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Vom Landtag in den Bundestag?

Tessa Ganserer zieht es nach Berlin

Die erste trans Abgeordnete Bayerns will nächstes Jahr in den Bundestag einziehen.


Tessa Ganserer will von München nach Berlin umziehen – sofern Partei und Wahlvolk das auch wollen (Bild: Grüne Bayern)

Die bayerische Landtagsabgeordnete Tesssa Ganserer (Grüne) hat gegenüber nordbayern.de ihre Absicht erklärt, bei der nächsten Bundestagswahl anzutreten. Sie würden gerne Direktkandidatin für Nürnberg-Nord werden und sich über die grüne Landesliste absichern lassen.

Die Wahl wird voraussichtlich im Spätsommer oder Frühherbst 2021 stattfinden – laut Umfragen könnten die Grünen ihr Bundestagswahlergebnis von 9,8 Prozent aus dem Jahr 2017 im Freistaat möglicherweise verdoppeln und die SPD als zweitstärkste Kraft ablösen. Im Landtag sind die Grünen bereits zweitstärkste Fraktion und Oppositionsführer.

Ganserer ist bereits seit 2013 im Landesparlament von München vertreten. Nach ihrer Wiederwahl 2018 outete sich sich als transgender (queer.de berichtete). Damit wurde die heute 43-Jährige zur ersten offen trans Abgeordneten Deutschlands.

Im Bundestag wolle sie sich für LGBTI-Rechte einsetzen, etwa für eine Reform des völlig veralteten Transsexuellengesetzes, sagte Ganserer: "Die Regierung in Berlin hat bisher überhaupt nichts Vernünftiges auf den Weg gebracht." Insbesondere sei der "pathologische Ansatz" unerträglich, der den Kern des Gesetzes bilde. Mehrere Bundesregierungen hatten zwar bereits eine Reform in Aussicht gestellt, allerdings bislang ohne Ergebnis. Zuletzt präsentierte das SPD-geführte Justizministerium vergangenes Jahr einen derart schlechten Entwurf, dass dieser sofort wieder in den Schubladen verschwand (queer.de berichtete).

Auch Interesse an anderen Themen

Sie hätte aber auch Lust, "im Bundestag wieder an anderer Stelle eine andere inhaltliche Politik zu machen und nicht nur Betroffenenpolitik", so Ganserer weiter. Schließlich sei sie eine diplomierte Försterin. Im bayerischen Landtag hatte sie vor allem als Queerpolitikerin für Schlagzeilen gesorgt – im Mai stellte sie etwa einen Bericht zu Diskriminierungserfahrungen von LGBTI im Freistaat vor (queer.de berichtete).

In dem Interview sagte Ganserer auch, dass es ihr seit Freitag "sehr, sehr gut" gehe. Der Grund: Sie habe seither schriftlich, dass "ich als austherapiert gelte". Allerdings ergänzte sie, dass sie den Begriff als Frechheit empfinde.

Bislang gab es im Bundestag noch keine offen transsexuelle Abgeordnete und keinen offen transsexuellen Abgeordneten. Christian Schenk, der zwischen 1990 und 2002 für die Grünen und die PDS im Bundestag saß, nahm nach dem Ausscheiden aus dem Parlament eine Geschlechtsanpassung vor. (dk)



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#1 Kritiker_inEhemaliges Profil
  • 07.07.2020, 12:35h
  • Herzlichen Glückwunsch, liebe Tessa, zu dieser Entscheidung! Du wirst bestimmt eine tolle Bundespolitikerin. Ich durfte Dir schon einmal bei einer Veranstaltung kurz begegnen und bewundere Dein Standing und Deine klare Haltung. Leider lebe ich nicht in Deinem Wahlkreis, sonst würde ich Dich sofort und ohne auch nur eine Sekunde zu zögern wählen.

    Dir alles, alles Gute für Deinen persönlichen und politischen Weg. Wir lieben Dich. Und wir brauchen Dich!
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#2 AutumnProfil
  • 07.07.2020, 14:31hKöln
  • Ein sehr gutes Zeichen, da das ein Stück zur Normalisierung beitragen wird, wenn öffentliche Personen auch transsexuell sind.
    Viel Glück wünsche ich schonmal vorab gegen die zu erwartende Hetze der faschistischen AFD im nächsten Bundestag.
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