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Jurys entscheiden

ESC: 2021 wieder kein nationaler Vorentscheid

Auch im nächsten Jahr darf das ARD-Publikum nicht mitentscheiden, wer Deutschland beim Grand Prix vertreten wird. Ben Dolic ist zudem nicht als Sänger gesetzt.


Vergangenes Jahr versteckte der NDR die Vorstellung seines Siegersongs in einer extrem kostengünstigen Sendung im Digitalsender ONE – fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit (queer.de berichtete) (Bild: NDR)

Der deutsche Act für den Eurovision Song Contest 2021 wird auch im kommenden Jahr von zwei Jurys ausgewählt – nämlich von Musikprofis auf der einen und internationalen Mitgliedern der Länder-Jurys des ESC auf der anderen Seite. Das gab der NDR am Dienstag bekannt.

Mit diesem Modus wurde bereits 2020 Ben Dolic und sein Song "Violent Thing" zum deutschen Sieger erklärt (queer.de berichtete). Die Jurys hatten sich dieses Lied des bulgarischen ESC-Erfolgsautoren Borislaw Milanow in mehreren Runden aus 607 Künstler*innen und 568 Songs ausgesucht. Am Ende konnte Dolic aber wegen der coronabedingten Absage des ESC nicht antreten (queer.de berichtete).

Direktlink | Ben Dolic stellte seinen Song in der Sendung "Unser Lied für Rotterdam" bei ONE vor

"Im vergangenen Jahr haben uns direkte Bewerbungen erreicht und wir haben mit einem professionellem Scouting gezielt nach Nachwuchstalenten gesucht. Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht", erklärte Christian Blenker, der ARD-Teamchef für den ESC, auf eurovision.de. Mit diesem Song wäre nach seiner Einschätzung "eine Top-10-Platzierung […] nicht unmöglich gewesen".

Das letzte Mal, als Deutschland einen Song ohne Zuschauerbeteiligung zum ESC-Finale schickte, war 2009. Damals wählte eine interne Jury die Band "Alex Swings Oscar Sings!" als deutschen Beitrag aus. In Erinnerung an diesen Beitrag ist lediglich geblieben, dass der amerikanische Burlesque-Superstar Dita van Teese für den Auftritt im ESC-Finale gewonnen werden konnte. Ergebnis: Platz 20 von 25. Vorentscheide mit Zuschauerbeteiligung brachten danach bessere und schlechtere Ergebnisse. Auf mehrere Jurys im Vorfeld der Vorentscheide hatte der NDR bereits in den letzten Jahren gesetzt.

Viele Länder schicken erneut die Sänger*innen und Bands zum ESC, die dieses Jahr hätten antreten sollen – allerdings mit einem neuen Song, da der alte nach den Regeln nicht mehr verwendet werden darf. Österreich und die Schweiz haben etwa angekündigt, Vincent Bueno und Gjon's Tears erneut zu nominieren. In Deutschland ist dagegen Ben Dolic nicht gesetzt. Sowohl der Interpret als auch Autor Milanow wollten es aber 2021 "zum Glück noch einmal wissen" und einen Beitrag einreichen, wie Blenker erklärte.

Einsparung: Keine Livesendung von der Reeperbahn

Blenker kündigte auch an, dass wegen der Einsparungen beim NDR nächstes Jahr auf die traditionelle Livesendung von der Reeperbahn vor dem ESC-Finale verzichtet werde. "Das spart eine relevante sechsstellige Summe", so der ESC-Teamchef. In den letzten Jahren war diese Show stets von Barbara Schöneberger moderiert worden.

Das ESC-Finale soll nächstes Jahr am 22. Mai stattfinden, wie beim diesjährigen abgesagten ESC in Rotterdam. 2021 kommt es zu einer Kollision: Am selben Tag und zur selben Zeit soll auch das DFB-Pokalfinale der Männer stattfinden, das traditionell wie der ESC im ARD-Hauptprogramm übertragen wird. Laut Blenker befinde sich die ARD deshalb im Gespräch mit dem Deutschen Fußballbund.

Zudem soll es 2021 eine entscheidende Änderung geben: Künftig müssen Background-Vocals nicht mehr live gesungen werden. Nach dem Ende des ESC-Orchesters im Jahr 1999 kann damit – außer dem Hauptgesang – praktisch das gesamte Audio vom Band kommen. (dk)



#1 Petrillo
  • 08.07.2020, 18:26h
  • Einsparungen im sechsstelligen Bereich? Bekommt Frau Schöneberger so viel für ihr hyperaktives Gesabbel?

    Das Ganze ist doch eh vor allem eine Werbeveranstaltung für die auftretenden Künstler! Und mehr Gebühren dürfen wir nächstes Jahr auch noch latzen...
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Petrillo
  • 08.07.2020, 18:34h
  • Antwort auf #1 von Petrillo
  • By-the-way: wie viel könnte man wohl sparen, wenn nicht jedes Jahr hoch bezahlte "Experten" sondern das gemeine Volk über die Teilnehmer abstimmen dürfte?

    Liebe ARD, komm mal im 21. Jahrhundert an: das Internet und überhaupt die moderne Kommunikationstechnik bieten Möglichkeiten, von denen ihr wohl noch nichts mit bekommen habt und Euch deshalb lieber vor dem Auszählen von Postkarten drücken wollt!

    Sogar Einnahmen ließen sich beim Televoting generieren, ganze TV-Sender leben von dem Modell...
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#3 Lys AsAnonym