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Islamismus in England
Terroranschlag auf CSD geplant: Lebenslange Haftstrafe
Ein 28-jähriger Islamist muss die nächsten Jahrzehnte hinter Gittern verbringen, weil er nach Ansicht eines Gerichts ein Blutbad anrichten wollte.

Mohiussunnath Chowdhury muss mindestens bis in die Vierzigerjahre hinein hinter schwedischen Gardinen verbringen (Bild: Metropolitan Police)
- 10. Juli 2020, 11:25h 3 Min.
Der Islamist Mohiussunnath Chowdhury ist am Donnerstag im Londoner Woolwich Crown Court zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Nach englischem Recht kann er damit frühestens nach 25 Jahren aus der Haft entlassen werden. Der 28-jährige ehemalige Uber-Fahrer war bereits im Februar von einer Geschworenenjury schuldig gesprochen worden, Anschläge auf Londoner Touristenattraktionen, darunter auch den CSD, geplant zu haben.
Im Dezember 2018 hatte Chowdhury bereits schon einmal vor Gericht gestanden, weil er von dem Buckingham-Palast mit einem ein Meter langen Samurai-Schwert aufgetaucht war und "Allahu Akbar" gebrüllt hatte. Sein Anwalt argumentierte damals aber, dass sein Mandant kein Terrorist sei, sondern versucht habe, mit Hilfe eines Polizisten Selbstmord zu begehen. Daraufhin wurde er von Terrorvorwürfen freigesprochen und auf freien Fuß gesetzt.
Verdeckte Ermittler beobachteten aber weiter die Aktivitäten des aus dem nördlich von London gelegenen Luton stammenden Mannes. Sie schlichen sich in sein Vertrauen ein und fanden heraus, dass er eine große Terrorattacke plante. Laut der Staatsanwaltschaft sei Chowdhury von der Terrororganisation Al-Kaida inspiriert worden. "Er hat eine Reihe von Zielen diskutiert mit denjenigen, die seine gewalttätige Einstellung teilen. Dabei handelte es sich unter anderem um die Pride-Parade in London", so die Staatsanwaltschaft in einer Pressemitteilung. "Sein Ziel war, möglichsts viele Menschen niederzumetzeln."
Attacke mit Pistolen, Messern und einem Auto geplant
Laut britischen Medienberichten habe Chowdhury Pistolen, Messer und ein Kraftfahrzeug als Waffen verwenden wollen. Gegenüber den verdeckten Ermittlern habe er auch damit geprahlt, wie er die Geschworenen bei seinem ersten Verfahren hinters Licht geführt habe. Er habe bereits eine Luftpistole gekauft und schlagkräftigere, illegale Waffen erwerben wollen, bevor er verhaftet wurde.
Richter Andrew Lees erklärte laut der Zeitung "Guardian", Chowdhury stelle ein "großes Risiko für die Öffentlichkeit" dar. Er habe gegenüber den verdeckten Ermittlern seine "Hingabe zu den Zielen des gewalttätigen islamischen Extremismus" zugegeben.
Auch die Schwester des Terroristen ist schuldig
Chowdhury drei Jahre jüngere Schwester steht derzeit noch vor Gericht. Ihr wird vorgeworfen, von den Terrorplänen ihres Bruders gewusst, aber die Behörden nicht informiert zu haben. Sie war ebenfalls bereits im Februar schuldig gesprochen worden, das Strafmaß muss aber noch festgelegt werden.
Am Donnerstag gelang der englischen Polizei offenbar ein weiterer Schlag gegen islamistischen Terrorismus: In London und der mittelenglischen Grafschaft Leicestershire konnte die Polizei eine mutmaßliche Terrorzelle ausheben und verhaftete vier Männer im Alter von 17 bis 32 Jahre.
/ MPSRedbridgeWe're being asked about police activity in #Goodmayes. This relates to an operation by the Met's Counter Terrorism Command and East Midlands Counter Terrorism Policing. Armed officers provided support. No shots were fired. Four men have been arrested. https://t.co/UclNFbc5fX
Redbridge MPS. #StayAtHomeSaveLives (@MPSRedbridge) July 9, 2020
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Bereits im Juni waren bei einem mutmaßlichen Terroranschlag drei schwule Männer von einem 25-Jährigen im westlich von London gelegenen Reading in einem Park erstochen worden (queer.de berichtete). In Großbritannien gab es Spekulationen, dass die Tat aus Homophobie motiviert war. Das Motiv ist noch unklar. Bei dem mutmaßlichen Täter handelte es sich um einen libyschen Flüchtling, der vor drei Jahren zum Christentum konvertiert war. (cw)















