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Brasilien

Bolsonaro: Mundschutz ist für "Schwuchteln"

Jair Bolsonaro hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Davor hatte er sich laut einem Bericht über Mund-Nasen-Bedeckungen in gewohnt homophober Art lustig gemacht.


Präsident Jair Bolsonaro (Bild: Isac Nóbrega/PR / wikipedia)

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro soll seine Berater, die Masken getragen haben, mit einem homophoben Ausdruck gehänselt haben. Der 65-jährige Rechtsextremist soll laut einem Artikel von Kolumnistin Mônica Bergamo in der Tageszeitung "Folha de S. Paulo" erklärt haben, das Tragen von Mund- und Naseschutzmasken sei "coisa de viado", zu Deutsch: eine Sache für Schwuchteln. Die 100 Jahre alte "Folha de S. Paulo" gehört zu den größten und einflussreichsten Zeitungen Brasiliens.

Twitter / monicabergamo


LGBTI-Aktivst*innen zeigten sich angesichts der Angriffe des Präsidenten kämpferisch. Der offen schwule Politikwissenschaftler und Journalist Thiago Theodoro reagierte etwa mit den Worten: "Herr Präsident, eines Tages wird eine Schwuchtel wie ich im Präsidentenamt sein und wird seine Sache unendlich besser machen als Sie."

Twitter / thiamparo

Der Artikel zu Bolsonaros "Schwuchtel"-Aussage erschien wenige Stunden, nachdem Bolsonaro am Dienstag mitgeteilt hatte, dass er sich mit dem Coronavirus angesteckt hat. Der Präsident hatte seine Infektion bei einer Ansprache vor einer Gruppe Journalist*innen publik gemacht – ohne Maske und ohne Mindestabstand. Inzwischen hat der brasilianische Presseverband Strafanzeige gegen Bolsonaro gestellt, weil er die Gesundheit der anwesenden Journalist*innen gefährdet habe.

Brasilien ist nach den USA das Land mit den meisten Covid-19-Fällen. Inzwischen sind 1,7 Millionen Menschen positiv gestestet worden, rund 68.000 Personen sind gestorben. Bolsonaro hat jedoch, ähnlich wie US-Präsident Donald Trump, die Gefahr durch das Virus seit Wochen heruntergespielt. Expert*innen geben seiner Regierung eine Mitschuld für die dramatische Lage im bevölkerungsreichsten südamerikanischen Land.

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Bolsonaro ist seit Anfang 2019 Staatschef in Brasilien und gilt als extrem LGBTI-feindlich. Immer wieder sorgte er mit homophoben Ausbrüchen für Schlagzeilen: So beschimpfte er vor einem guten halben Jahr einen Journalisten mit den Worten: "Ihr Gesicht sieht fürchterlich aus wie das von einem Homosexuellen" (queer.de berichtete).

Menschenrechtler warnen davor, dass mit Bolsonaros Rhetorik Homophobie und Rassismus in Brasilien hoffähig geworden seien (queer.de berichtete). Das führte etwa dazu, dass kurz nach seiner Wahl ein schwuler Abgeordneter aus Brasilien floh und sich in Deutschland niederließ (queer.de berichtete). (dk)



#1 TomDarkProfil
  • 10.07.2020, 11:57hHamburg
  • Bolsonaro hat die Gefahr von Corona von Anfang an heruntergespielt, Maßnahmen zur Bekämpfung blockiert und Indigenen und Schwarzen Hilfe verwehrt.

    www.dw.com/de/bolsonaro-corona-test-mitleid/a-54086725

    Es wäre nicht schlecht, wenn seine Ansteckung seinen Hochmut endlich zum Fall bringen würde, damit ihm seine dämlichen Macho-Sprüche im Hals stecken bleiben.

    Langzeitschäden im Kopf hat er ja bereits genügend.
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#2 Pink FlamingoAnonym
#3 Peck_SProfil
  • 10.07.2020, 13:43hFrankenthal
  • Was soll man anderes erwarten, von einem selbst erklärten Fanboy der brasilianischen Terrorherrschaft durch das Militär? ...eben.

    Brasilien hat durch Bolsonaro ganz andere Probleme gehabt, bevor überhaupt Corona on top kam. Beisplw. die Vertreibung der Indigenen Völker, Korruption, Gewaltverherrlichung, Verklärung der Militärdiktatur, Rassismus, Rechtsradikalismus, Frauenfreindlichkeit, Einschränkung der Pressefreiheit, Gleichschaltungsversuche der Gerichte, Abholzung des Regenwaldes, TÄGLICH dutzende Erschießungen in Rio, durch Polizei-Sniper, ohne Anklage o.ä.!
    >>>
    www.spiegel.de/politik/ausland/rio-de-janeiro-polizeigewalt-
    nimmt-zu-a-1280461-amp.html


    Da wäre in meiner Reihenfolge, die Verwendung des Wortes Schwuchtel eher weit unten angesiedelt.
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#4 dellbronx51069Anonym
  • 10.07.2020, 16:57h
  • Irgendwann kommt raus , dass er sich heimlich Callboys bestellt hat.
    Das passt zu solchen Typen. So wie er ständig auf dem Thema bei jeder Gelegenheit rumreitet muss das eine seiner heimlichen Obsessionen sein...
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#5 Pfui TeufelAnonym
#6 CallboykainAnonym
  • 11.07.2020, 00:42h
  • Antwort auf #4 von dellbronx51069
  • Und wo liegt das Problem? Sich Callboys zu bestellen ist doch total normal immer nichts was man negativ sehen sollte.
    Was also soll diese Art, Prostitution so negativ darzustellen und in diesem Zusammenhang in den Dreck zu ziehen?!
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#7 DramaQueen24Profil
  • 11.07.2020, 04:41hBerlin
  • Himmel, was für ein Menschenbild/Männerbild hat der Herr Presidente denn? Eines aus dem 19. Jahrhundert!
    Falls es einen Gott gibt, und er verantwortlich für den Virus bei Herrn B. ist: Bitte lieber Gott, machs noch einen Zacken (oder besser zwei) schärfer für ihn, damit er begreift, was diese Krankheit wirklich ist!
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#8 SchwachsinnsfresserAnonym
  • 11.07.2020, 09:35h
  • Antwort auf #7 von DramaQueen24
  • Was soll das? Jemandem Krankheiten zu wünschen halten Sie für die richtige Art und Weise des Umgangs mit Menschen, deren Auffassungen man nicht teilt (und In diesem Fall auch nicht teilen sollte)??
    Ich bin froh, nicht mehr im Mittelalter leben zu müssen, denn dort war so etwas üblich, und so etwas ist absolut indiskutabel.
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#9 Pink FlamingoAnonym
#10 Pink FlamingoAnonym
  • 11.07.2020, 12:21h
  • Antwort auf #6 von Callboykain
  • Das frage ich mich immer wieder hier. Stricher und Callboys sind auch im 21. Jahrhundert weiterhin verpönt in der Community. Kenne ich aus eigener Erfahrung nur zu gut. Besonders, wenn es sich um Schwule Stricher und Callboys handelt.
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