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Olympische Schwimmerin

Martha McCabe outet sich als lesbisch

Nach ihrem Karriereende spricht die kanadische Weltklasseschwimmerin erstmals über ihre Homosexualität.


Martha McCabe bei einem Turnier 2016 (Bild: JD Lasica / wikipedia)

Die kanadische Schwimmerin Martha McCabe hat sich gegenüber dem Sender CBC als lesbisch geoutet. Die 30-Jährige erklärte, sie wolle mit ihrem Coming-out ein Vorbild für junge lesbische Sportlerinnen sein. Die aus Toronto stammende McCabe hatte ihre aktive Laufbahn 2017 beendet.

"Junge Menschen müssen sich in ihren Vorbildern auch selbst erkennen können", so McCabe. "Wir brauchen die Stimmen von Minderheiten – etwa von verschiedenen Ethnien, Sexualitäten oder Geschlechtsidentitäten; also Leute, die sich trauen, offen zu sprechen, ihre Erfahrungen teilen und die öffentlich sie selbst sind. So können jüngere Generationen sehen, dass sie nicht alleine sind und dass man erfolgreich sein kann, obwohl man anders ist."

Lesbischsein im Schwimmen soll "normal" werden

Mit ihrem Coming-out könnten lesbische Nachwuchsschwimmerinnen sehen, "dass das normal ist", erklärte McCabe weiter. "Eltern müssen auch erkennen, dass das normalisiert werden muss." Fehlende lesbische Sichtbarkeit sei sonst eine "weitere Hürde" für junge Sportlerinnen.

Für sie selbst sei es schwierig gewesen, als Profi-Schwimmerin mit ihrer sexuellen Orientierung zurecht zu kommen, berichtete McCabe: "Ich kannte wahrscheinlich schon ein paar Lesben außerhalb des Schwimmsports, aber ich habe dieser Welt nicht viel Beachtung geschenkt." Alle Idole ihrer Jugend seien in ihrer Sportart aktiv gewesen. Sie glaube, ihr hätte es gut getan, wenn sie zu einer offen lesbischen Schwimmerin hätte aufsehen können.

McCabe erklärte auch, sie habe in ihrer achtjährigen Karriere im kanadischen Schwimmteam zwar mindestens zehn queere Kollegen gehabt, aber keine einzige queere Frau. McCabe war auch 2012 mit dem damaligen kanadischen Olympiabotschafter Mark Tewksbury bei den Spielen in London ins Stadion einmarschiert; Tewksbury hatte 1992 die erste kanadische Goldmedaille im Rückenschwimmer gewonnen und outete sich 1998 als schwul.

Das Spezialgebiet von McCabe war Brustschwimmen über eine Länge von 200 Metern. Ihre größten Erfolge waren eine Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft 2011 in Schanghai sowie ein fünfter Platz im Folgejahr bei der Londoner Olympiade.

Erst im Februar hatte sich der 22-jährige kanadische Schwimmer Markus Thormeyer als schwul geoutet (queer.de berichtete). (dk)