Menschenansammlung rund um die queeren Bars auf der Schaafenstraße aufgelöst. Bilder in sozialen Netzwerken und TV-Aufnahmen des WDR zeigten durchaus Betrieb auf der Straße, deren Bars teilweise zum CSD geschmückt sind.

An diesem Wochenende hätte ursprünglich der diesjährige Christopher Street Day stattfinden sollen (die Demonstration wurde auf Oktober verlegt, das Straßenfest abgesagt). Traditionell füllt sich die Schaafenstraße an den CSD-Abenden so, dass sie für den Verkehr abgesperrt wird. Ganz so voll war es den Bildern nach nicht, aber dennoch kam es zur Räumung.

Twitter / aktuelle_stunde

Laut einer Pressemitteilung der Stadt Köln habe der Ordnungsdienst im Bereich der Kreuzung Schaafenstraße / Mauritiuswall "eine große Menschenansammlung festgestellt, die mit dem Infektionsschutz und der Corona-Schutzverordnung unvereinbar war". In Zusammenarbeit mit dem Veranstalter seien die Besucher per Lautsprecherdurchsagen gebeten worden, die notwendigen Abstände einzuhalten. Nach Rücksprache mit dem Veranstalter und den Verantwortlichen vor Ort habe sich dann der Ordnungsdienst der Stadt Köln mit Unterstützung der Polizei entschlossen, den Bereich zu räumen.

"Gegen 1.20 Uhr machte der Veranstalter per Lautsprecherdurchsage die Besucher darauf aufmerksam, dass nun geräumt werde und sie bitte den Bereich verlassen sollen", so die Stadt. "Um etwa 1.40 Uhr war der Bereich in der Schaafenstraße zum Großteil geräumt." Soweit die Pressemitteilung und Einträge in sozialen Netzwerken das erkennen lassen, erfolgte das friedlich.

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Bitte um Umsicht

Die zusammengeschlossenen Betreiber der Schaafenstraßen-Bars veröffentlichten am frühen Samstagabend auf Facebook eine Bitte an die Besucher, sich besser an Corona-Regeln zu halten. Gruppen müssten Abstand zueinander halten, beim Gehen durch Ansammlungen sei Mundschutz zu tragen. Man bitte die Gäste, "verständnisvoll zu sein".

Liebe CSD-Besucher und Gäste der Schaafenstraße, bitte sorgt mit uns zusammen dafür, dass Polizei & Ordnungsamt heute…

Gepostet von Schaafenstraße am Samstag, 4. Juli 2020
Facebook / Schaafenstraße

In den Kommentaren zum Posting zeigten einige Nutzer Unverständnis über das Verhalten der Besucher, auch in Medien herrschte teilweise eine empörte Berichterstattung über uneinsichtiges Verhalten in Corona-Zeiten hier und an anderen Stellen in der gleichen Nacht. Der "Express" sprach im Zusammenhang der Räumung gar von einer "illegalen CSD-Party".

Die Zeitung berichtete ferner, die Polizei führe die Ansammlung auch darauf zurück, "dass viele Touristen trotz CSD-Absage ihre Hotels bezogen und trotzdem den Weg nach Köln angetreten hätten". Am frühen Samstagabend sollte wie geplant der Dyke* March Cologne stattfinden, allerdings als Fahrrad-Demo. Für Sonntag haben Aktivist*innen unabhängig vom "offiziellen" CSD zu einer queeren Kundgebung, "Colours of Change", auf dem Rudolplatz eingeladen. Auch hier sollen Corona-Sicherheitsbedingungen eingehalten werden.

FÜR MENSCHENRECHTE VIELE. GEMEINSAM. STARK! ?Die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen…

Gepostet von Cologne Pride am Freitag, 3. Juli 2020
Facebook / Cologne Pride | Der Cologne Pride veröffentlichte am Freitag seine diesjährigen CSD-Forderungen – er wird sie am Sonntag mit einer speziellen Aktion für die Presse auch öffentlich machen. Um einen Andrang von Teilnehmern und Besuchern zu vermeiden, sollen Medien vorab keine Details bekannt geben. Zugleich steht ein CSD-Truck geschmückt mit den Forderungen auf der Schaafenstraße. In dieser Corona-Krise mit halben Lockerungen scheint niemand so recht zu wissen, wie man es richtig machen soll. Nach aktuellem Stand ist die diesjährige Pride-Demonstration für den 11. Oktober geplant

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hatte am Freitag laut der Pressemitteilung betont: "Ich hoffe, dass wir einzelne Plätze, Straßen und Parks weder räumen noch sperren müssen, und appelliere an die Vernunft der Kölnerinnen und Kölner." Menschen sollten Abstand halten und möglichst überfüllte Plätze meiden, "Hotspots" würden vom Ordnungsamt kontrolliert, hieß es auch bei einer Pressekonferenz am Freitag mit Reker und Ordnungsamtsleiter Wolfgang Büscher. Dieser hatte dabei laut "Kölner Stadt-Anzeiger" bereits eine Räumung der Schaafenstraße als möglichen Hotspot ins Spiel gebracht.

