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Türkei

Erdogan: Queere Community "vergiftet" junge Menschen

Der türkische Staatschef will sich mehr und mehr die Unterstützung der Bevölkerung durch homophobe Ausbrüche sichern.


Je schwerer die Wirtschaftskrise in der Türkei wird, desto mehr nationalistische und homophobe Töne schlägt Staatspräsident Erdogan ein (Bild: World Humanitarian Summit / flickr)

Präsident Recep Tayyip Erdogan hat seine Rhetorik gegenüber sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten weiter verschärft. Der 66-Jährige machte seine Verachtung gegenüber der LGBTI-Community bereits am 29. Juni nach einer Kabinettssitzung deutlich: "Während wir unserem Land mit großem Mitgefühl und einer Vision dienen, attackiert jemand heimtückisch unsere nationalen und religiösen Werte", erklärte Erdogan bei einer Rede.

"Sie versuchen besonders, junge Menschen zu vergiften, indem sie versuchen, durch die gesamte Menschenheitsgeschichte verfluchte Perversionen zu normalisieren." Diejenigen, die derartig "marginale" Bewegungen unterstützten, würden die Kultur beschädigen. Sie seien "Ketzer" und könnten keine politischen Partner sein.

Mit der Aussage schießt sich Erdogan auch auf Oppositionelle ein, die sich für Gleichberechtigung aussprechen – etwa Sezgin Tanrıkulu, einen kurdischen Menschenrechtler und Abgeordneten der säkularen CHP, der am Tag vor der Erdogan-Tirade einen Tweet mit Regenbogenfahnen zur CSD-Saison veröffentlichte. In dem Twitter-Eintrag schrieb der 57-Jährige, er wünsche sich eine Woche ohne Hassreden. In den letzten Jahren waren Pride-Demonstrationen verboten und niedergeschlagen worden.

Twitter / MSTanrikulu

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Erdogan-Regime verschärft Angriffe auf LGBTI

Zwar ist Homosexualität in der Türkei bereits seit 1858 legal. Allerdings nutzt die autoritäre Erdogan-Regierung derzeit die aufgeheizte Stimmung im Land, um gegen Homo- und Transsexuelle Stimmung zu machen. Der Präsident stellte sich etwa an die Seite des Chefs der Religionsbehörde, der erklärt hatte, dass der Islam Homosexualität pauschal verurteile. Laut Erdogan ist ein Angriff auf die Religionsbehörde gleichzeitig ein Angriff auf den Staat. (queer.de berichtete). Wegen der sich verschärfenden Situation in der Türkei bezeichnete die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch die Staatshomophobie als "sehr besorgniserregend" (queer.de berichtete).

Mit seiner homophoben Rhetorik versucht Erdogan, trotz Corona- und Wirtschaftskrise die Unterstützung von konservativen Teilen der Bevölkerung nicht zu verlieren. Er baut dabei auf eine stark homosexuellenfeindliche Stimmung unter Türkinnen und Türken: So ergab eine erst Ende Juni veröffentlichte Umfrage des Pew Research Center, dass sich nur 25 Prozent der Bevölkerung die gesellschaftliche Akzeptanz von Homosexualität wünschen – in Deutschland sind es 86 Prozent (queer.de berichtete). (cw)



#1 Ach jaAnonym
  • 08.07.2020, 12:40h
  • Der Einzige der hier etwas vergiftet ist dieses Ekelpaket von Erdogan und seine stumpfsinninnigen Anhänger.
    Hoffentlich hebt Deutschland die Reisewarnung für die Türkei vorläufig nicht auf.
    Jeder Euro der dahin fließt ist Blutgeld.
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#2 Peck_SProfil
  • 08.07.2020, 13:45hFrankenthal
  • Noch zehn bis fünfzehn Jahre Erdogan und die Türkei übernimmt die Baukrangesetzgebung des Iran oder schiebt ihre LGBT einfach ins nahe gelegene Tschetschenien ab. Kadyrow ist ja ein Bruder im Glaube.
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#3 Ach jaAnonym
#4 dellbronx51069Anonym
#5 seb1983
  • 08.07.2020, 14:29h
  • Antwort auf #4 von dellbronx51069
  • Was Menschenrechte und Demokratie angeht ist die Türkei verloren.

    Wichtig ist diesen zerstörerischen Einfluss in Deutschland zu minimieren der über das türkische Staatsfernsehen und Ditib in die Köpfe junger Türken in Deutschland gehämmert wird.

    Viele hier meinen ja der größte Gegner sitze in Rom, Ankara ist die viel größere Gefahr!
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#6 AutumnProfil
#7 Ach jaAnonym
  • 08.07.2020, 14:53h
  • Antwort auf #5 von seb1983
  • Du hast ja Recht.
    Die Ditib könnte man durchaus in die Schranken weisen.
    Nur beim türkischen Staatsfernsehen habe ich so meine Zweifel.
    Satellitenschüsseln lassen sich schlecht verbieten.
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#8 goddamn liberalAnonym
  • 08.07.2020, 14:54h
  • Die zwei CHP-Bürgermeister der beiden größten Städte der Türkei werden Erdogan in Umfragen gefährlich.

    Das ist interessant, weil die Atatürk-Partei CHP nicht zu seinem frommen Lager gehört, sondern national-säkular ist.

    In den Medien hat die CHP keine Unterstützung, aber Türken haben oft ihren eigenen Kopf.

    Erdogan wird deshalb nervös und fährt die Putin-Strategie.

    Frömmelei, Nationalismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gehören da ins Repertoire.

    Ob das zieht?

    Das hängt in erster Linie von der wirtschaftlichen Entwicklung ab.

    Türken sind pragmatisch und sind mit versponnem Mystizismus auf die Dauer nicht zufrieden zu stellen (wie z. B. viele Iraner).
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#9 Ach jaAnonym
  • 08.07.2020, 15:20h
  • Antwort auf #8 von goddamn liberal
  • Ich hoffe Du hast Recht.
    Die zahlreichen Erdogan-Anhänger hierzulande lassen leider sehr viel von diesem Pragmatismus vermissen.
    Da erscheinen mir die Auslandspolen bei ähnlich mieser Lage in PL deutlich weniger von der PIS beeinflusst.
    Zumindest soweit ich das beurteilen kann.
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#10 FalschAnonym
  • 08.07.2020, 15:25h
  • ""Sie versuchen besonders, junge Menschen zu vergiften, indem sie versuchen, durch die gesamte Menschenheitsgeschichte verfluchte Perversionen zu normalisieren.""

    Erstens ist das sachlich falsch. Ich erinnere nur an die alten Griechen.

    Zweitens ist "Perversion" eine subjektive Einschätzung und nichts objektives.

    Und drittens sind diese Behauptungen, irgendjemand solle "vergiftet" werden, wieder mal reine Behauptungen ohne jeden argumentativen oder empirischen Beleg. Das ist so als würde ich sagen: "irgendwo in der Milchstraße fliegt eine rosa Teekanne" und dafür keinerlei Beleg bringe.
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