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Statistisches Bundesamt

3,4 Prozent der deutschen Eheschließungen gleichgeschlechtlich

Die erste Euphorie nach der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben am 1. Oktober 2017 ist vorbei: Die Zahl der gleichgeschlechtlichen Hochzeiten ist 2019 gesunken.


Immer mehr Schwule und Lesben laufen mit goldenem Schmuck am Ringfinger herum (Bild: State Farm / flickr)

Im Jahr 2019 haben sich insgesamt 14.000 gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland das Ja-Wort gegeben. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mit. In der Statistik sind sowohl neue Eheschließungen als auch Umwandlungen von eingetragenen Partnerschaften berücksichtigt.

Insgesamt haben im letzten Jahr 416.300 Paare geheiratet. Gleichgeschlechtliche Hochzeiten machen damit 3,4 Prozent aller Eheschließungen aus. Im Vergleich zu 2018 ist damit die Zahl der gleichgeschlechtlichen Eheschließungen laut dem Statistikamt um ein Drittel zurückgegangen.

Nach der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben hatte die Behörde vergangenes Jahr erstmals Zahlen zu gleichgeschlechtlichen Eheschließungen veröffentlicht: Für die letzten drei Monate des Jahres 2017 und das Jahr 2018 haben sich 32.800 gleichgeschlechtliche Paare das Ja-Wort gegeben (queer.de berichtete).

Ohne Umwandlungen liegt Homo-Anteil bei 2,2 Prozent

Grund für den starken Rückgang sind laut Statistischem Bundesamt "Sondereffekte" in den Jahren 2017 und 2018 – damals wandelten besonders viele gleichgeschlechtliche Paare ihre bereits bestehende Lebenspartnerschaft in eine Ehe um. Dies wird von den deutschen Standesämtern kostenlos angeboten.

Ohne diese Umwandlungen blieb die Zahl der gleichgeschlechtlichen Eheschließungen im Jahresvergleich fast unverändert: 2018 waren es 9.300, 2019 sank die Zahl leicht auf 9.200. Ohne Umwandlungen lag der Anteil der gleichgeschlechtlichen Hochzeiten unter allen Eheschließungen im vergangenen Jahr bei 2,2 Prozent.

Bereits vor einem Monat hatte das Statistische Landesamt von Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland, einen entsprechend starken Rückgang der Gesamtzahl der gleichgeschlechtlichen Eheschließungen verkündet (queer.de berichtete). Der Anteil von schwulen und lesbischen Hochzeiten in NRW lag laut den Statistikern mit 3,6 Prozent knapp über dem Bundesdurchschnitt. (dk)



#1 stephan
  • 13.07.2020, 17:05h
  • Realistischer Wert! Ich schätze, dass es sich auf diesem Niveau +/- 1% auch dauerhaft einpendelt wird!
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#2 Ralph
  • 13.07.2020, 17:25h
  • Satire an:

    Man muss bedenken, dass diese Zahl -wie von den Ehegegnern angekündigt- auch all diejenigen Heten beinhalten muss, die am 1.10.2017 infolge der Eheöffnung entschieden haben, gleichgeschlechtlich zu heiraten. Offenkundig ist es beim Statistischen Amt zu einem Zahlendreher gekommen - nicht die gleichgeschlechtlichen, sondern die verschiedengeschlechtlichen Eheschließungen sind auf 3,4% abgesackt.

    - Satire aus.
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#3 Rene43Anonym
  • 13.07.2020, 21:54h
  • Diese Zahlen machen mich traurig. 3,4 Prozent gleichgeschlechtliche Ehen sind viel zu wenig. Von meiner Logik her müsste es genau anders herum sein.
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#4 Ach jaAnonym
  • 13.07.2020, 23:40h
  • Antwort auf #3 von Rene43
  • Meine Güte.
    was ist denn daran so schlecht?
    Wenn wir ca 5 - 10 % der Bevölkerung repräsentieren und davon eine gehörige Portion im Schrank lebt, sind 3,4% schon ziemlich viel.
    Es gibt eben auch viele gleichgeschlechtlich liebende Menschen, die eine offen oder gar keine feste Beziehung haben, bezw einfach so zusammenleben wollen, so what?
    Heteros sind obendrein tendenziell viel stärker an gesellschaftliche Konventionen gebunden.
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#5 Ralph
  • 14.07.2020, 11:01h
  • Antwort auf #4 von Ach ja
  • So ist es. Ich kann nur für meine eigene Lebenserfahrung sprechen. In meinem schwulen Bekanntenkreis leben die wenigsten in einer festen Beziehung. Von dieser Minderheit führen die wenigsten einen gemeinsamen Haushalt, d.h. die meisten leben in je eigenen Wohnungen, obwohl sie einander als Lebenspartner betrachten. Am Ende bleiben dann gerade zwei Paare übrig, die sich verpartnert haben - und eines davon hat sich schon wieder getrennt, obwohl es vor der Verpartnerung mehr als zehn Jahre zusammengelebt hatte, was für die anderen nicht grade eine Ermunterung zur Heirat ist. Es ging ja aber auch nie um Massenhochzeiten, sondern nur darum, gleiche Rechte zu haben - wer die dann nutzt, ist weniger wichtig.
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