Freilich ist die Kölner Szene nicht nur ein Hotspot, sondern auch ein besonderes Rückzugsgebiet einer recht großen Community, der einige andere gewohnte Rückzugsgebiete und Ausweich-Alternativen zudem weiter nicht offen stehen, was in einigen der empörten Medienberichte zum Verhalten von Bürgern in der Corona-Krise wenig Berücksichtigung fand. Reker selbst ließ sich derweil am Samstag beim Dyke* March Cologne blicken.

Twitter / HenrietteReker

Die Wirte der Schaafenstraße hatten sich durchaus auf die Corona-Krise eingestellt und Konzepte mit zusätzlichem Sicherheitspersonal und einer vergrößerten Außengastronomie erstellt. Bereits vor zwei Wochen war eine größere Menschenansammlung an der Schaafenstraße von den Ordnungskräften zur Auflösung aufgefordert worden. In der Pressemitteilung der Stadt vom Samstag hieß es allgemein, der Ordnungsdienst werde seine Kontrollen an diesem Wochenende fortsetzen. "Wie vom Krisenstab beschlossen wird die Stadt Köln die Entwicklungen im Blick behalten und situativ reagieren."

Köln hatte zuletzt unter zehn registrierte Corona-Neuinfektionen pro Tag. Stand Samstag befanden sich zehn Personen in stationärer Behandlung, 56 Personen galten insgesamt als aktuell infiziert. (nb/pm)


 Update  07.25h: Erneute Räumung in Samstagnacht

Auch in der Nacht zum Sonntag kam es zu einer Räumung der Schaafenstraße, berichten ein Augenzeuge und Einträge in sozialen Netzwerken. Dabei sei es erneut friedlich geblieben.


Die Lage am frühen Sonntagmorgen (Bild: fs)

Derweil gibt es auch mehr Eindrücke vom Dyke* March Cologne vom Samstag, hier aus dem Youtube-Kanal "Love Music". Auf Fahrrad-CSDs hatten zuletzt einige Pride-Veranstalter gesetzt, in der Vorwoche etwa Düsseldorf.



#1 PascaleAnonym
  • 05.07.2020, 08:51h
  • Stadt Köln räumt Schaafenstraße. Andere Hotspots in Köln wurden nicht geräumt, Aachener Weiher, Zülpicher Str. Brüsseler Platz, Boulevard in Deutz, 98% sind Heteros. An einigen dieser Orte wurden Ordnungshüter, Polizisten, verbal beleidigt teilweise angespuckt. Trotz Überfüllung dieser Orte wurden die Menschen dort nur ermahnt die Abstände einzuhalten, lediglich der Brüsseler Platz wurde geräumt und da kam es zu Übergriffen auf die Ordnungshüter. Was sind wir GLBTI's doch für liebe, verständnisvolle , gehorsame Erdenbürger.
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#2 Ralph
  • 05.07.2020, 10:36h
  • Auch mir scheinen derartige -grundsätzlich leider notwendige- Vorsichtsmaßnahmen recht willkürlich angewandt zu werden. Nehmen wir den bekannten "Superspreader" evangelikale Freikirchen. Im Landkreis Germersheim in RLP gibt es einen Covid-19-Ausbruch in einer freikirchlichen Gemeinde. Der Landkreis führt nun die Statistik der Neuinfektionen an, und zwar um ein Vielfaches der in den anderen Kommunen des Landes registrierten Fälle. Offensichtlich wurden trotz gegenteiliger Beteuerungen die Sicherheitsvorkehrungen nicht beachtet. Schulen und Kindergärten mussten wieder geschlossen werden, weil Kinder aus evangelikalen Familien sie besuchen. In Kenntnis der Lage und ungeachtet der die Allgemeinbevölkerung hart treffenden erneuten Maßnahmen ließ die zuständige Behörde aber mitten im Corona-Ausbruch eine evangelikale Hochzeitsfeier mit um die 200 Gästen ausdrücklich zu. Sofort im Anschluss (nicht etwa vorher) wurden Tests durchgeführt und dabei 10 Infizierte entdeckt. Ein Leserbriefschreiber beklagt zu Recht, dass Evangelikale offenbar der Ansicht seien, ihr Glaube schütze sie vor dem Virus. Anscheinend teilen die Behörden diesen Wahn. Das niedere Volk darf nicht mehr in Schulen und Kindergärten, die Eltern müssen verzweifelt schon wieder nach Betreuungsmöglichkeiten suchen - aber die Fundi-Christen feiern fröhlich und mit behördlichem Segen eine Corona-Party nach der anderen.
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