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Asien

Ein Meilenstein für Lesben und Schwule in Thailand

Die thailändische Regierung hat die Einführung eingetragener Partnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare beschlossen – inklusive Adoptionsrecht. Die Opposition fordert die Öffnung der Ehe.


Mehr Rechte und weniger Diskriminierung für homosexuelle Paare: Szene aus dem thailändischen Film "Fathers", in dem das schwule Paar Phoon und Yuke gemeinsam ein Kind großzieht (Bild: Netflix)

Lesbische und schwule Paare können sich in Thailand aller Voraussicht nach bald das Ja-Wort geben: Das thailändische Kabinett hat am Montag einen Gesetzentwurf zur Einführung eingetragener Partnerschaften beschlossen. Mit der Zustimmung des Parlaments wird gerechnet.

Das neue Rechtsinstitut steht allen gleichgeschlechtlichen cis-Paaren offen, die mindestens 17 Jahre alt sind. Mindestens eine Person muss die thailändische Staatsbürgerschaft besitzen. Eingetragene Lebenspartner haben mit Ausnahme einiger steuerlicher Vorteile die gleichen Rechte wie Eheleute, etwa im Vermögens- oder Erbrecht. Sie können auch gemeinsam ein Kind adoptieren. Ein ausländischer Partner kann eine jährlich zu verlängernde Aufenthaltserlaubnis für Thailand beantragen.

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Gesetz "den gegenwärtigen sozialen Umständen angemessen"

"Das Gesetz über die Lebenspartnerschaft ist ein Meilenstein für die thailändische Gesellschaft bei der Förderung der Gleichstellung von Menschen jeden Geschlechts", erklärte die stellvertretende Regierungssprecherin Ratchada Dhnadirek nach der Kabinettssitzung. "Es stärkt die Familien von Menschen mit sexueller Vielfalt und ist den gegenwärtigen sozialen Umständen angemessen."

Mit dem Hashtag #NeinZumPartnerschaftsgesetz auf Thai protestierten LGBTI-Gegner*innen in sozialen Netzwerken gegen die Initiative der Regierung. Die oppositionelle Vorwärts-Partei kritisierte den Gesetzsentwurf dagegen als halbherzig. "Eine Partnerschaft ist keine Ehe", sagte die trans Abgeordnete Thanwarin Sukhapisit. In einem eigenen Gesetzentwurf fordern die progressiven Sozialdemokrat*innen die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare.

Den ersten Vorstoß gab es im Dezember 2012

Bereits vor siebeneinhalb Jahren hatte es in Thailand eine erste Initiative für eingetragene Partnerschaften gegeben, die jedoch durch den Militärputsch im Mai 2014 gestoppt wurde. Seitdem ist der ehemalige Armeechef Prayut Chan-o-cha an der Macht. Ein weiterer Vorstoß von 2018 wurde vor der jüngsten Wahl nicht mehr im Parlament beraten.

Thailand wäre erst das zweite Land in Asien, das gleichgeschlechtliche Partnerschaften anerkennt. Vorreiter ist Taiwan, wo im vergangenen Jahr die Ehe geöffnet wurde (queer.de berichtete). In Israel und Armenien werden zumindest im Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen anerkannt.



#1 Ralph
  • 09.07.2020, 09:22h
  • Meine Toleranz für Staaten, in denen noch immer an Stelle der einfachen Öffnung der Ehe sondergesetzliche "Partnerschaften" eingeführt werden, ist sehr gering. Auch wenn bisher rechtlose Paare dadurch nun staatlich anerkannt und weitgehend mit Ehepaaren gleichgestellt werden, bleibt ein Restbestand an ungerechtfertigter Diskriminierung.
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#2 MarcosAnonym
  • 09.07.2020, 09:59h
  • Das ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn leider ein zu kleiner Schritt. Da bleibt nur zu hoffen, dass die volle Gleichstellung relativ bald nachgeholt wird.
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 09.07.2020, 10:53h
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • "Meine Toleranz für Staaten, in denen noch immer an Stelle der einfachen Öffnung der Ehe sondergesetzliche "Partnerschaften" eingeführt werden, ist sehr gering."

    Tja, leider wird man sich in diesen Staaten wenig um Deine Toleranz scheren.

    Angesichts der Tatsache, dass Thailand schwerlich von homophoben Gestalten wie Putin, Duda oder Erdogan zum 'dekadenten Westen' gezählt werden kann, freue ich mich über diesen strategisch wichtigen Fortschritt.

