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Kommentare zu:
Stinkbomben und Trillerpfeifen gegen die "Beethoven-Schwulen"


#1 StaffelvergblickAnonym
  • 12.07.2020, 13:16h
  • "Die "Schwusos" der Arbeitskreis Lesben und Schwule in der SPD hatten sich nach Kraushaar erst im Mai 1980 (bzw. 1978) gegründet."
    Die "Schwusos" wurden Ende Juli 1978 auf Landesebene der Berliner Jusos begründet. Nach einem ausführlichen Referat ging es dann nicht um inhaltliche Diskussionen, vielmehr um den Namen. In den nachfolgenden Monaten/Jahren folgten Köln, Hamburg, Bremen. Jahre später wurde der Arbeitskreis auf "Parteihöhe" angebunden.
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#2 jxxiAnonym
  • 12.07.2020, 15:51h
  • Als damals in Homolulu und in der Beethovenhalle dabei Gewesener war ich zwischen den "Fronten" hin- und hergerissen und kann nur sagen, dass ich von der Korrektheit, Gründlichkeit und Genauigkeit dieses Artikels bezüglich der Aufarbeitung der historischen Fakten und die Einordnung in größere Zusammenhänge schwer begeistert bin!
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#3 AnimalblackProfil
#4 clemAnonym
  • 13.07.2020, 11:54h
  • Jetzt verstehe ich (als junge Person) erstmal warum wir Schwulen in der Vergangenheit und leider teilweise auch noch heute immer mit Pädophilen gleichgesetzt wurden/werden. Die Schwulenbewegung hätte sich von Anfang an mehr distanzieren sollen.
    Sex mit Kindern zu legalisieren ist ja einfach absolut zu verachten. Es ist gut, dass sich sowas nicht durchgesetzt hat und es wird sich hoffentlich auch nicht durchsetzen. Der Schutz von Kindern muss da an erster Stelle stehen.
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#5 goddamn liberalAnonym
#6 Ralph
  • 14.07.2020, 11:25h
  • Antwort auf #4 von clem
  • Ja, in den 70ern und bis in die 80er hinein wurden Homosexualität und Pädosexualität innerhalb der Szene vielfach gleichgesetzt. Ich kann das heute nicht mehr begreifen, muss aber zu meiner Schande gestehen, dass ich es (1980 war ich 18 Jahre alt) zwar nicht selbst propagiert, aber zunächst auch nicht in Frage gestellt habe.
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#7 Ach jaAnonym
  • 14.07.2020, 15:25h
  • Antwort auf #6 von Ralph
  • Ich weiß absolut was Ihr meint, aber das war zu dem Zeitpunkt wirklich kein schwules Problem
    Nach der "sexuellen Revolution" Ende der 60er gab vielfach sowohl in Hetero- als auch Homokreisen Versuche Pädosexualiät zu entkriminalisieren, da man der Auffassung war, Kinder würden durch die strengen Moralvorstellungen der vor 68er Zeit nur in der Entwicklung ihrer natürlichen Sexualität gestört und es würde ihnen nicht schaden auch Sex mit Erwachsenen beizuwohnen bzw. selbst daran teilzunehmen.
    Dass das falsch ist, mussten viele Aktivisten auch erst mal wieder begreifen, zumal die Prüderie der 50er und 60er ja auch tatsächlich schädlich für die Kinder war.
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#8 stromboliProfil
  • 01.09.2020, 01:48hberlin
  • Antwort auf #6 von Ralph
  • in deinem wie auch dem beitrag von #7 Ach ja spiegelt sich die zeitliche distasnz zu der eigenen erfahrungswelt die wir beginnend in der vorpupertären und folgend unserer pupertät erfuhren: nähmlich sexuelle gefühle!
    Nicht eindeutig als schwul benannt aber immer auch mit dem wissen "anders zu sein und zu werden.

    Ich habe mit 14 und beginn meines berufslebens männerbekanntschaften aktiv gesucht.
    Ja , damals ging man mit 14 in die lehre! Bereicherte den produktionsprozess wie ein erwachsener , und dies mit nur beschränkten arbeitsjugendschutz, während man mir vorschrieb, keine sexualität zu haben.
    Aber trotz ver&gebote beginnt meine sexuelle erlebniswelt. Lerne männer höheren alters kennen und vögele mit ihnen.
    Großstadtlehre mit klappen-parks von und zurück zum bahnhof, um von dort wieder ins elternliche ländliche heteronormative zurück kehren zu müssen. Heimlich dann die ersten "gehversuche in den einschlägigen bars; geschützt bei den üblichen polizeilichen "personenkontrollen wegen millieuverdachtes ", von den schwulenmuttis hinter den thresen ( musste immer mindest eine frau anwesend oder angestellt sein um die behördlichen vorgaben sogenannt " gemischten publikums zu erfüllen) , in den bierkeller oder ins büro verfrachtetwurdest, nicht nur weil man ja noch minderjährig ein lokal betrat, sondern weil alle erwachsenen nunmehr als potentielle freier/verführer in die polizeilichen aktenwelten einverleibt wurden, mit teilweise fatalen folgen bis hin zu nachfragen auf der arbeit etc.
    Ich sehes dies noch heute als staatlich-heteronormativen gruppenterror. der sich hin zu einer art schwulen gruppenpsychose ausweitete.
    Hieraus leitete sich dann teils bewusst, teils verdrängt der anspruch einer selbstbestimmten sexualität heraus die da beginnt, wo mensch beginnt sexuell zu empfinden. Dabei bestimmt nicht das alter, sondern die entwicklung! Also auch eine mit dem pupertären drama beginnenden selbstfindung.

    Das ist deshalb kein plädoyer für pädophlie ( also vorpupertäres stadium. Was so aber auch keine selbstbewusste auseinandersetzung mit den eigenen bedürfnissen bringt, sondern ständig in einer art vorwärts-verteidigung endet, die so schwules erwachsenwerden um jahre hinauszögert mit den durchaus bekannten spätfolgen im erwachsenen sein..

    Was sich hier in der erinnerung um die gruppierung indianerkommune hochstilisiert, wird zum scheidepunkt schwuler versus antipädophiler moral, wendet sich dabei aber auch gegen den legitimen anspruch heranwachsender schwuler, sich seine partner aussuchen zu dürfen ohne das ihm entgegen seiner entwicklung, ständig eine altersbegrenzung aufgezwungen wird.

    Was damals aus heteronomativer sicht den schwulen aufoktroyiert wurde, nähmlich die altersbedingte verführungsthese mit folgend "moralisch aufgesetzer pflicht dem grenzen zu setzen ( minderjährigkeitsformel ) , wird heute in unserem abgrenzungsgehabe gegenüber einer uns unterstellten pädo-nähe zum selbstläufer: wir zwingen vorauseilend das mindestalter den nunmehr sexuell heranwachsenden als zwangsmoralisch "notwendig auf um uns so vor dem vorwurf der pädofreundlichkeit zu schützen.
    Den heranwachsenden kindern wird nun von uns schwulen das abverlangt, was man vormals uns ebenso aufgezwungen hat.
    Hände auf der decke lassen.

    Dabei aber weichen wir einer dringend notwendigen diskussion mit pädos und um pädophilie aus. Vermauern und pauschalieren uns hinter den missbrauchsfällen und vergessen dabei unsere eigene geschichte.
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