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Nach Anklage wegen Volksverhetzung
Regenbogenbusen gegen Latzel
Seine Fans sind laut einem benachbarten Pastor "christliche Fundamentalisten und Faschisten". Trotzdem durfte Olaf Latzel am Sonntag erneut predigen. Allerdings gab es dieses Mal nackten Protest.

In "buten un binnen" ist die Aktivistin zu sehen, die gegen Latzel protestiert (Bild: RB)
- 6. Juli 2020, 09:25h 3 Min.
Der evangelische Pastor Olaf Latzel hat am Sonntag erneut in seiner Bremer St.-Martini-Kirche eine Predigt gehalten, obwohl die Staatsanwaltschaft wenige Tage zuvor Anklage wegen Volksverhetzung gegen den 52-Jährigen erhoben hatte. Grund sind LGBTI-feindliche Äußerungen Latzels vom vergangenen Jahr, als er CSD-Besucher etwa als "Verbrecher" und Homosexualität als "todeswürdig" bezeichnet hatte (queer.de berichtete).
Vor dem Gottesdienst protestierte eine Aktivistin mit nacktem Oberkörper – ihre Brüste waren in Regenbogenfarben bemalt. Sie brachte auch Liegestühle mit Aufschriften wie "Liebe" für Latzels Urlaub mit. Gegenüber dem RB-Regionalmagazin "buten un binnen" sagte die Frau: "Es ist ein Unding, was hier gerade passiert." Unterstützung erhielt Latzel dagegen von Gemeindemitgliedern – eine der Befragten betonte, dass Homosexualität grundsätzlich unbiblisch sei.
Latzel warnt: Fehlende Bibel-Kenntnisse sind "lebenszerstörerisch"
In seiner live im Internet übertragenen Predigt sprach Latzel über "biblische Wahrheiten" und erklärte am Ende: "Wenn man nicht mehr weiß, was [in Schulheften] drinsteht, dann ist das ein bisschen Bildungslücke, aber es ist nicht so schlimm. Wenn man aber nicht mehr weiß, was in der Bibel steht, dann ist das nicht nur 'ne Bildungslücke, sondern dann ist das etwas Lebenszerstörerisches."

Latzel in seiner am Sonntag auf Youtube übertragenen Predigt (Bild: Youtube / Olaf Latzel)
Anschließend erklärte Kirchenvorsteher Jürgen Fischer, dass sich die Gemeinde "in einer schweren Auseinandersetzung" befinde, und bat die Gläubigen, für Latzel zu beten.
Pastor der Friedengemeinde gründet "Bündnis für Respekt"
Proteste gegen Latzel gibt es auch innerhalb der evangelischen Kirche: Bernd Klingbeil-Jahr, der Pastor der nur zweieinhalb Kilometer von Latzels Kirche entfernten Friedensgemeinde, hat das "Bündnis für Respekt" ins Leben gerufen; die Mehrheit der Pastorinnen und Pastoren habe bereits Unterstützung mit ihrer Unterschrift signalisiert. Er wolle sich damit "vor die Opfer der Aggression" Latzels stellen, so Klingbeil-Jahr gegenüber "buten un binnen". Viele der Online-Anhänger Latzels stufte er als Mischung aus "christlichen Fundamentalisten und Faschisten" ein. Der "braune Mob" wolle eine andere Gesellschaft, so der liberale Pastor.
Auffällig ist, dass tatsächlich viele Anhänger die Aussagen Latzels in sozialen Netzwerken und den Kommentar-Foren von Medien verteidigten. Auch queer.de hat seit Wochen ein verhältnismäßig großes Aufkommen von (nicht veröffentlichten) Hetz-Kommentaren. Eine Petition zur "Solidarität" mit dem Pastor hat über 20.000 Überschriften erzielt.
Latzel hatte sich am Freitag mit der Bremischen Landeskirche darauf geeinigt, ab Donnerstag sechs Wochen Urlaub zu nehmen (queer.de berichtete). Bevor er sein Amt wieder antritt, solle es weitere Gespräche mit der Kirchenführung geben. Bis dahin leite die Kirche keine weiteren Maßnahmen gegen den homophoben Pastor ein. (dk)
















Und für die, die den Satz mit dem Wissen, was drinsteht nicht verstehen: für Christen ist Sklavenhaltung ok, Der Hase ein Wiederkäuer und wer Ehebruch begeht, muss gesteinigt werden. Nur um mal so ein paar Vorschriften aus diesem Buch auf zu zählen. Achja: der Bischof sei ein gut verheirateter Mann steht da auch drin, aber darüber sehen nur die Katholiken hinweg.