    Und hoffe auf mehr.
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#4 PetterAnonym
  • 09.07.2020, 11:18h
  • "Die Opposition fordert die Öffnung der Ehe."

    Dieser Forderung kann ich mich nur anschließen:
    vor 20 Jahren wäre die Eingetragene Partnerschaft noch ein riesiger Schritt gewesen. Aber heute, im Jahr 2020, wo bereits fast 30 Staaten die Ehe geöffnet haben und immer mehr Staaten das debattieren, ist es ein Anachronismus, nochmal so eine Ehe 2. Klasse neu einzuführen.

    Selbst wenn die in allen Details komplett gleichgestellt wäre, wäre es diskriminierend, für dasselbe unterschiedliche Namen zu wählen.
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#5 MandalorianAnonym
  • 09.07.2020, 12:02h
  • ja, nä? Bekunden wir erstmal unser kulturelles Unverständnis unter völliger Missachtung der politsichen Lage. Schließlich reichen uns die juristischen Wegbereiter für eine weitere Gleichstellung nicht aus. Nein, die vornehmen Herren aus der westlichen Hemisphäre sind erschöpft und ihr Toleranzkonto gibt nicht mehr viel her. Die Schritte sind einfach zu klein.... wenn das bis nach Bangkok vordringt, wie die sich dort schämen werden...

    Statt alles direkt nieder zu machen sollte man sich vielleicht erstmal für die Menschen und die fortschreitende Entwicklung in der Region freuen.
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#6 AnonymAnonym
  • 09.07.2020, 12:36h
  • Antwort auf #5 von Mandalorian
  • Ich hätte es nicht besser formulieren können als mein Vorredner (5.):

    Dieser Schritt ist doch ein riesiger Gewinn!! Immer wird alles nur schlecht geredet und nur dann, als lobenswert empfunden, wenn es unsere eigenen Gesetze bald noch toppt. Man schaue sich mal die Menschenrechte in Thailand im Allgemeinen an ...

    Die dortige Pressefreiheit kann man wohl auch kaum mit unserer vergleichen. Es ist eine völlig andere Kultur und ein völlig anderes System!

    Das mit einem Schritt nun gleichgeschlechtliche Paare von GAR KEINER Anerkennung und KEINEN Rechten den Rechten Verheirateter Hetero-Paare GLEICHGESTELLT werden, ist doch ein riesiger Fortschritt !!

    In etlichen Ländern (inklusive Deutschland) kam erst die eingetragene Lebenspartnerschaft, ehe die Ehe für alle kam. Man kann doch nicht von 0 auf 100 gehen.

    Soll man also in Uganda auch nicht über Entkriminalisierung nachdenken, sondern zuallererst über die Öffnung der Ehe? Denn alles andere wäre ja kein Fortschritt ... *augenroll*
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#7 seb1983
  • 09.07.2020, 13:02h
  • Da schwappt der Euroschwuppe doch glatt der Prosecco über wenn Thailand nur Eingetragene Partnerschaften einführt.
    Darling, das ist soooooooo 90er whatever......
    Auf den Schock erstmal einen Bio Smoothie.

    Kleiner Realitätscheck:
    Von Rund 200 Staaten sind es immer noch mehr die Homosexualität unter Strafe stellen als solche die Partnerschaften und Ehen anerkennen.

    Wie war das noch mal? Achja, wenn das Volk kein Brot hat warum isst es dann keinen Kuchen?
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#8 PetterAnonym
  • 09.07.2020, 13:24h
  • Antwort auf #5 von Mandalorian
  • Es geht aber darum, dass das nicht etwa in Thailand völlig weit hergeholt wäre und man hier so weit entfernt einfach sowas fordert.

    Sondern es geht darum, dass auch die Opposition in Thailand und auch die LGBTI in Thailand die Eheöffnung fordern.

    Und sich dann dieser Forderung nach Eheöffnung anzuschließen und sie zu unterstützen, ist einfach Solidarität.
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#9 Hirn vom HimmelAnonym
#10 ManuechtAnonym
  • 09.07.2020, 20:54h
  • Wahnsinniger Schritt für Thailand. An all die Kritiker hier: schon mal dort gewesen? Kennt ihr die Kultur? Wohl kaum. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Ich persönlich freue mich riesig für unsere thailändischen Brüder und Schwester.
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